So tragisch solche Unfälle auch sind, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem selbst so etwas passiert? Die ist extrem klein, sonst würden wir laufend davon lesen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass mich jemand beim Abbiegen abräumt, ist signifikant größer. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich auf dem Fahrrad einen Dooring-Unfalll erleide, ebenfalls. Wir wissen nicht, warum der Motorradfahrer aus der Kurve gerutscht ist, ist auch nicht wichtig. Ein Kollege von mir ist vor Jahren in einer einfachen Kurve geradeaus gefahren. Es gab dort nur einen Baum, den er genau getroffen hat. Er hinterließ Frau und 2 Kinder. Es gab keine Gründe für einen Suizid und keine Bremsspuren. Ein entfernter Verwandter ging mit 52 Jahren joggen, er kam nicht mehr wieder. Im Wald hatte er einen Herzinfarkt, Stunden später wurde er tot gefunden.
Die beste Absicherung zwecks Hilfe oder Notruf ist, wenn man zu zweit unterwegs ist. Ich bin auch schon unter der Woche mit dem Fahrrad auf einer Schotterstrecke ziemlich schnell bergab gefahren, bis ich eine Kurve fast verlassen musste. Wäre ich dort ins Gebüsch gerast und gegen einen Baum geprallt, hätte mich vermutlich auch so schnell niemand mehr hinter dem Gebüsch gefunden, denn Mobilfunk gab es dort (in Deutschland) auch nicht. Auf 20 km Schotterstrecke sind mir an diesem Tag gerade mal 3 Fahrräder begegnet.
Ein Freund von mir wurde beim Training auf dem Rennrad trotz Abstandsradarmessung am Hinterrad vom 4. Motorrad eine Gruppe abgeräumt. Drei haben überholt, der vierte hat das überschätzt und hat das Hinterrad des Fahrrads mitgenommen.
Wir sind doch alle Jahrzente ohne Helferlein wie Notruf etc. unterwegs gewesen - und leben noch. Wie haben wir das nur geschafft? Haben wir da laufend darüber nachgedacht oder laufend solche Nachrichten gelesen? Also ist diese "Sucht" nach Absicherung vielleicht auch ein Zeichen unseres höheren Alters? Früher gab es keine Handys, keine Ortung durch Mobilfunk, kein Satelllitentelefon. Trotzdem sind wir unbelastet von solchen "Gefahren" einfach nur unterwegs gewesen. Wie viele Alpenstraßen haben wir alle unbeschadet hinter uns gebracht, ohne über den Rand den Abhang runter zu schlittern?
In Lech ist vor Jahren ein Teenager beim Skifahren von einem Ziehweg abgekommen, einen relativ kleinen Abhang runtergerutscht und üblerweise in einen Bach mit Geröll unter einen Schneeüberhang gerutscht. Leider konnte er Wochen später erst tot geborgen werden. Da sind haufenweise Skifahrer dran vorbeigefahren. Das ist tragisch, aber nun mal glücklicherweise auch extrem selten.
Die beste Absicherung ist, dass man nicht alleine unterwegs ist, möglichst daher 2 Motorräder zusammen , 2 Skifahrer, 2 Taucher etc.. Oder andere in Sichtweite hat, sofern das möglich ist.
Gruß
Klaus