Wenn statt eines gewissens Grundvertrauens nur Misstrauen besteht, kommt kein Privatverkauf zustande.
Bin ich sicher, dass das Motorrad dem Verkäufer gehört, sturz- und unfallfrei ist, die Laufleistung stimmt etc. / Sind vorgelegte Papiere echt und ist es auch das Bargeld? Alles gar nicht so einfach. Wer von uns echte von falschen Dokumenten oder Scheinen zweifelsfrei unterscheiden kann, ist wahrscheinlich Mitarbeiter von Strafverfolgungsorganen.
Wollte mir vor zwei Jahren ein Gebrauchtmotorrad kaufen, Kontakt per e-Mail: Ist die noch zu haben? Ja, klar. Wollte Besichtigungstermin ausmachen, aber der Verkäufer meldete sich eine volle Woche lang nicht. Dann schließlich doch, der Verkauf solle innerhalb der nächsten 3 Tage über die Bühne gehen, dann sei er für zwei Monate im Ausland. Ich traf ihn, Probefahrt zusammen gemacht (er auf einer anderen Maschine), Objekt überzeugte mich, soweit alles klar. Aber er sei nicht der Eigentümer, verkaufe sie für einen Kumpel. Zwei Tage später sollte es dann zum Tausch Bares gegen Maschine mit Dokumenten kommen, wieder ohne den Eigentümer. Im Netz stöbere ich derweil nach Alternativen und finde die gleiche Maschine in Ratingen wieder: gleiches Baujahr, Laufleistung und Ausstattung. Sogar die Bilder waren identisch, Preis etwas günstiger. Alles ziemlich obskur. Hab dann ein bisschen zum Verkäufer recherchiert und fand ein paar Hinweise.
Ich habe den Kauf dennoch getätigt, etwas Skepsis schwang bis zuletzt mit, doch für alles gab es eine plausible Erklärung. Die Maschine in Ratingen war allerdings ein Betrugsversuch und nachdem sie meine war, fand ich sie noch zweimal auf anderen Verkaufsplattformen. Kontakt mit den Betreibern aufgenommen und ließ sie von dort entfernen.