Leck's a.A. - Was 'ne geile Tagestour (Elsass-Vogesen-Schwarzwald) mal wieder...

Teil II - Fortsetzung.....

....hinterm "Soldaten" wird es einsam....aber zunächst mal...hoch Richtung Col du Donon ☺️

...ich liebe diese Schilder.....
1777398815077.png

ein echtes "Leckerlie" hier in der Gegend - Immer wenig los hier und superschön einsam den Berg hinauf....laufen lassen.
1777398876146.png


Weiter oben auf ca. 800m kommt ein nettes Hinweisschildchen. das wir uns im Elsass befinden.
Stimmt - MAchen wir aber doch schon die ganze Zeit ;)

Rechts daneben (hier nicht im Bild) ist ein kleiner deutscher Soldatenfriedhof.
1777400407248.png

Etwas weiter dann die grandiose Aussicht Richtung Rheinebene - Weit am Horizont kann man
gerade noch die Umrisse des Schwarzwaldes erkennen. Der Kamm im Vordergrund ist es nicht.
1777402477457.png


Ok, ganz bis zum Col du Donon fahre ich nicht, da ich dann nicht mehr dahin komme wo ich hin möchte. Ich biege also vorher rechts ab
und fahre in etwa genauso so ein geiles Sträßchen wieder hinunter - sogar besser asphaltiert, als ich hochgekommen bin.
Tip - Wer den Col Du Donon nicht kennt (ist nur ein kleine Stückchen weiter) : Da gibt's ein Restaurant und man kann gut einkehren -
Ist auch gerne ein Treffpunkt für Mopedfahrer.
und....man kann dort auch übernachten - ist nicht ganz günstig und auch des Öfteren Ausgebucht.

Die Gegend hier ist wirklich einsam - und da wo ich jetzt runter fahre bin ich glaube ich auch noch nie entlang.
Mein Ziel ist in etwa der Lac de Pierre-Percée. Man kommt also auch ein wenig aus den Vogesen raus - auf die Rückseite sozusagen.
Und dieser Teil gehört wohl leider zu den ärmeren Regionen Frankreichs.
Bis dahin war auch alles einmal ein Teil Deutschlands - zumindest eine Zeit lang in frühere Zeiten.
Man merkt das immer wieder an den Ortsnamen die mal mehr oder weniger noch recht Deutsch klingen.

In Badonviller mache ich halt an einem alten Sherman Panzer aus dem 2.ten Weltkrieg, der hier als Denkmal eingerichtet wurde.
Dazu gibt es eine bewegende Geschichte, ich habe sie mal angehängt.
1777403551346.png
1777403571129.png
1777403588016.png

Der Panzer „MORT HOMME“
Badonviller: 17. November 1944
Die Abteilung von Lieutenant Bénard kesselt die Außenbezirke von Badonviller ein, wo sich die Deutschen verschanzt haben.
Als der Panzer Mort-Homme die letzten Häuser in Richtung Bréménil erreicht, wird er von zwei Panzerfäusten getroffen, die einen der Treibstofftanks in Brand setzen. Lieutenant Bénard (Panzerkommandant), verwundet, springt in den Graben am Straßenrand, gefolgt von den Schützen Mouchard (Funker/Ladeschütze) und Campani (Richtschütze).
Korporal Champion (Fahrer) springt seinerseits nach großen Schwierigkeiten in den Graben, ist jedoch eine „menschliche Fackel“. Seinen Kameraden gelingt es, seine Kleidung zu löschen. Er wird mit einem entstellten Gesicht davonkommen, fünf Monate später wieder zu seiner Einheit zurückkehren und den Feldzug in Deutschland als Kommandant des Panzers Mort-Homme II bestreiten.
Durch den Rauch bemerkt Lieutenant Bénard einen deutschen Soldaten, der auf sie zukommt; er feuert zwei Schüsse in seine Richtung ab und verfehlt ihn. Das ist ein Glücksfall, denn der Mann ist kein anderer als der Schütze Duten (Beifahrer), der ebenfalls verwundet ist.



Die Restaurierung und das Denkmal
Der Panzer, den man heute in Badonviller sieht, ist genau das Fahrzeug von damals – ein M4A2 Sherman.
  • Vom Schrottplatz zum Denkmal: Nach dem Krieg blieb das Wrack zunächst in der Region. In den 1960er Jahren wurde es geborgen, äußerlich instand gesetzt und als Denkmal in der Nähe des Ortes aufgestellt, an dem er getroffen wurde.
  • Die große Restaurierung (2019): Zum 75. Jahrestag der Befreiung war der Panzer in einem schlechten Zustand (Rost, verblasste Farbe). Er wurde komplett sandgestrahlt, neu lackiert und die historischen Markierungen der 2e DB (2. Panzerdivision) sowie der Name „MORT HOMME“ wurden originalgetreu wieder angebracht.
  • Die Symbole: Auf der Informationstafel siehst du oben links das Wappen von Badonviller und oben rechts ein Porträt von General Leclerc, dem legendären Anführer der Division, der für viele Franzosen ein Nationalheld ist.

Warum der Name „Mort Homme“?
In der französischen Armee war es Tradition, Panzer nach berühmten Schlachten oder Regionen zu benennen. „Le Mort-Homme“ (Der Tote Mann) war ein strategisch wichtiger Hügel bei Verdun, auf dem im Ersten Weltkrieg eine der blutigsten Schlachten tobte. Mit dem Namen ehrte die Besatzung die Soldaten der Generation ihrer Väter.

Man sieht es sofort, wenn man durch die Dörfer fährt. Diese Region gehört wohl leider zu den etwas abgehängten in Frankreich
Viele baufällige Häuser zum Verkaufen und absolut nichts los - Traurig - Wobei die Bilder hier noch einigermaßen gehen.
1777404135460.png

Das schmale Häus'chen fand ich interessant, da fährt man unweigerlich links daran vorbei.
1777404347707.png


Der große Stausee Lac de Pierre-Percée ist nun nicht mehr weit und ich fahre die erste Möglichkeit gleich mal hinunter.
Ein paar Leut'chen da, aber auch hier recht einsam.
1777404622934.png 1777404637589.png
1777404647701.png

Nach einem kleinen Päus'chen geht es weiter. Unterhalb des Örtchens Pierre-Percée an anderer Stelle mache ich nochmal kurz halt.
Das Wasser dürfte auch noch recht frisch sein, deshalb hüpft da trotz 25° noch keiner wirklich hinein 😁
1777404813472.png 1777404837114.png

Unweit in Raon-l'Étape, einem etwas größeren Städtchen hier in der Gegend fahre ich nochmal zum E.Leclerc - Tanken.
Habe jetzt zwar erst 180km oder so auf dem Bock seit dem letzten Tanken in Wissembourg aber jetzt wird es wieder einsamer
und kurz bevor ich wieder nach D über die Grenze fahre tanke ich dann nochmal. Ist halt schon etwas günstiger aktuell hier.

Hier habe ich mir das gute 98er gegönnt.
1777405291450.png
So getankt und fertig.

Raon-l'Étape war definitiv der Wendepunkt meiner Tour - weiter wollte ich nicht fahren. Nun ging es also wieder in die Vogesen hinein,
die Berge hinauf und in die Rheinebene wieder hinunter rüber in den Schwarzwald. Es ist auch bereit 15.30h und ich bin seit 9.30h
etwa erst die Hälfte gefahren - Wird also langsam Zeit die Heimreise anzutreten.

Herrliche Aussichten, da hinten kommen wieder die "größeren Hügel"
1777405651540.png

1777405677183.png
Auch eine kleine abgef. Piste - das muss mal wieder.....

Geile Kurve, da kann man es krachen lassen - keiner da und bester Asphalt.
1777405740940.png


Am champ de feu kommt langsam auch Schwarzwaldhochstrassen feeling auf. Man merkt, das auch die Vogesen Hochstrasse nicht mehr
allzuweit weg ist, die berühmte "Route des Crêtes".
1777406001196.png 1777406072982.png

Wir fahren aber in die andere Richtung. In der Nähe, Natzweiler-Struthof - Schilder weisen darauf hin -
Damals Pflichtprogramm in der Schule. Ein ehemaliges NS-KZ. 😔

In der Rheinebene geht es gen' Lahr. Kurz vor der Grenze in Benfeld noch einmal den Tank voll machen und dann geht es über die Grenze bei
Ottenheim wieder über den Rhein auf den Schwarzwald zu.
1777417421931.png 1777417446158.png

Hinter Lahr ist es dann mal etwas nervig, da man einen großen Teil der Strecke nur mit 30km/h
entlang fahren darf - zusätzlich noch alles Blitzer verseucht - Wellcome to Germany. Ab Zell am Hamersbach wird es dann wieder besser.
Auch und weil es bereits spät am Nachmittag ist, ist hier natürlich nicht mehr viel los. Das merkt man schon. Mopedfahrer sind auch nicht mehr so viele
und die wenigen genießen die Strassen.
Von Zell am Hamersbach geht's über Oppenau hoch auf die Schwarzwald Hochstrasse. Sehr schön - Nicht mehr viel los. Langsam wird es auch frisch.
Ein kurzer Stop am Mummelsee - Normalerweise ziemlich touristenverseuchtes Gebiet - Aber nun recht ruhig. Ein schöner Blick hinunter über einen fast leeren Parkplatz
in Richtung Rheinebene - Es ist bereits 19.00h und es wird auch frischer bei 13°
1777406947358.png 1777407005415.png


Ein Schild'chen Bild in der Nähe vom Bühler Hof auf der Hochstrasse darf natürlich auch nicht fehlen.
1777407246767.png

Das letzte Stück der Schwarzwaldhochstrasse, B500 runter nach Lichtental, scheint es die "Dorfjugend" gerne
"krachen zu lassen" - Mir kommen ein paar "Bekloppte" entgegen und überholen, wo die Kumpels in der Applauskurve
warten um Content Videos zu kreieren. Sie heizen dort dauern hoch un runter - Bin froh, als ich endlich weg aus diesem
Abschnitt war.

Drüben auf der andere Seite ein Stückchen die "rote Lache" hinauf am Schloß Eberstein vorbei.
Ein letzter Blick hinauf in das schöne Murgtal.
1777407814118.png
1777407850975.png

Es ist bereits kurz vor 20.00h und es reicht langsam für heute. Also runter das Tal, bei Rastatt auf die Autobahn und die letzten
100km ab nach Hause........

Zuhause angekommen gegen 21.00h - Etwas vedaddelt, recht "groggy" aber "glücklich"
1777408088377.png



Epilog:
Das war mein Tagestrip am letzten Sonntag. Im nachhinein eine recht heftige Tour von gut 600km. Ich bin gegen 9.30h
gestartet und war gegen 21.00h wieder zu Hause - Also 11,5h "auf dem Bock". Die kurzen Pausen die ich gemacht habe,
dürfte sich vielleicht so auf eine gute Stunde summieren - lass es mal 1,5h gewesen sein.
Gestern am Montag merkte ich es noch gut "in den Knochen" - Auch heute noch gibt es körperlich ein paar "Nachwehen".
Ich wollte es aber so und bereue es nicht - Denn es war mal wieder echt geil.....

In diesem Sinne, ich freue mich wenn es Euch gefallen hat und ich hänge hier noch die nahezu komplette Tour
(ohne meinen direkten Wohnort) an. Dafür aber die bereits korrigierte Version - Also jene Tour, die ich dann auch tatsächlich
gefahren bin. Die Wegpunkte in Kurviger sind einigermaßen Sinnvoll benannt.
Wenn Ihr noch Fragen habt, meldet Euch gerne.

Die Elsass - Extrem Tour findet ihr in meinem neuen Ordner "Give Aways"
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank, war sehr kurzweilig zu lesen und hat Appetit auf das Elsass gemacht.
 
lesenswerte Tourbericht, ja das Elsass hat viele schöne Strecken und wer Route forestière mag kann versteckte Ecken finden. Ich bin mindesten 2 Mal im Jahr im Elsass unterwegs und finde immer noch Strecken abseits der Hauptrouten. Den Schwarzwald meide ich .
 
Genau so seh ich das auch! So 2-3 Mal im Jahr muss das einfach sein.
In dem Bereich der Vogesen war ich noch nicht, super Anregung mit An und Abfahrt von mir kommt das etwa gleich hin. Ist demnächst fällig.😉
 
Servus Dirk,
ein toller Reisebericht mit sehr schönen Bildern. (y)
Wirklich eine tolle Gegend und wir haben das schon eine gefühlte Ewigkeit auf der Löffelliste.
Leider ist die Destination von uns aus schon arg weit und immer wenn´s mal auf die Tourenliste kommt , geht die Fahrt dann doch wieder in die Alpen/Slowenien/Kroatien/Tschechien usw.
Naja, irgendwann wird´s schon klappen :cool:
 
Servus Dirk,
ein toller Reisebericht mit sehr schönen Bildern. (y)
Wirklich eine tolle Gegend und wir haben das schon eine gefühlte Ewigkeit auf der Löffelliste.
Leider ist die Destination von uns aus schon arg weit und immer wenn´s mal auf die Tourenliste kommt , geht die Fahrt dann doch wieder in die Alpen/Slowenien/Kroatien/Tschechien usw.
Naja, irgendwann wird´s schon klappen :cool:
Naja, irgendwann muss man mal den inneren Schweinehund überwinden. Sagen wir mal so: Die Rheinebene links und rechts - Angefangen von Basel bis runter Frankfurt, da kannst Du Dich beiderseits prima locker eine Woche lang austoben. Da gibt es so viele schöne Gegenden und Strecken entweder auf der linken Seite die Vogesen, übergehend in den Pfälzer Wald und das Rheingau oder auf der rechten Seite der Schwarzwald, Odenwald bis Spessart oder Taunus - Hinzu kommt dann noch das dann doch etwas andere flair auf der französischen Seite - Kurz, wenn du da noch nie warst, wird es Zeit.
Und wenn Du gerne Wein trinkst (am Abend) - Dann sowieso - .die Weinstrasse hat superschöne kleine Dörf'chen und besonders in der Pfalz ist irgendwo jedes Wochenende immer mindestens ein Weinfest - Die "Pälzer" sind sehr gesellige Menschen, da findet man auch schnell Anschluss.
Hier gibt den Pfälzer Almanach dazu 😁
 
Zuletzt bearbeitet:
Glaub mir, das lohnt sich, war heute außerdem fast allein unterwegs
Ja, das Elsass ist immer noch recht einsam, besonders verglichen mit dem Schwarzwald und besonders, wenn man nicht gerade am Wochenende auf der "Routes de Cretes" unterwegs ist.
 
Naja, hier kann es sich auch schnell zuziehen. (Regen)Wetter kommt meist von Frankreich (Atlantik) rüber und grade im Schwarzwald haut es dann gerne mal Unwetterartig rein.
 
Klar, das kann immer passieren, wo Berge im Spiel sind.
Mir is es vor drei Jahren so gegangen: wochenlang Bombenwetter in Norwegen, alles geplant. Prima.
Volker hat Urlaub und JETZT liefert der Atlantik Tiefdruckgebiete in Serie.
ok, dann Frankreich - Land unter für Wochen.
Schweiz genauso… DANKE!! 😤😤
Mit der Frage „Wo is die nächsten Wochen halbwegs sicher keine Sintflut angesagt?“ wurde es dann der Balkan. Ein geiler Trip.
Kann ja umgekehrt genauso laufen.
 
Danke Leute für den Ansporn(y)
und Danke Dirk für den tollen Reisebericht samt Fotos.
Ich war ja schon zig mal mal in Freiburg (hier studiert meine Nichte) und dienstlich schon etliche Male in Stauffen im Breisgau.
Natürlich durfte Eguisheim in France nicht fehlen (hier sind wir immer mit zig Käsesorten nach Hause gefahren).
Jedesmal sagten wir uns dann, da machen wir mal ausgiebig Mopedurlaub.
Naja, es ist halt immer noch geplant :rolleyes:
 
Zurück
Oben Unten