Nun denn, zum Risiko Motorradfahren. Welches völlig unbestritten vorhanden ist. Wenn meine Frau mal wieder zu Pass bloß auf Tiraden ansetzt, entgegne ich dann, pass du bloß auf. Statistisch gesehen passieren die meisten tödlichen Unfälle im Haushalt.
Zum Thema:
Der erste 1976 auf Zündapp Sport Combinette. Zu lange einem Mädchen hinterher geschaut (Frauen sind halt der Untergang

). Das der Bus und der nachfolgende Ford 17M gehalten hatten, habe ich drei Meter hinter denen dann mitgekriegt. Der kurz zuvor montierte ganz wichtige M-Lenker hat mir dann meine Unterarme direkt am Handgelenk gebrochen, Schlüsselbein durch und die Form der Lampe des 17M war auf meinem linken Knie sehr gut zu erkennen.
Irgendwann lag ich dann im 250er Benz Liegewagen, da kommt von vorne die Frage, eh Jong häst det illig. Nö. Ah da fahrn mer ohne Blaulicht.
Also ging es ohne Blaulicht ins Krankenhaus. Die beiden Sanitäter hatten die Ruhe weg.
1985, XT500, nur mal eben 5 km ins Freibad. Jeans, Turnschuhe und Wildlederjacke. Nach 3 km nimmt mir ein roter Ford Taunus aus der Seitenstraße kommen die Vorfahrt. XT überbremst und mit voller Breitseite in den Taunus eingeschlagen. Wäre der Trottel anstatt, nachdem er mich dann wahrgenommen hatte, weitergefahren und nicht stehengeblieben wäre nichts passiert. Und hätte ich nicht überbremst hätte ich mir auf der Dachkante das Genick gebrochen.
So habe ich mit dem Lenker das Beifahrer- und mit dem Ellenbogen das Fahrerfenster zerschlagen. Übers Heck abgerollt und saß auf der Straße wie das Kind, dass mit Bauklötzen spielt. Interner Check, lässt sich alles bewegen also kannst du mal aufstehen. Gab dann noch ein wenig Ärger weil das Auto plötzlich in der Seitenstraße stand. Glücklicherweise kannte ich den Polizisten (Motorradfahrer aus dem Nachbardorf) und brauchte mir über die Unfallaufnahme keine Sorgen zu machen.
Dann hat mich ein Freund ins örtliche Krankenhaus gefahren. Vorsichtshalber mal checken lassen ob sich unter dem ganzen Adrenalin nicht doch noch was Gebrochenes verbirgt.
Frage des anwesenden Arztes, was hast du denn gemacht?
Eben beim Landruf unten einen Unfall gehabt.
Und du stehst hier noch!!
Was soll das denn heißen?
Ich bin gerade zum Dienst gekommen und habe das Auto gesehen.
Außer Platz- und Schürfwunden und eine ganzen geprellten Körperseite nichts passiert. Gut die linke Seite tat mir vier Wochen lang weh und das letzte Fitzelchen am Ellenbogen ist erst nach gut 30 Jahren weggegangen (Hautdefekt), aber danach habe ich mir geschworen nie wieder in solchen Klamotten. Du kaufst dir nur noch das beste was du dir leisten kannst. Es hat etwas gedauert bis ich mir das beste was am Markt war leisten konnte, aber seitdem unter anderem Rukka SRO-Anzug und Klim Adventure Rally. Und ich suche auch heute noch den Blickkontakt zu dem in der Seitenstraße stehenden oder auf die Kreuzung hinfahrenden Auto- oder Motorradfahrer.
In den letzten Jahren dann nur noch Umfaller in irgendwelchen Pistenkurven, weil zu langsam, falsche Blickführung, in ein Loch getreten (die GS halte ich nicht mehr wenn sie nur 3 oder 4 Grad aus der Senkrechten ist) etc.
Ach ja, einen verhinderten Beinbruch hätte ich noch. Ungeteerte Gemeindeverbindungsstraße mit grünem Mittelstreifen. Sonntagmorgen, es ist noch feucht, der Junge kommt mit ca. 50 km/h an und sieht voraus ein paar Äste in den Weg ragen. Aufs Grün wollte ich nicht wegen der Gefahr des wegschmierenden Hinterrades, da kommst du auch so vorbei. Es gibt einen heftigen Schlag und das rechte Schienbein schmerzt. Neben den Ästen verbarg sich darin auch ein 5 cm durchmessendes Birkenstämmchen (was man in solchen Situationen nicht so alles gleichzeitig wahrnimmt). Dank Daytona TranOpen Schienbeinprotektor und langem Knieprotektor in der Klim-Hose hatte ich nur eine große Platzwunde. Denn Krater kann man auch heute noch erkennen, obwohl schon fast 10 Jahre her. Noch ein Plädoyer für ordentliche Schutzklamotten.