Sammelthread: Unfälle und Stürze, Erfahrungen aus 1. Hand

@Boxer-Fritz Dir geht's hoffentlich gut.
Ach wunderbar! Habe den Daumen noch in einer Schiene, der hat sich zum Schnappdaumen entwickelt aber ich habe keinen Bock auf Doc. (n)Mir reicht's dieses Jahr an Krankenhausaufenthalten, hätte bald die Klinik als Erstwohnsitz anmelden müssen. (Spaß).

Wenn ich mal Eure Blessuren anschaue, meine Güte. Ja, man ist ja schon angefixed. Diese Nadel steckt tief drin. Ich habe mit 13 auf einer Horex angefangen die Feldwege im Allgäu unsicher zu machen und jetzt sind bald 54 Jahre rum und ich will immer noch auf die Q.

Das ist ..hmmh... keine Ahnung ... was ich selbst dazu Sinnvolles sagen kann. Ich halte mich fit. Naja ... wenn ich meine Freundin anschaue, die ist Triathletin, dagegen bin ich eine Schnecke und ein sackfauler Couchpotato.

Ihr habt recht, Sicherheitstraining ist verdammt sinnvoll. Das kam ja in den 90er Jahren in Mode. Ich war in meiner Münchner Zeit öfter mal als Instruktor dabei und da kamen schon einige Gruselgeschichten auf. Bremsweg aus 50 km/h mit 70 Metern. Frage, ob die Bremse nicht geht wurde beantwortet "Ich schruppe mir hier doch nicht hier die Bremsbeläge runter".

Also, ich meine, das Sicherheitstraining ist schon ganz nett. Aber wenn der Ranzen (das Bierfaß'l) auf dem Tank hängt, Der Kopf sich nur noch um 30 Grad nach links oder rechts bewegen lässt und man über die Fußrasten auf die Q muss weil die Grätsch'n nimmer soweit geht, da hilft auch das ADAC Sicherheitstraining nicht weiter.
 
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Kann ich nur beipflichten. Hatte mich mal auf eine schöne Runde mit ein paar Kollegen gefreut. Moped aus der Garage, losgefahren und nach 10 Minuten wieder zurück. Lief nicht, warum auch immer - habe mich nicht wohl gefühlt und das Moped wieder in die Garage gestellt. Wer weiß, wofür es gut war.

Ich hab einmal nicht auf mein Bauchgefühl gehört, das führte dann zum Sturz von Post #8..

Mein Bauchgefühl sagte schon vorher "fahr heim!"
Aber der Kopf sagte, jetzt bist Du schon einmal unterwegs, jetzt fährst Du noch ein bisschen...

Ich bin danach auch bei bestem Mopedwetter nach 5 min. umgedreht, wenn ich ein ungutes Gefühl hatte, es irgendwie unrund lief...
 
Fahre seit 1971 motorisiertes Zweirad.

War da auch im Motorsportverein. (PKW-Orientierungswettbewerbe und Motorrad-Trial)

Habe mich seit frühester Kindheit mit Unfällen beschäftigt, z.B. Sturz von einer Treppe ohne Schaden im Alter von 3 J.

Habe mal mit 14 einen Fahrrad-Sturz absichtlich herbeigeführt - nachdem ich auf einer Schotter-Gefällstraße eine Kurve noch gut gekriegt habe.

Beim 25ten Motorradsturz habe ich aufgehört zu Zählen.

Alle Stürze ohne wesentliche Verletzungen. (max. Hautabschürfungen an Händen und Ellenbogen -> Handschuhe + Jacke)

Man kann Stürze auch wissenschaftlich angehen -> wann gibt es ernsthafte Verletzungen -> Knochenbrüche ?

Wenn man versucht, den Sturz mit Gewalt zu stoppen: Großer Widerstand - grosse Gegenkräfte im Körper (Knochen, die dann brechen)

Man kann den Sturzverlauf minimal steuern: wo man hinschaut - da geht es hin. (->Rauno Aaltonen - PKW-Rally)
Also maximal mögliches Freifeld anschauen - und dann abrollen - - ! Kopf einziehen -> Kinn auf die Brust !!
Wo kann man sanft abbremsen ?

Schon als Kind kann man das beim Turnunterricht üben:
"Purzelbaum - Kinn auf die Brust!" usw.
Viel Boden- und Geräteturnen hilft, um Unfallverletzungen zu vermeiden !

Des Weiteren : wir fahren im öffentlichen Strassenverkehr nach den Verkehrsregeln, nicht Rennstrecke !

Ich habe schon öfters bei anderen Verkehrsteilnehmern, welche mir die Vorfahrt genommen haben, neben deren Vorderrad gestoppt !


Allgemein:

Ja, ich weiß:

- zu Aufwendig
- zu Anstrengend
- zu teuer

und es würde allen Reparatur-Werkstätten (KFZ u. menschlich) den Umsatz wesentlich schmälern.
 
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Schon als Kind kann man das beim Turnunterricht üben:
Judo grüner Gurt und Tae Kwon Do 2.ter Dan und einige Jahre Moto Cross. Denke das hat viel geholfen. Bin überzeugt davon, es half. Aber "Denken" kannst Du im Zeitpunkt des Unfallgeschehens überhaupt nix mehr. Das läuft alles über eingelernte, fest verankerte Bewegungsmuster aus der Jungend. Das Hirn lernt danach es nicht mehr. Bin die Tage von einem Anhänger aus einem Meter Höhne seitlich heruntergefallen und habe mich beim Fallen noch gedreht, damit ich über die linke Schulter abrollen konnte. Und das jetzt mit 67.

Das macht man nicht im Kopf. Der Kopf triggert das Bewegungsmuster, klar. Aber das Muster muss vorhanden sein und noch abrufbar. Und beim direkten Aufprall geht gar nichts mehr. Danach ist man in der Regel eh bewusstlos und in der stillen, schwarzen Welt bis einen wieder ein Ersthelfer aufweckt oder gar nicht.

Man kann den Sturzverlauf minimal steuern: wo man hinschaut - da geht es hin. (->Rauno Aaltonen - PKW-Rally)
Wo kann man sanft abbremsen ?
Weiß nicht so recht .. Ich denke da geht es nach den Gesetzen der Physik. Du hast ja gar keine Zeit für solche intensiven "Vorbereitungen". Man fliegt in die Richtung, wo der Geschwindigkeitsvektor hinzeigt. Ich habe noch keinen erlebt, der während eines Sturzes nach rechts abgebogen ist. Ja, minimal, ich weiß was Du meinst. Meistens aber völlig wirkungslos.

Also maximal mögliches Freifeld anschauen - und dann abrollen - - ! Kopf einziehen -> Kinn auf die Brust !!
Halte ich für wirkungslos. Schau Dir mal die Stürze in der Moto GP an. Da möchte ich gerne mal einen sehen, der das "Kopf einziehen -> Kinn auf die Brust" noch machen kann. Da überwiegen die Zentrifugalkräfte. Dir zieht es sozusagen eher die Schuhe aus, als denn Du den Kopf ein.
 
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Nun denn, zum Risiko Motorradfahren. Welches völlig unbestritten vorhanden ist. Wenn meine Frau mal wieder zu Pass bloß auf Tiraden ansetzt, entgegne ich dann, pass du bloß auf. Statistisch gesehen passieren die meisten tödlichen Unfälle im Haushalt. 😇

Zum Thema:

Der erste 1976 auf Zündapp Sport Combinette. Zu lange einem Mädchen hinterher geschaut (Frauen sind halt der Untergang😁). Das der Bus und der nachfolgende Ford 17M gehalten hatten, habe ich drei Meter hinter denen dann mitgekriegt. Der kurz zuvor montierte ganz wichtige M-Lenker hat mir dann meine Unterarme direkt am Handgelenk gebrochen, Schlüsselbein durch und die Form der Lampe des 17M war auf meinem linken Knie sehr gut zu erkennen.
Irgendwann lag ich dann im 250er Benz Liegewagen, da kommt von vorne die Frage, eh Jong häst det illig. Nö. Ah da fahrn mer ohne Blaulicht.
Also ging es ohne Blaulicht ins Krankenhaus. Die beiden Sanitäter hatten die Ruhe weg.

1985, XT500, nur mal eben 5 km ins Freibad. Jeans, Turnschuhe und Wildlederjacke. Nach 3 km nimmt mir ein roter Ford Taunus aus der Seitenstraße kommen die Vorfahrt. XT überbremst und mit voller Breitseite in den Taunus eingeschlagen. Wäre der Trottel anstatt, nachdem er mich dann wahrgenommen hatte, weitergefahren und nicht stehengeblieben wäre nichts passiert. Und hätte ich nicht überbremst hätte ich mir auf der Dachkante das Genick gebrochen.
So habe ich mit dem Lenker das Beifahrer- und mit dem Ellenbogen das Fahrerfenster zerschlagen. Übers Heck abgerollt und saß auf der Straße wie das Kind, dass mit Bauklötzen spielt. Interner Check, lässt sich alles bewegen also kannst du mal aufstehen. Gab dann noch ein wenig Ärger weil das Auto plötzlich in der Seitenstraße stand. Glücklicherweise kannte ich den Polizisten (Motorradfahrer aus dem Nachbardorf) und brauchte mir über die Unfallaufnahme keine Sorgen zu machen.

Dann hat mich ein Freund ins örtliche Krankenhaus gefahren. Vorsichtshalber mal checken lassen ob sich unter dem ganzen Adrenalin nicht doch noch was Gebrochenes verbirgt.
Frage des anwesenden Arztes, was hast du denn gemacht?
Eben beim Landruf unten einen Unfall gehabt.
Und du stehst hier noch!!
Was soll das denn heißen?
Ich bin gerade zum Dienst gekommen und habe das Auto gesehen.

Außer Platz- und Schürfwunden und eine ganzen geprellten Körperseite nichts passiert. Gut die linke Seite tat mir vier Wochen lang weh und das letzte Fitzelchen am Ellenbogen ist erst nach gut 30 Jahren weggegangen (Hautdefekt), aber danach habe ich mir geschworen nie wieder in solchen Klamotten. Du kaufst dir nur noch das beste was du dir leisten kannst. Es hat etwas gedauert bis ich mir das beste was am Markt war leisten konnte, aber seitdem unter anderem Rukka SRO-Anzug und Klim Adventure Rally. Und ich suche auch heute noch den Blickkontakt zu dem in der Seitenstraße stehenden oder auf die Kreuzung hinfahrenden Auto- oder Motorradfahrer.

In den letzten Jahren dann nur noch Umfaller in irgendwelchen Pistenkurven, weil zu langsam, falsche Blickführung, in ein Loch getreten (die GS halte ich nicht mehr wenn sie nur 3 oder 4 Grad aus der Senkrechten ist) etc.

Ach ja, einen verhinderten Beinbruch hätte ich noch. Ungeteerte Gemeindeverbindungsstraße mit grünem Mittelstreifen. Sonntagmorgen, es ist noch feucht, der Junge kommt mit ca. 50 km/h an und sieht voraus ein paar Äste in den Weg ragen. Aufs Grün wollte ich nicht wegen der Gefahr des wegschmierenden Hinterrades, da kommst du auch so vorbei. Es gibt einen heftigen Schlag und das rechte Schienbein schmerzt. Neben den Ästen verbarg sich darin auch ein 5 cm durchmessendes Birkenstämmchen (was man in solchen Situationen nicht so alles gleichzeitig wahrnimmt). Dank Daytona TranOpen Schienbeinprotektor und langem Knieprotektor in der Klim-Hose hatte ich nur eine große Platzwunde. Denn Krater kann man auch heute noch erkennen, obwohl schon fast 10 Jahre her. Noch ein Plädoyer für ordentliche Schutzklamotten.
 
Gestern Nachmittag, kurz vor dem Ortseingang von Wollmerschied oberhalb von Lorch, sehr enge Straße mit engen Kurven seitlich hoch aus dem Wispertal. Auf der Straße Leute, drei, vier Motorräder. Wir halten an. Im Graben, inmitten von Bächlein und Brennnesseln steht aufrecht, aber ca. einen halben Meter tiefer, eine 1250 trophy. Der Fahrer hatte in die letzte Kehre doof geguckt und ist in den Graben gefahren. Kann jedem mal passieren. Der Versuch, zu fünft, zu sechst die fünf Zentner da raus zu bekommen, scheiterte natürlich. Hinter der Kehre, Richtung Ortseingang, wurde der Graben immer flacher. Aber eine im Wasser/Matsch stehende GS, am Rand des Grabens mit den Sturzbügeln schleifend, ca. zwanzig Meter rückwärts und bergauf zu schieben, funktionierte auch nicht. Am Ende haben wir ein Abschleppseil um die Gepäckbrücke geschlungen und mit dem bulligen 68 PS Dreizylinder Fabia mit schlleifender Kupplung gezogen, während ein paar Leute die GS auf Kurs hielten. Als der Graben dann flacher wurde, zogen wir sie auf die Fahrbahn zurück. Alles gut gegangen, Motorrad etwas matschig, ein Blinker geknickt, ein paar leichte Kratzerchen, auch auf dem Ego des Fahrers, der sich aber sehr über die Hilfe von mehreren fremden Bikern und uns mit dem Skoda - Traktor freute. Ein kleines hoppala, aber alles gut. Das ist immer die Hauptsache! Und um das noch mal anzumerken, Häme ist nicht angebracht. Nur wer nie Fehler macht, darf mit Kieselsteinchen werfen. 🙃
 
Der erste 1976 auf Zündapp Sport Combinette. Zu lange einem Mädchen hinterher geschaut (Frauen sind halt der Untergang😁).
Auch wenn der Post schon 4 Wochen zurückliegt, ich les' es jetzt erst und hätte dazu auch einen.

Wir hatten hier zwischen Aschaffenburg und dem Vorort Obernau an sehr historischer Stelle (von der Wehrmacht zwecks Sprengung übersehene Eisenbahnbrücke, über die der Patton mit seiner 3. Panzerarmee unerwartet kampflos den Main überqueren konnte) mal ein House of the Rising Sun.
Ich war mit einem Bekannten von Aschaffenburg kommend unterwegs, ich selbst auf meiner Hercules RX9, er auf einer Yamaha DT175. Er war natürlich schneller als ich, als ich den Ort des Geschehens - unmittelbar nach Linkskurve und Eisenbahnunterführung - erreicht hatte, lag mein Bekannter vor einem stehenden Auto auf der Straße, seine DT lag hinter dem Auto und im Außenbreich neben dem verwahrlosten Sandsteingebäude stand eine runzelige alte Schabracke in extrem leichtem Durchsicht-Gewand, die die Szene lauthals zeternd mit allerlei vulären Kommentaren beschrieen hat o_O
 
Aus grauer Vergangenheit:
Innerorts auf einer etliche kilometerlangen Straße mit meiner Suzuki DR600 unterwegs. Bürgersteig und Radweg verlaufen jeweils etwas tiefer als die Fahrbahn und sind teilweise auch noch durch Rasenstreifen und Bäumchen von der Strasse getrennt. Habe den Bengel auf dem Fahrrad noch dort unten radeln gesehen. Plötzlich zieht er nach links mir direkt vor's Motorrad und wir liegen beide. Zum Glück ist ausser überschaubarem Schaden an der DR nichts passiert.
 
Südtirol, September 2024, vorletzte Tag, auf der R9T, kühler als an den Tagen zuvor, Vormittags hatte es etwas geregnet, aber nicht dramatisch. Wir waren am Nachmittag auf dem Rückweg zu unserem Hotel in Santa Christina. Als letzter Pass das Sella Joch. Schön einsehbare, fast 90° linkskurve. Am Scheitelpunkt geht mir das Hinterrad nach rechts, also nach außen weg, dann nach links, dann nochmal nach rechts, ich steige nach rechts über das Motorrad ab, das auf seine linke Seite fällt. Highsider, wenn auch kein lupenreiner, da mir das Motorrad zum Glück nicht folgt, sondern in Richtung Fahrbahnmitte rutscht. An Hand des Trackers am Handy bin ich mit 48 km/h aufgeschlagen. Ich stehe auf, habe absolut nichts, sehe aber aus wie ein Michelin Männchen, da meine Dainese Airbag Weste ausgelöst hat. Ich denke deshalb war ich komplett unverletzt. Grund für den Sturz: Da es kühl war, und wir gebremst unterwegs waren, wg. feuchter Stellen, könnte es sein, dass der S22, als Hypersportreifen nicht die erforderliche Temperatur hatte, oder der Regen am Vormittag hatte etwas Sand auf die Fahrbahn gespühlt, oder zu früh zu kräftig wieder am Gas, who knows. Niemals mehr ohne Airbagweste.
 
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