Sammelthread: Unfälle und Stürze, Erfahrungen aus 1. Hand

Erster Gedanke: Ok, das Tattoo war eh hässlich. Aber es ist ja gar keins :eek:
 
Erster Gedanke: Ok, das Tattoo war eh hässlich. Aber es ist ja gar keins :eek:
Hättest du es nicht erwähnt, ich hätte ganz vergessen, mein „Tattoo“ zu zeigen, jenes, das sich in einem Bruchteil einer Sekunde vom Lenkerende auf meine Schulter verewigt hat. Kein langes Herumgestochere in der Haut, ganz spontan und ohne Termin, mit körpereigenen Farben.

Zugegeben, der Tigerkopf ist nicht gerade ein Meisterwerk geworden. Aber der größte Vorteil, dieses Tattoo und ich finde die Dinger ohnehin alle ……., war nach einem Monat komplett verschwunden.

Meine Schulter hingegen erinnerte mich noch ein gutes Jahr lang an meine eigene Dämlichkeit, im tiefen Sand nicht rechtzeitig den A…. nach hinten zu verlagern.

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Dieser Beitrag ist zur Erheiterung gedacht.

Ach, noch vergessen, für die Flugfigur "Der scheißende Frosch" habe ich in der A- & B-Note eine 10,0 bekommen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Bin in den letzten 35 Jahren schon öfter hingefallen, in der Regel allerdings auf rutschigen Straßen (Schnee!) mit dem Roller. Als GS Fahrer hat es mich nur 1mal hingelegt, in einer Rechtskurve, beim Ausfahren von der Garage auf die Straße. Vermute, es war ein Rutscher auf nassem Laub. Ansonsten war ich mal live dabei, wie ein Autofahrer meinen Kumpel runterholte, der direkt hinter mir fuhr. Ihm ist glücklicherweise nichts Bleibendes passiert.
 
Leider muss ich heute auch was in diesen Thread schreiben.
Gestern hatten wir eine ruhige Ausfahrt. Wir waren 6 Mopeds. Und kurvten durch den Leipziger Landkreis. Nachdem wir wieder fast am Ziel waren, kam uns ein rasender Motorradfahrer auf seiner Superduke in einer Kurve entgegen. Wo wir mit lockeren 80 auf der Landstraße um die Kurven zirkelten, hatte er bestimmt 180 drauf. Mehr Schräglage ging auch nicht. Er hatte sich verschätzt und eine Schreckbremsung in voller Schräglage gemacht. Sofort blockierte sein Vorderrad und er rutschte direkt an uns vorbei und schlug direkt neben mir in einen Baum ein und war sofort tot.
Wir haben ihn trotzdem 20 Minuten vergeblich versucht zu reanimieren bis der Notartzt und Heli usw. Kam. Diese konnten uns auch nach einer Weile nur mitteilen, dass er so schwere Verletzungen habe, dass er nicht mehr zurück kommen wird. Das ist für mich das erste Mal, dass ich sowas erlebt habe und direkt mitbekommen habe. Es war auch der einzige Baum am Straßenrand vor dem Acker, das Motorrad ist dran vorbei, er hatte nicht das Glück. Die Bilder gehen mir nicht mehr aus dem Kopf und ich versuche mich irgendwie abzulenken. Die letzte Nacht war auch furchtbar und an Schlaf konnte ich auch kaum denken.
Ich wünsche keinem, sowas mitzuerleben. In einem Bruchteil von einer Sekunde kann es vorbei sein. Also denkt immer daran, achtet immer auf alles und fahrt vorsichtig.
 
Also denkt immer daran, ....
Nein, genau das Gegenteil, denk nicht daran, was alles passieren könnte, sondern daran, wie man ruhig und vernünftig fährt. Selbst wenn mal der Hafer sticht oder man sich provozieren lässt, wenn man hinterher sagen kann: „War schon geil, aber ein bisschen dämlich war’s auch“, dann ist schon viel gewonnen.

Würde ich an all die hunderten Unfälle denken, die ich beruflich miterlebt habe, dürfte ich heute keinen einzigen Meter mehr Motorrad fahren.

Ist zwar ein alter Spruch, aber stimmt trotzdem: Am meisten aufpassen musst du auf den, der vor dem da hinten oder hinter dem da vorne fährt.
 
Die Bilder gehen mir nicht mehr aus dem Kopf und ich versuche mich irgendwie abzulenken
Hol dir da professionelle Hilfe, wenn du das für dich behältst, bekommst du das nicht mehr weg.

Ich habe dienstlich - Rettungsdienst - bei solchen Fällen mit Laienhelfern immer versucht, sofort den Kontakt zu einem Kriseninterventionsteam (KiT) herzustellen. Die hervorragende Arbeit von Laienhelfern - wie bei dir/euch bei dem Vorfall durch die gestartete Reanimation - darf niemals zu einer PTBS führen. Auch die professionellen Helfer nehmen das Angebot glücklicherweise immer mehr an.
Also schau in deinem Landkreis einfach mal wo es ein KiT gibt, bzw. rufe einfach bei der Rettungsleitstelle an, die Kolleg:innen können dir sofort weiterhelfen. Es hilft nicht zu sagen, ich bin ja groß, ich stecke das weg, oder denke einfach nicht mehr dran, klappt wirklich nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
@AdvRider
Alles gute für Dich, hoffe Du kannst das schnell und gut verarbeiten.
Professionelle Hilfe ist ein guter Rat, musste ich auch schon mal in Anspruch nehmen. Man hat halt gelernt mit körperlichen Schmerzen und Gebrechen umzugehen, bei den seelischen ist man meist eher hilflos. Wenn man offen drüber spricht, ist es meist erstaunlich, wie viele dann antworten "hatte ich auch schon".
Hilfe holen, je eher desto besser
 
@AdvRider
das will keiner Erleben !
allen Respekt, daß ihr trotz der wohl erkennbaren Aussichtslosigkeit versucht habt den am Leben zu halten oder wieder in selbiges zu bringen 🙏 - davor graut mir sehr das das mal passiert ...
Noch schlimmer wärs natürlich, wenn jemand der eigenen Truppe betroffen ist - egal eigenes Verschulden oder von anderen Abgeräumt ..
das wünscht man keinem !

lass dir professionell helfen sonst trägst das immer mit dir rum
 
Ich hatte das vor 25 Jahren am Brünig in der Schweiz erlebt. Fuhr damals mit meiner ZX-9R einer Gruppe Harley Fahrer nach den Pass hoch. Einer hatte eine Links-Kurve geschnitten, unübersichtlich und da kam von oben ein VW T2 als Wohnmobil umgebaut entgegen. Er konnte nicht mehr ausweichen und knallte mit dem Kopf dem VW genau in die Ecke. Helm hatte er nur so eine Suppenschüssel, die man viel gesehen hat bei Harley-Fahrer, der flog gleich weit weg und der Fahrer hatte Genickbruch. Auf der Stelle tod. War hässlicher Anblick, tun konnte man nix mehr. Hab die Bilder alle noch heute 25 Jahre später noch voll im Kopf, die gehen nie mehr raus. Jedes Mal wenn ich heute diese Stelle wieder befahre, kommen alle gleich wieder hoch.

2002 den Susten runter. Weit vor mir ein Motorradfahrer. Ich sehe noch, wie der hinten massiv überbremst, Kurve nicht mehr kriegt, gerade aus drüber und dann ca. 100M Abhang hinunter. Auch auf der Stelle tod.

Auch sonst die letzten 25 Jahre viel an Motorrad-Unfällen vorbeigekommen. Ist immer hart und man macht sich seine Gedanken. Aber die liebe zum Motorradfahren ist immer viel grösser und stärker. Aufhören würde ich deswegen nie. Oder ich sags noch extremer, eine Leben ohne Motorradfahren wäre für mich kaum noch Lebenswert.. klingt vielleicht krass, ist aber so. Meine absolut grösste Leidenschaft, auch wenn ich mir aller Gefahren bewusst bin. Klingt auch blöd, bin auch der Meinung, irgendwo ist unser Datum für den Abgang programmiert. Wenn so weit ist, wird man nicht entgehen können. Egal ob auf Motorrad oder Tod durch Lungenkrebs (bin Raucher). Da würde ich Motorrad fast noch vorziehen, wenn ich nicht lange leider müsste.

Aber ja, schliesse mich den anderen an. Wenn du die Bilder gar nicht mehr aus dem Kopf kriegst und es wirklich nicht verarbeiten kannst, hol Hilfe. Für das gibt es sie. Drück dir die Daumen.
 
Also, es geht mir nach zwei Tagen wieder wesentlich besser. Und kann damit besser umgehen. Heute bin ich auch wieder eine Runde gefahren und habe nicht ein Mal dabei an die Situation gedacht. Ich liebe einfach das Motorradfahren und gerade das hat mir in der Vergangenheit oftmals viel Kraft gegeben, wenn ich sie brauchte und einen klaren Kopf bekommen musste.
Nichts desto trotz habe ich morgen einen Termin und nehme dort professionelle Hilfe in Anspruch. Vielen Dank für eure Ratschläge, Biker halten immer zusammen 🙂.
 
An einem Samstag vor ein paar Wochen habe ich mir auch einen Motorradunfall aus nächster Nähe angesehen. Wir waren in einem Trupp von vielleicht 10 Moppets unterwegs. Landstraße durch den Wald, kurvig, nicht besonders breit, nicht besonders gut einsehbar. Das Wetter war kühl, aber trocken. Die Gruppe hat sich etwas auseinander gezogen, irgendwann war vor mir nur noch mein Vordermann und im Rückspiegel war niemand mehr.

Dann kam eine Rechtskurve. Sie fing eher seicht an, wurde dann aber ein gutes Stück enger. Mein Vordermann hat nicht mehr rechtzeitig seine Linie angepasst bekommen und ist nach außen aus der Kurve rausgefahren. Dort ist er mit Restgeschwindigkeit in die Leitplanke eingeschlagen, abgeprallt und ein paar Meter von seiner Maschine entfernt auf der Straße zum liegen gekommen.

Ich konnte sofort anhalten und mich kümmern. Wach war er, aber kaum ansprechbar. Sonst waren so erstmal keine Verletzungen erkennbar. Das Notrufsystem an seiner Maschine hat funktioniert und 6 Minuten später war der Heli da. Bis dahin hat auch der Rest der Gruppe so gut geholfen, wie es eben ging.

Mittlerweile weiß ich wie es ihm geht und was er hat. Für mich klingt das so, als dauere es jetzt ein bisschen bis die Brüche wieder zusammenwachsen und als würde er keine bleibenden Schäden davon tragen.

Mich hat die Sache auch etwas mitgenommen. Ich bin gedanklich zwei Tage nicht davon weggekommen und hab auch ziemlich schlecht geschlafen. Ich hab versucht zu lesen oder ein bisschen Youtube zu gucken – keine Chance, ich konnte mich nicht drauf konzentrieren und war nach 3 Sekunden wieder bei dem Unfall. Und das obwohl es deutlich weniger heftig war als das Erlebnis von @AdvRider .
Was hat mir geholfen, die Sache zu verarbeiten und wieder in die Spur zu kommen?
- Ich hab versucht, drüber zu sprechen. Gefühlt hab ich aber immer nur wieder das Gleiche erzählt und mich im Kreis gedreht. Das war begrenzt hilfreich.
- Ich hab versucht mich abzulenken, indem ich Abends noch mit jemandem in die Stadt bin, auf einen Burger und ein Bier. Das ist aber auch zum guten Teil an mir vorbei gezogen und hat wenig gebracht.
- Am nächsten Tag bin ich wieder auf's Moppet gestiegen und mit einem anderen Trupp eine andere schon länger geplante Tour gefahren. Das war gut. Ich hab das Gefühl, während meine Aufmerksamkeit beim Fahren war, konnte im Hintergrund ganz gut Verarbeitung passieren.
- Am meisten hat mir geholfen, dass ich einen Abend später mit dem verunfallten telefoniert habe und dann wusste, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht. Auch wenn noch am Unfallort davon auszugehen war, dass er nicht in Lebensgefahr war, so hat es doch erstaunlich gut getan, das noch mal von ihm selbst zu hören.
- Ich hab mich ein bisschen ins Zeug gelegt, einen Krankenbesuch beim Verunfallten zu organisieren, obwohl das recht weit weg war. Wir standen immerhin zu viert an seinem Krankenbett und konnten ein bisschen quatschen. Das war gut. Es hat sogar allein schon ganz gut getan, das zu organisieren.

Was kann man sonst noch so mitnehmen?
- Es machte den Eindruck, dass mein Vorfahrer Angst bekommen hat, als die Kurve enger wurde. Die Körperhaltung hat sich versteift und er hat nicht mehr richtig dahin geschaut wo er hin fahren wollte. Hätte er keine Angst bekommen, hätte er die Kurve möglicherweise mit dem Tempo doch noch unfallfrei fahren können. Dass man in so einer Situation Angst bekommt, dürfte völlig normal sein. Vielleicht hilft es aber trotzdem ein bisschen, sich gelegentlich bewusst zu machen, dass Angst in solchen Situationen kontraproduktiv ist.
- Er hatte gute Schutzklamotte an. Aber keine Airbagweste. Vermutlich hätte die ihm viele von den Knochenbrüchen erspart, wenn nicht sogar alle. Ich habe nun den Vorsatz, mir eine Airbagweste anzuschaffen.
- Nach dem Unfall hab ich das Handy vom verunfallten Motorrad genommen. Erst hab ich mich selbst angerufen, damit ich die Nummer hab. Dann hab ich ihm das Handy in die Tasche seiner Jacke gesteckt. Das war beides genau richtig. Sonst wäre sein Handy immer noch an seiner Maschine.

- - - -

@AdvRider Wenn du magst, berichte gern mal wie die professionelle Hilfe aussieht, die du sehr zu Recht in Anspruch nimmst. Es würde mich sehr interessieren, wie sowas funktioniert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich war heute bei der Psychotherapie und wir haben über das erlebte gesprochen um es so besser zu verarbeiten. Und ich muss sagen es hat sehr gut geklappt. Es wurde dann noch mit einer Methode aus der Traumata Bewältigung gearbeitet, wodurch ich das erlebte wirklich lösen konnte. Ich bin mega Happy, dass ich das so schnell in Anspruch genommen habe.

@SchotterSpezi Ich habe auch eine Airbagweste von Helite und fühle mich mit ihr sehr sicher. Ich kann wirklich heutzutage, da die Technologie es her gibt, es nur jedem empfehlen.
Trotzdem tragen die wenigsten so eine Weste. Das kann ich nicht nachvollziehen, da auch in Tests nachgewiesen ist, wie lebensrettend der Zusätzliche Schutz einer Airbagweste ist.
Aber wahrscheinlich gehen die meisten davon aus, dass sie nie einen Unfall machen werden.
 
Na dann will ich auch mal meine Geschichte beitragen…:)

Mein letzter und einziger richtiger Unfall war 1979 mit meiner Yamaha XS1100.
Ein Autofahrer hat mich übersehen und mir die Vorfahrt genommen – Klassiker. Zum Glück für mich glimpflich ausgegangen, aber die gerade mal vier Monate alte Yamaha war ein Totalschaden.

Seitdem: nix mehr! Keine Unfälle, keine Umfaller. Jahrzehntelang alles gut – egal welche Marke oder Maschine.
Dann kam 2020 die BMW … und die hat wohl beschlossen, dass meine Statistik zu langweilig geworden ist. :D

2021:
Während der Fahrt auf Sardinien hat mich eine Hummel am Hals erwischt. Also angehalten, abgestiegen, aber den Seitenständer nicht ganz sauber ausgeklappt.
Und was macht die GS? Kippelt in Zeitlupe nach vorne um. Ich konnte’s nur noch beobachten. :mad:

2023:
In Kalabrien, langsam durch einen schlammigen Abschnitt gefahren, das Vorderrad trifft einen kleinen Stein – und zack, wieder liegt sie.
Diesmal schön weich im Matsch, aber gegen >300 kg hilft auch kein Krafttraining. (wollte sie mit dem rechten Bein noch abfangen) :mad:

Fazit:
Jahrzehntelang nichts – und mit der BMW gleich zwei Mal.
Nix passiert, aber mein Ego hat ein paar Kratzer abbekommen.
Aber gut – wer die GS fährt, muss ja auch mal sehen, wie sie von unten aussieht… :LOL:
 
Ok, dann mach ich auch mal das Fass auf.
ICh kann ADVRider nur zustimmern. Fahrt vorsichtig! Bzw. Mit Spass in Bezug eurer Möglichkeiten auf der sicheren Seite. Und da sist bei jedem unterschiedlich ausgeprägt.

Meine drei Extremen Erfahrungen:
1.
Als ich 14 war habe ich den Anruf in der Nacht nicht als einziger nicht mitbekommen.
Am Abend vorher war mein nächstälterer Bruder (17) mit seiner 80er in der Ortschaft in der Kurve gestürzt und hatte seinen Helm verloren (wahrscheinlich nicht zu) und traf mit dem Kopf in der Front eines entgegenkommenden Autos auf. ( der arme Kerl konnte nichts dafür )
Mein Bruder starb.
In der Folge war verständlicherweise dann Schluss mit Motorradführerschein mit 18 (Noch zwei ältere Brüder die den schon hatten). Ich machte dann meinen nach dem ich ausgeflogen war mit 22.

2.
Dann mit ca. 16 zum Malteser Hilfsdienst und da dann als Rettungshelfer immer wieder am Wochenende im Rettungsdienst dabei. Bis ich etwa 22 Jahre alt war. Keine Details was ich da bzgl. Motorrad her m Rande des bayerischen Waldes erlebt habe.

3.
Größter Schreckmoment in meinem Motorradleben!
Auf einer Motorradtour mit Freunden und meinem Sohn (damals A2) fuhr ich wie so oft voraus. Eine S-Kurve entlang des Lago Molveno. Ich bin durch die erste Kurve (links) durch und höre kurz im Headset Metall kreischen. Kurz vor der Kurve rechts sehe ich im Spiegel seine Maschine in der Leitplanke einschlagen. Sofort abgebremst zurück und auf der kurzen geraden meine GS mit Warnblinker abgestellt. Ab zu meinem Sohn.
(Mir war klar, dass die anderen beiden erstmal die Unfallstelle wie vereinbart absichern. Ich bin ja der mit dem Erstehilfe-Wissen!)
Mein Sohn lag neben der Maschine gestreckt am Bauch. Kurz angesprochen und dann gesagt, dass ich ihn gerne abtasten würde.
Aber er war nicht geschockt sondern schon im Analysemodus. Meinte: warte, ich versuch zu spüren wo es mir weh tut. Nach dem Motto "vielleicht dauert es kurz bis ich die Schmerzen spür."
Ich hab da Gott sei Dank einfach nur automatisch funktioniert. Im Rettungsdienst war es immer die oberste Regel: Wen du jemanden kennst, lass den Kollegen machen! Emotionen führen zu Fehlern!
Aber da war ich eben derjenige der das passende Wissen hatte (zwar etwas eingerostet).
Im Endeffekt hatte er riiieeeseeen Glück.
Was war passiert?
Der bereits stark abgefahrene Reifen platzt beim Anbremsen der Kurve. Er flog über den einklappenden Lenkerund dann prallte er flächig mit dem Rücken auf die Leitplanke. Der Helm war hinten etwas eingedrückt. Er hatte sich die rechte Wade gequetscht (war das Bein, das etwas noch unten hing und mit der Wade auf die Strebe der Leitplanke aufschlug). Und seine günstige Textilhose hat sich beim Aufprall auf die Fahrbahn verdreht und war am Knie durchgewetzt. Etwa so groß wie ein 50 Cent Stück war relativ tief weggeschürft.
Motorrad war Schrott wir konnten aber noch mit meiner GS in die Pension. Wurden da mit allem gut versorgt und sogar die Hilfe des "weißen Kreuzes" (Besser als das staatliche rote Kreuz) und ihr Auto zur Begleitung angeboten. Wer in Sulden übernachten will, ich gebe eine Empfehlung!
Am nächsten Morgen kam dann meine Frau mit dem Auto und holte ihn ab (Arzthelferin!).
Nach der Genesung musste wieder ein Motorrad her und dann ging es wieder Stück für Stück relativ gut zurück in die Routine.

Also passt auf euch auf. Leider passiert manchmal einfach was (hier vielleicht ein Vorschaden durch den Vorbesitzer) unerwartet. Lasst euch den Spaß nicht nehmen. Und ja es kann einen mitnehmen. Sprecht darüber. Ich habe das öfter erlebt, wenn ich an einem Unfall gestoppt habe und mein Fahrer oder Mitfahrer nur durch das Anwesend sein plötzlich Mental angeschlagen war.
Ohne passende Erfahrungen dazu und natürlich auch Wissen ist das schwer.
Aber es ist bei jedem unterschiedlich.

Eins will ich festhalten. Das Argument ich fahre immer langsam und dann bin ich sicher hilft nicht allumfassend.
Nur konzentriert fahren und auch viel üben hilft solchen Situationen manchmal zu entkommen. Und da zählt auch Schräglage dazu.
Landschaft während der Fahrt genießen und bewundern ist eher kontraproduktiv.
Jeder Schreckmoment den man gemeistert hat hilft da weiter. Am besten abgesichert in Trainings.

Ich wünsche allen ein schönes und sicheres Motorradleben.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Eins will ich festhalten. Das Argument ich fahre immer langsam und dann bin ich sicher hilft nicht allumfassend.
Nur konzentriert fahren und auch viel üben hilft solchen Situationen manchmal zu entkommen. ...
Landschaft während der Fahrt genießen und bewundern ist eher kontraproduktiv. ...

Trifft leider recht oft auf mich zu, merke ich auch gelegentlich wenn ich keine saubere Linie fahre, obwohl ich auf ebendiese eigentlich großen Wert lege.

Jeder Schreckmoment den man gemeistert hat hilft da weiter. Am besten abgesichert in Trainings.
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Hin und wieder an einem Fahrsicherheits-, Geschicklichkeits- oder Kurventraining teilnehmen ist wirklich essentiell - gerade auch für vermeintliche Routiniers. Danke für Deinen ausführlichen Beitrag!
 
Trifft leider recht oft auf mich zu, merke ich auch gelegentlich wenn ich keine saubere Linie fahre, obwohl ich auf ebendiese eigentlich großen Wert lege.

Hin und wieder an einem Fahrsicherheits-, Geschicklichkeits- oder Kurventraining teilnehmen ist wirklich essentiell - gerade auch für vermeintliche Routiniers. Danke für Deinen ausführlichen Beitrag!
'n Abend,

solche Trainings sollten ab und zu gemacht werden.
Es hilft aber auch, bei jeder Fahrt mal darüber nachzudenken und ganz bewusst in der Kurve eine Lenkkorrektur vorzunehmen. Zum Beispiel in Linkskurven einfach mal am linken Lenkerende etwas nachdrücken, um zu spüren, dass sich das Mopped weiter in die Kurve neigt.
 
Hallo zusammen, dann will ich von meinem Erlebnis erzählen.

Letztes Jahr im August bin ich in einer Kolonne gefahren, vor mir ein Moped und hinter mir ein Auto. Trotzdem hat eine ältere Dame ohne ersichtlichen Grund an einer Kreuzung Gas gegeben und ist mir vors Moped gefahren. Meine sehr gute Reaktionszeit (allzeit Finger an der Bremse) haben mir vermutlich das Leben gerettet. Ich habe wohl noch geschafft von 60 auf 40 zu verzögern, bevor ich im 90° Winkel in die Seite des Autos eingeschlagen bin. Keine Zeit anders zu reagieren, außer den Anker zu werfen. Fraktur Schambein, Fraktur Hüftgelenk, Bluterguss im Schulterbereich und Blut im Gesicht ohne erkennbare Verletzung. Glück im Unglück, dass die Frakturen eine konservative Behandlung zuließen, sprich nach 5 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen, und dann bis November zu Hause im Bett liegen. Aber es war durchaus eine schmerzhafte Zeit. Vor jedem Termin beim Physio erstmal Ibos oder Novalgin einwerfen, damit es nicht gar so weh tut. Brauche ich nicht nochmal.
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Die Honda CBF600S war natürlich hin, aber ich hatte ja noch die Ducati. Am Tag, als ich nicht mehr krankgeschrieben war, Klamotten an und erstmal ein paar Kilometer gefahren. Um zu sehen, ob ich mich noch traue. Im 2. Februar 2025 habe ich mir dann eine Honda NC750X gekauft, um wieder was für den Alltag zu haben. Nachdem mein Mopedjahr 2024 bereits im August endete, habe ich 2025 bis jetzt schon wieder knapp 10.000km gefahren.

Aktuell habe ich habe hin und wieder noch Beschwerden und die werden wohl nie so ganz weggehen. Aber ich will mich nicht beklagen. Seitdem habe ich wieder viele schöne Stunden auf dem Moped verbracht.
 
Eine Story aus meiner Jugend. Fuhr damals ne CX500.

Meine Vorderradbremse entwickelte sich irgendwann mal recht schwammig. Ich musste also ziemlich an der Bremse ziehen, damit noch eine gute Bremsleistung kam.
Die Beläge waren noch ok, ebenso die Bremsflüssigkeit, außerdem war die Leitung entlüftet. naja - Wie dem auch sei - ich stellte fest, dass zwischen Bremshebel und Bremskolben einiges an Spiel war und ich eine U-Scheibe da einlegen konnte, ohne das sie herausfiel.
Mit der U-Scheibe da drin war wieder alles bestens und die Bremse war wieder Klasse - Soweit so gut.

Einige Zeit später ich weiß nicht mehr wann, ob es noch am gleichen Tag war oder Tage später.
Ich stand an einer Ampel. Sie wechselte auf Grün und ich fuhr los. Die Ampel und die nachfolgende Strasse knickte nach links ab. Also ging ich beim anfahren gleich in die Schräglage.
Auf einmal zog sich meine Vorderradbremse immer mehr zu. Der Motor und die Beschleunigung kam nicht mehr dagegen an und ich kippte schneller um als ich reagieren konnte.
Außer mich auf die Schnauze zu legen, war nicht viel passiert - Allerdings entfernte ich danach die U-Scheibe wieder und lernte nun mal dabei, dass sich das System bei den Bremsvorgängen erhitzt , ausdehnt und dann dieses Spiel zwischen Kolben und Hebel braucht, damit es eben nicht von selber bremst. Durch vorangegangene Bremsvorgänge hatte sich soviel Wärme im System entwickelt, das sich die Bremsflüssigkeit ausdehnte und dabei die Bremse betätigte, denn nur dorthin war bei der Ausdehnung noch Platz.
Wieder was "gelernt" 🫤
 
Fraktur Schambein, Fraktur Hüftgelenk, Bluterguss im Schulterbereich und Blut im Gesicht ohne erkennbare Verletzung.
Da ich auch am 29.9.25 einen Sturz hatte ... Man zuckt unweigerlich zusammen, wenn man solche Sätze liest. Es ist schon ein fragwürdiges Hobby, was wir hier haben. Herrje ...
 
...

Du hast schon Recht. Wir haben ein fragwürdiges Hobby. Ich würde ja auch aufhören, wenn ich könnte.

Ich möchte nicht unsensibel klingen, aber - fahre ich dann kein Motorrad mehr und schlendere statt dessen zu Fuß durch die Stadt, fährt mich irgendein unkonzentrierter Spinner auf dem Bürgersteig um. Radfahren oder reiten ginge ebenfalls nicht, zu gefährlich. Und Autofahren? Schlimme Unfälle passieren jeden Tag reichlich auf deutschen Straßen. Hänge ich dann Zuhause herum und bastele aus Langeweile an etwas elektrischem, fange ich mir mit ein wenig Ungeschick einen tödlichen Stromschlag ein.
Merke: nicht Motorradfahren ist auch keine Lösung.
 
Kein aber: Du klingst unsensibel. Das soll aber nicht unser Problem sein, sondern das der anderen. Warum auf so ein schönes Hobby verzichten? Wie Du richtig sagst: Kein Moped ist auch keine Lösung!
 
Rein mal zur info, die Statistik und Gründe für Motorradunfälle bisher in 2025 in Österreich.

Finde ich doch interessant zu lesen

https://noe.orf.at/stories/3329827/

Auszug daraus:

88 Prozent der tödlichen Motorradunfälle wurden laut ÖAMTC von den Lenkenden selbst verursacht. Besonders häufig sind Alleinunfälle (40 Prozent) sowie Unfälle im Begegnungsverkehr (27 Prozent). Als Hauptursachen nennt ÖAMTC-Experte Robert Kolerovic Fehleinschätzungen des eigenen Fahrkönnens, zu hohe Risikobereitschaft und nicht angepasstes Tempo. Besonders gefährdet seien Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger und Biker mit wenig Routine.

Und meine persönliche Meinung:

Hin und wieder an einem Fahrsicherheits-, Geschicklichkeits- oder Kurventraining teilnehmen ist wirklich essentiell - gerade auch für vermeintliche Routiniers.

Persönlich finde ich die mentale Vorbereitung bzw. Einstellung fast noch wichtiger als Trainings.

Und damit es nicht missverstanden wird:
Trainings sind immer gut.
Aber wenn man im Kopf nicht dabei ist, hilft es halt weniger.
 
Kann ich nur beipflichten. Hatte mich mal auf eine schöne Runde mit ein paar Kollegen gefreut. Moped aus der Garage, losgefahren und nach 10 Minuten wieder zurück. Lief nicht, warum auch immer - habe mich nicht wohl gefühlt und das Moped wieder in die Garage gestellt. Wer weiß, wofür es gut war.
 
hatte im Mai 19 einen Abflug in einer vlcht.35°Linkskurve, weil das Vorderrad keine Seitenführung mehr hatte bei ca. 110. Glück im Unglück: re neben der Fahrbahn war aufgeweichte Wiese (c. 1,5 mtr tiefer, hab mich bestimmt 6 od.7x in der Wiese gerollt, Mopped (damals K16GT) war noch fahrbereit(!) Nachdem man mir geholfen hatte, das Mopped wieder auf die Straße zu stellen, hab ich festgestellt, das in der Kurve eine dünne Spur Düngekügelchen lagen, die vermtl. ein Bauer vom Trecker verloren hatte. Hatte zwar etwas Schmerzen, bin aber dann noch 35km mit der K Nachhause gefahren. Als dann die Schmerzen deutlich mehr wurden, mal zur Ambulanz ins KHS, Ergebnis: Schlüsselbein und 4 Rippen li kaputt. Übernächster Tag Schlüsselbein OP, Rippen sind so geheilt. Linke Seite der K verkratzt, Spiegel kaputt, das wars! Befreundeter Lacker hats gerichtet, nachdem ich die Teile demoniert hatte. Die Krönung des ganzen war, daß ein Freund ca. 30mtr vor mir parallel abgeflogen ist, sich dann eine Sehne am re Daumen abgerissen hat, und seine Bandit keine Fußrasten und Schalthebel mehr hatte. Jacke nach Stadler zur Rep.geschickt, hab ich heute noch :cool:
 

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