Moin Klaus,
....aber in Krisengebiete mit so viel Schwierigkeiten schon bei der Einreise und auch unterwegs....
Regierungen sind das eine, die Menschen das andere. Und um Kontakt zu den Menschen zu bekommen, muss man evtl. die ein oder andere Kröte schlucken.
Der Iran war, als Sie einreiste, noch kein Kriegsgebiet und was ihren Aufenthalt in Afghanistan angeht, hat sie mMn ganz gut beschrieben, wie ihre Motivation hinsichtlich der Taliban dahinter war. Pakistan mit seinen Polizeieskorten, China, wo es Benzin nur dann gibt, wenn einen die Regierung für wert erachtet, Saudi-Arabien, wo man Todestrafen jetzt nicht mehr öffentlich vollstreckt (Hurra

)...wirkt auf uns Mitteleuropäer sicher mehr als befremdlich und negativ. Gleichzeitig verbergen sich dahinter auch Begegnungen (Bing und Familie, die Bewohner im Kalash- oder dem Bartang-Tal?), die erahnen lassen, wie unterschiedlich sich die Welt abseits der großen Politik doch anfühlen kann. Jede Menge Hilfe im Wadi in Saudi-Arabien. Auch der Yemen besteht nicht nur aus den Huthi.
....dann Waschbrettpisten wie ich schrieb zig KM geradeaus nur ankommen....
Es ist eine Binse, aber manchmal ist die direkte Verbindung zwischen zwei Punkten einfach doch eine Gerade? Man muss wohl auch berücksichtigen, dass diejenigen, die diese "Tracks" durch rege Benutzung angelegt haben, dabei nicht nach fahrerischem Genuss streben, sondern einfach nur möglichst ökonomisch ankommen wollen. Und, gerade am Beispiel Bartang-Tal-Ausstieg: Machmal gibt es in der Alternative keinen Weg zurück. Da hilft einfach nur Augen zu und durch.
Gleichzeitig erinnert mich das Durchqueren von Steppengebieten auch immer an Fahrten z.B. in den französichen Seealpen, wo es zu den 7 Todsünden zählt, die angelegten Wege und alten Militärstraßen zu verlassen. Wo man die oberste Bodenschicht mit den Reifen aufreisst, hat die Erosion im Nachgang leichtes Spiel? (Da kann aber sicher
@Klausmong mehr fundiertes Wissen dazu beitragen, ob ich damit auch für Steppengebiete richtig liege).
Was mich da wirklich interessiert hätte an Technik ( Spritverbrauch Wartungen Reifenfrage unterwegs ) und Lösungen, sickert nur ganz spärlich mal durch.. ( Gasblasenbildung in großen Höhen/ Dampfdruck/ Belüftung zu/ Federbein defekt..)
Ich verstehe den Vlog in erster Linie als Reisebericht und nicht als Schrauber-1x1. Auch wenn, sofern ich mich recht erinnere, eine der Kernthemen der Reise ist, ob sich ein solches Unterfangen mit Technik durchführen lässt, die im Kern inzwischen 30-40 Jahre alt ist? Wobei sie mMn auf die auftretenden Probleme schon recht ausführlich eingeht:
- Der Ersatzkabelbaum und weitere Back-up-Lösungen, die Moritz Kullmann in die XT integriert hat.
- Die elektrischen Probleme nach dem Diebstahlversuch im Irak und dem Durchschneiden eines Teils des Kabelbaums.
- Die Probleme mit den Nachbau-Luftfiltereinsätzen, die schließlich zum massiven Ölverbrauch auf der Reise und Kolbentausch auf Übermaß in Ulaanbaatar geführt haben.
- Leistungsverlust in größeren Höhen durch die Vergaserbedüsung, die man aber bewußt auf Meereshöhe belassen hat.
- Probleme mit den Zusatz-Spritfiltern.
- etc.
Nicht zuletzt auch, dass sie einen Teil des Gepäcks zerstört oder verloren hat

(wohl dem, der einen Sponsor wie MoskoMoto hat), dass die Visierbefestigung sich verabschiedet hat, dass die Scheibe der Crossbrille gebrochen ist...von verlorenen Papieren, Sommerhandschuhen, Deckeln von Reservebenzinbeuteln (die sich irgendwann in Gänze in Wohlgefallen aufgelöst haben) mal ganz zu schweigen. Wird alles thematisiert, eigentlich auch inkl. des Lösungsweges/der Rückfallebene: "Kann ich jetzt nichts machen, muss ich entweder was improvisieren oder erstmal aushalten."