Motorrad-Nachrichten

.. was kann so eine Gehhilfe, was ein richtiges Motorrad nicht kann?
Dich mental darauf einstellen, dass allein der Gedanke an's Überholen (Ackerschlepper mal ausgenommen) verschwendet ist. Sprich ein leises Om und geniesse die Langsamkeit. Macht wirklich Spaß, also mir jedenfalls. Ich spiele hin und wieder mit dem Gedanken, mir auch noch einen Heinkel Tourist in die Garage zu stellen.
 
Dich mental darauf einstellen, dass allein der Gedanke an's Überholen (Ackerschlepper mal ausgenommen) verschwendet ist. Macht wirklich Spaß, also mir jedenfalls ...
Was Du damit meinst weiß ich, ähnliche Gedanken hatte ich auch mal. Es wurde bei mir damals ein 250er Roller von Yamaha, mit dem ich dann gechilled zum einkaufen, Eis essen und an die Nagoldtalsperre fahren wollte ... entschleunigt eben.
Resultat? Mit dem Ding war ich 2x beim Italiener im Nachbarort, ansonsten stand er mir mehr im Weg rum und wurde nach einer Saison verkauft.
Ich hatte den Roller günstig gebraucht gekauft und ohne Verlust wieder abgegeben ... für mich ist das halt niGS 🤷‍♂️
 
Ich war neulich hinter einer dynamisch bewegten GB350s unterwegs. Fahrer mit geschätzt 90kg. War kurzweilig, hätte ich dem Apparat vorher nicht zugetraut.
Ich selber habe die 350er und man kann sie wirklich gut bei Laune halten, wenn man den Langhuber mit seinen 21PS drehzahlgerecht bewegt. Und der "Guffel"-Sound selbst aus dem Serientopf ist fantastisch.
Die 500er hat zwar "nur" 7PS mehr, ist aber ein Plus von rund 35% und 43Nm gegenüber 29Nm. Ist gewiss noch spaßiger. Wird sie im Verhältnis zu einem ähnlichen Kampfpreis wie die 350er angeboten, wird das ein Renner.
 
Ok, dann sag/frag ich anders ... was kann so eine Gehhilfe, was ein richtiges Motorrad nicht kann?
Schwierig zu beantworten, aber lass es mich mit Gegenfragen versuchen: Was kann eine Dampflok, was eine E-Lok nicht kann? Die Dampf-Dinger sind lahm, machen Dreck + Gestank wie die Pest und müssen 4h vorgeheizt werden, bevors losgehen kann. Warum gibts so trotzdem so viele Dampflok-Fans?
Warum hat ein Abiturkollege und (inzwischen ehemaliger) Tornadopilot immer erzählt, dass die altgedienten Flieger mit leuchtenden Augen von der Starfighter-Ka**rübe schwärmen? Warum tut sich Porsche mit dem Absatz der E-Mobile so schwer, während gleichzeitig für alte luftgekühlte 911er Preise gezahlt werden, die einem die Farbe aus dem Gesicht nehmen? Warum haben manche deiner Marken-Kollegen neben ihrer aktuellen BMW noch eine R25/x oder vielleicht auch einen 2V-Boxer "zur besonderen Verwendung" daheim?

Ich würde sagen es ist die alte, noch mit den Händen (be)greifbare, urwüchsige Technik mitsamt den ebenso urwüchsigen Fahreindrücken, die jemandem der darauf eingeschossen ist, alles neumodisch-perfekte einfach als langweilig und steril erscheinen lässt.
 
Schwierig zu beantworten, aber lass es mich mit Gegenfragen versuchen ....
Jo ... das muss und kann ja jeder sehr gerne für sich selbst entscheiden. Was für den Einen der absolute Traum ist, reizt den Anderen halt 0,0. Ist ja auch gut wenn nicht Alle dasselbe machen, wollen oder kaufen. Es ist nur meine persönliche, bescheidene Sicht auf solche Dinge, hier im speziellen auf diese Art von Motorrädern.
Ansonsten gönne ich jedem seine rote oder blaue Mauritius, den 911er oder seine Junkers Ju 52 ;)
Mir gibt halt so altes Metall nix, so wenig wie ich immer das Neueste vom Neuen haben muss. Ich stehe auf bewährtes, idealerweise dem perfekten Nahes, der Funktion und seiner Bestimmung folgend. Sehr wohl wissend das auch hier wieder jeder seine eigene Sicht auf die Dinge hat.
 
Ich würde sagen es ist die alte, noch mit den Händen (be)greifbare, urwüchsige Technik mitsamt den ebenso urwüchsigen Fahreindrücken, die jemandem der darauf eingeschossen ist, alles neumodisch-perfekte einfach als langweilig und steril erscheinen lässt.

Wobei das bei den aktuellen Royal Enfields oder der Honda GB350 technisch nicht stimmt. Das sind Euro5/Euro5+ Motorräder mit dem ganzen dazu benötigten Brimborium. Davon abgesehen simuliert so eine RE Classic 350 aber durchaus das Fahrgefühl eines Klassikers.
 
Ich würde sagen es ist die alte, noch mit den Händen (be)greifbare, urwüchsige Technik mitsamt den ebenso urwüchsigen Fahreindrücken, die jemandem der darauf eingeschossen ist, alles neumodisch-perfekte einfach als langweilig und steril erscheinen lässt.

Wobei das bei den aktuellen Royal Enfields oder der Honda GB350 technisch nicht stimmt. Das sind Euro5/Euro5+ Motorräder mit dem ganzen dazu benötigten Brimborium. Davon abgesehen simuliert so eine RE Classic 350 aber durchaus das Fahrgefühl eines Klassikers.

Sorry doppelt wegen Forums-Schluckauf
 
Ok, dann sag/frag ich anders :rolleyes: ... was kann so eine Gehhilfe, was ein richtiges Motorrad nicht kann? ;)
Ähnliches wird man in einigen Jahren fragen, wenn E-Motorräder die ollen Verbrenner verdrängt haben. Alles unter der Annahme, dass Probleme der Reichweite, Gewicht, Ladezeiten und Ladeinfrastruktur dann gelöst sind. Nun, was konnten die alten Bikes objektiv besser?

Nichts. Die neuen sind spurtschneller, wartungsärmer, haben keine Startschwierigkeiten, verlieren kein Öl, machen kaum Lärm, verschwenden weniger Energie und erfordern keine besonderen Fähigkeiten beim Gasgeben oder Bremsen.

Trotzdem wird es ein paar Leute geben, die den schnaufenden, dampfenden und vibrierenden Stahlrössern nachtrauern werden.
 
Wobei das bei den aktuellen Royal Enfields oder der Honda GB350 technisch nicht stimmt. Das sind Euro5/Euro5+ Motorräder mit dem ganzen dazu benötigten Brimborium.
Auch wieder richtig. Allerdings war der letzte Bezug ja die NSU Max, die Mikko zu kaufen plant.
 
Was Du damit meinst weiß ich, ähnliche Gedanken hatte ich auch mal. Es wurde bei mir damals ein 250er Roller von Yamaha, mit dem ich dann gechilled zum einkaufen, Eis essen und an die Nagoldtalsperre fahren wollte ... entschleunigt eben.
Resultat? Mit dem Ding war ich 2x beim Italiener im Nachbarort, ansonsten stand er mir mehr im Weg rum und wurde nach einer Saison verkauft.
Ich hatte den Roller günstig gebraucht gekauft und ohne Verlust wieder abgegeben ... für mich ist das halt niGS 🤷‍♂️
Hmm ich habe eine Piaggio Beverly 350 mit 33 PS und muss sagen für die Stadt und zum kleinen Einkauf ist der Roller ein Traum Da kommt meine GSA nicht mit und zusätzlich bis auf Pickerl und Service kostet die mir nichts ,da mit der GSA und CanAm Spyder auf Wechselkennzeichen angemeldet.
 
Zu den ganz alten Motorrädern (siehe Exoten): Hier bewegt man sich sehr häufig in der entsprechenden Szene, wo gemeinsame Ausfahrten, Treffen und Ausstellungen ein wesentliches Erlebnis mit anderen darstellt. Fast jeder darunter bewegt auch ein modernes Motorrad. Es ist kein entweder/oder sondern ein sowohl als auch.
 
Mein Cityhopper hat 44 PS und 160 kg und damit geht dann auch Landstrasse ganz lustig, dann mit racing-sound. Noch weniger Leistung wollte ich nicht. Noch stärker Entschleunigen kann ich, wenn ich mir eine Valium einwerfe.
 
Eine Preußische G12 für Notdienst aus dem Museum geholt, wer hätte das gedacht, das ist außergewöhnlich und interessant (y) https://www.notebookcheck.com/Verke...k-58-311-fuer-wichtige-Aufgaben.862071.0.html
oha: das ist (im ersten Teil) inhaltlich genau mein vorgenannter BNN-Link.

(Es gibt noch ein paar weitere payverwallte BNN-Dampflok-Einsatzberichte, die ich aber im Original nicht kenne - vielleicht waren die nicht in allen Regionalausgaben.)
 
Wobei das bei den aktuellen Royal Enfields oder der Honda GB350 technisch nicht stimmt. Das sind Euro5/Euro5+ Motorräder mit dem ganzen dazu benötigten Brimborium. Davon abgesehen simuliert so eine RE Classic 350 aber durchaus das Fahrgefühl eines Klassikers.
Können die 350er eigentlich irgendwas besser als die 500er Versionen von vor ein paar Jahren, also die ersten mit Zusatz efi? Die kriegt man doch gebraucht sehr gut und für deutsche Straßen sind die 150ccm mehr sicher nicht verkehrt
 
Die 350er J-Platform ist mit OHC, Zahnradprimärtrieb und Ausgleichswelle der deutlich modernere und auch haltbarere Entwurf.

Die 500er EFI sind zwar auch schon Blockmotoren (Motor, Kupplung und Getriebe im gemeinsamen Gehäuse), aber ansonsten technisch noch stark an den prähistorischen Pre Unit- Vorgängern orientiert. Also OHV (mit konstruktiv eher mäßig ausgelegtem Nockenwellenantrieb, für den es in ME Punktabzug gegeben hätte), Primärtrieb mittels Duplexkette (samt nachlässig konstruiertem Automatik-Kettenspanner, der auch schon für gerissene Ketten und damit zerstörte Motorgehäuse gesorgt hat) und selbstverständlich ohne Ausgleichswelle. Dazu ein paar Nickeligkeiten wie z.B. dass für den Zugang zum Ritzel für die Sekundärkette der halbe Motor zerlegt werden muss und dass die Inder in den 2010er Jahren allgemein noch nicht die Fertigungs- und Montagequalität hatten wie jetzt, 10 Jahre später.

Dafür ist beim EFI generell mehr Leben in der Bude, während der J-Platformmotor eher so ein kleiner Schnurri ist, der zwar für die Leistungsklasse mit relativ gutem Anzug und Drehmoment aufwartet, ansonsten aber ohne Punkt und Komma durchs Drehzahlband orgelt. Pfaff Zickzack, wie man früher so gerne gelästert hat.
 
Können die 350er eigentlich irgendwas besser als die 500er Versionen von vor ein paar Jahren, also die ersten mit Zusatz efi? Die kriegt man doch gebraucht sehr gut und für deutsche Straßen sind die 150ccm mehr sicher nicht verkehrt
Die EFIs haben durchaus noch ihre Fans. Aber direkt vergleichen kann man die mit den aktuellen 350er nicht. Das ist eine komplette Neuentwicklung, Rahmen, Motor, Elektrik, alles. Nur der Look wurde übertragen. Bei der Fahrleitung wirst du kaum einen Unterschied merken.
 
Design verfolgte lange Zeit eine Harmonisierung der Linie. Freilich "gewürzt" durch den ein oder anderen Bruch sowie das Hervorheben der primären Funktionalität.
Heute ist - für meinen Geschmack - der Bruch die dominierende Formensprache und die primäre Funktionalität wird geradezu grotesk überhöht.


Für mich stellt sich das so dar: ehemals als hässlich verschrieene Gebrauchtmotorräder gewinnen zunehmend an Charakter, Unverwechselbarkeit und Ästhetik.
Einen bizarren, austauschbaren Trümmerhaufen wie diese Honda würde ich mir im Leben nicht (mehr) kaufen.
 
Design verfolgte lange Zeit eine Harmonisierung der Linie. Freilich "gewürzt" durch den ein oder anderen Bruch sowie das Hervorheben der primären Funktionalität.
Heute ist - für meinen Geschmack - der Bruch die dominierende Formensprache und die primäre Funktionalität wird geradezu grotesk überhöht.


Für mich stellt sich das so dar: ehemals als hässlich verschrieene Gebrauchtmotorräder gewinnen zunehmend an Charakter, Unverwechselbarkeit und Ästhetik.
Einen bizarren, austauschbaren Trümmerhaufen wie diese Honda würde ich mir im Leben nicht (mehr) kaufen.

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Das erinnert mich an was. Sogar zwei Gedanken.

- Karl Dall

- Meine Nase, wenn das Schnupfenspray zu wirken beginnt.

Design oder nicht Sein, das ist hier die Frage.
 
Design verfolgte lange Zeit eine Harmonisierung der Linie. Freilich "gewürzt" durch den ein oder anderen Bruch sowie das Hervorheben der primären Funktionalität.
Heute ist - für meinen Geschmack - der Bruch die dominierende Formensprache und die primäre Funktionalität wird geradezu grotesk überhöht.


Für mich stellt sich das so dar: ehemals als hässlich verschrieene Gebrauchtmotorräder gewinnen zunehmend an Charakter, Unverwechselbarkeit und Ästhetik.
Einen bizarren, austauschbaren Trümmerhaufen wie diese Honda würde ich mir im Leben nicht (mehr) kaufen.
Schön geschrieben. Ob sich der Geschmack was wandelt, oder die Märkte in andere Länder wandern, die einen anderen Geschmack haben. Keine Ahnung.
Bis auf die Hamsterbacken ähnelt die Honda der Yamha MT 09. Die hat allerdings eine hübsche Schwester die XSR 900.
Najo, mein Auge beleidigt die Honda nicht. Die Käufer, die einen Kompressordreizylinder kaufen wollen vielleicht auch optisch bewusst was anderes.

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Ich sehe bei der Honda V3 nichts, was eine Yamaha MT 09 mit 900ccm, 119PS und unter 190kg nicht auch könnte. Wo ist der Fortschritt?
Greislich sind beide.
 
Das erinnert mich an was. Sogar zwei Gedanken.

- Karl Dall
genau so etwas sollte ein GS Fahrer nicht betonen 😅

gerade bei der GS wurde das am Anfang oft genug beschrieben...

die schlimmste Design Sünde machte bmw motorrad mit dem "barocken Dom Gesicht" der hässlichsten Lampenverkleidung an der R1200ST.

Ich werde NIE VERGESSEN, als man uns 6 Vertriebsleiter bei bmw motorrad vom Rodger Bothmann in der Versuchswerkstatt dieses Modell zeigte. :eek:
Meine Zeit im Job war erst 3 Monate frisch...
aber ich fragte sofort, ob das noch ein Prototype sei, das man dieses unbedingt ändern müsste...

"nein-das ist Fertig in Serie, da kann man nichts mehr ändern, würde über 100.000 Euro kosten :ROFLMAO:"

der bayrische Kollege tönte dann zum Rodger: damit stellen wir eine Benchmark ...
(ich hätte mich fast übergeben...):sick:

Diese 1200ST sollte ja der Nachfolger der 1200S sein, ich bekam das kalte Grauen...

Als ich diese als Dienstmotorrad fahren musste, habe ich sie immer geradeaus in die Garage gefahren...
damit ich beim Öffnen des Tores nicht in das hässliche Gesicht des Bikes sehen musste,
sondern draufsitzen und rückwärts raus schieben und dann losfahren.

Alle anderen Motorräder schiebe ich immer rückwärts in die Garage und erfreue mich am Gesicht des Motorrades, wenn ich das Tor öffne.

Vom Fahren war die bmw 1200ST ganz prima, aber die Optik blieb Scheisse...
natürlich blieb sie nicht lange in Produktion...
der Kundenkreis nahm sie nicht großartig an, sie wurde über Vorführer und Lagermotorrad ins Netz gedrückt.

Gruß
Holger
 
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