Tirol: Motorrad-Fahrverbote könnten ausgeweitet werden

Auch wenn ich mir damit nicht nur Freunde mache: Ich finde das i.o. Der Lärmterrorismus nervt gewaltig. Und wer keine andere Möglichkeit hat, sein eigenes Ego zu füttern, also über das Terrorisieren anderer Leute, der soll bitte dort fahren, wo ich nicht bin.
 
Ich habe die Google-KI mal gebeten, die aktuelle Lage in Tirol zusammenzufassen:


Zusammenfassend stellt sich die aktuelle Lage bezüglich einer potenziellen Erweiterung des 95 dB(A)-Fahrverbots in Tirol auf Basis der verschiedenen regionalen und überregionalen Berichte wie folgt dar:

1. Der aktuelle Status des Verfahrens
  • Offizieller Prüfauftrag erteilt: Das Tiroler Landesparlament (Landtag) hat die Landesregierung formal beauftragt zu prüfen, ob die bestehenden Verbotszonen im Bezirk Reutte räumlich ausgedehnt oder zeitlich verlängert werden sollen.
  • Keine sofortige Änderung: Bis zum Abschluss dieser behördlichen Evaluierung bleibt die bestehende Regelung für laute Motorräder (> 95 dB(A) Standgeräusch) auf den bekannten sechs Strecken im Außerfern unverändert aktiv.



2. Die Kernursache: Problem des „Ausweichverkehrs“
  • Verlagerung des Lärms: Die Berichte zeigen ein klassisches Dilemma: Während die Lärmschutzmaßnahmen auf den bisher gesperrten Strecken (z. B. Lechtal- oder Tannheimerstraße) eine spürbare Entlastung für die Anwohner brachten, weichen laute Fahrzeuge nun vermehrt auf Strecken aus, die bisher nicht reglementiert sind.
  • Politischer Druck: Anwohnerbeschwerden über den neu entstandenen Lärm auf diesen Ausweichrouten haben die Tiroler Grünen dazu bewogen, die Initiative im Landtag einzubringen.



3. Konkret zur Debatte stehende Erweiterungen
Die Behörden konzentrieren sich bei der Prüfung auf zwei primäre Zonen im Außerfern:
  • Die Engetalstraße (L 261): Diese kurvenreiche Landesstraße verbindet Grän im Tannheimer Tal direkt über die Grenze mit Pfronten im bayerischen Allgäu. Sie leidet besonders unter dem zunehmenden grenzüberschreitenden Ausweich- und Motorradtourismus.
  • Die Ehenbichler Landesstraße: Eine regionale Straße im oberen Lechtal, die ebenfalls durch verlagerten Lärm stark belastet wird.



4. Ein neues Novum: Ausweitung auf Sportwagen
  • Zweispurige Fahrzeuge im Visier: Ein zentraler neuer Aspekt in den aktuellen Bestrebungen ist, dass die Beschränkungen nicht mehr nur für Motorräder gelten sollen. Die Fachabteilungen des Landes untersuchen nun parallel den Lärmanteil von hochmotorisierten Sportwagen (insbesondere Pkw mit modifizierten Klappenauspuffanlagen).
  • Die rechtliche Herausforderung: Da die bisherige gesetzliche Grundlage explizit auf einspurige Kraftfahrzeuge ausgelegt ist, prüfen die Juristen des Landes derzeit, wie eine verfassungskonforme Regelung aussehen könnte, die auch laute Autos erfasst.
Fazit: Die Debatte in Tirol bewegt sich weg von einem reinen „Motorrad-Problem“ hin zu einer allgemeinen Regulierung von lautem Freizeit- und Ausweichverkehr, wobei konkrete neue Straßensperren oder Autoverbote noch das gesetzliche Prüfverfahren durchlaufen müssen.
 
Dass das "Tiroler Modell" von drei auf weitere Straßen ausgeweitet werden soll (könnte), ist nicht wirklich überraschend.
Habe das immer erwartet und bei jedem Motorradkauf Wert darauf gelegt, das dortige Limit nicht zu überschreiten bzw. noch weiter davon weg zu bleiben.
 
Grundsätzlich richtig.
Schade finde ich es jedoch für diejenigen, die das Pech haben, eine Serienmaschine mit Serienauspuff vernünftig zu fahren, welche das Standgeräusch-Limit reisst - und da sind auch etliche wirklich seriöse japanische Motorräder dabei.

Das man dem Unwesen von in Rudeln auftretenden, gemieteten Supersportwagen in den Händen testosteronüberschäumender Machos an den Kragen möchte, finde ich nur fair und konsequent.
In den Alpen ist halt niemand allein, und sich selbstdarstellende, lärmende Petrolheads schon lange nicht.
 
Grundsätzlich richtig.
Schade finde ich es jedoch für diejenigen, die das Pech haben, eine Serienmaschine mit Serienauspuff vernünftig zu fahren, welche das Standgeräusch-Limit reisst - und da sind auch etliche wirklich seriöse japanische Motorräder dabei.
Willkürlich gewählt, erscheint mit das 95 dB-Limit nicht.
Man grenzt damit alle Supersportler aus (liegen üblicherweise bei 98 dB aufwärts), die zudem oft im Rudel und im Wettbewerbsmodus unterwegs sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi
Das Problem: Zum Einhalten der Geschwindigkeit gibt es am Fahrzeug ein Messgerät (volkstümlich "Tacho"), zum Einhalten von Krach gibt es nix.
Ich kann also nicht sagen wie laut ich bin, sondern nur ob mein Fahrzeug serienmässig ist (auch nicht durch z.B. Zach verbessert). Natürlich habe ich auch Einfluss auf mein Fahrverhalten (ich muss nicht mit 6500 1/min durch's Kaff), aber dazu gibt e nur schwammige Vorschriften.
Wie also soll ein Unvernünftiger feststellen ob er sich "erlaubt" bewegt.
Das ist eine deutsche Ansicht. Die Österreicher haben eine andere Gesetzeslage. Da dürfen die Schandis Geschwindigkeiten schätzen und evtl gilt das dann auch bei Lärm. Wobei ich wette, dass niemand richtig schätzt.
Einig sind wir vermutlich, dass das Problem an wenigen Id*oten liegt.
gerd
 
Selbst wenn es zusätzlich zum Tacho ein Messgerät zu Lärm am Motorrad gäbe, würde dieses wie auch der Tacho je nach eigener Einstellung ebenfalls ignoriert. Sonst wäre die Zubehörindustrie für alternative Auspuffanlagen schon lange nicht mehr da. Sound ist etwas emotionales, da kann man mit Argumenten zwar kommen, die werden aber nicht akzeptiert.

Das Standgeräusch bei ca. halber maximaler Drehzahl ist rechtlich nur ein Hilfsmittel und sagt über den konkreten Lärmpegel beim Vorbeifahren nichts aus. Das hängt von Motordrehzahl und Geschwindigkeit ab. Das Standgeräusch kann aber vor Ort bei einer Kontrolle einfach mit einem Mikrofon gemessen werden. Insofern ist klar, warum das gewählt wurde. Wer mit einem Motorrad mit einem Standgeräusch von 90 dB mit 80% der Maximaldrehzahl fährt, reißt mit hoher Wahrscheinlichkeit den akzeptierten Lärmpegel der Anwohner, auch mit der GS. Wenn man sich die Werte aus dem Fahrzyklus der Homologation betrachtet, ist der Lärmpegel bei den Messpunkten tatsächlich leise. Nur fährt so niemand durch die Gegend. Dreimal darf man raten, wer bei der Definition alles Lobbyarbeit betrieben hat.

Um das in den Griff zu bekommen, müsste man einen zulässigen Maximalwert in jedem Drehzahlbereich bei verschiedenen Geschwindigkeiten definieren. Ich glaube nicht, dass so etwa sehr schnell kommt.

Das Problem ist, dass Lärm auf Dauer tatsächlich krank macht. Auch die Autoindustrie weiß das, ignoriert das aber, so lange es geht. Wenn man an einer vielbefahrenen Durchfahrtstraße wohnt und den abgestrahlten Lärm der darauf fahrenden Autos bei Regen mitbekommt, dann stammt das meiste von den Abrollgeräuschen. Die immer größer und breiter werdenden Reifen vieler Autos haben das Abrollgeräusch nur vergrößert, niemals verkleinert, machen aber optisch etwas her.

Die Menschen sind bei solchen Dingen nie selbst einsichtig (von einzelnen Personen abgesehen) und handeln im Mittel überwiegend im Eigeninteresse (da schließe ich mich natürlich ein), es geht daher kaum ohne begrenzende Vorschriften. Bei den alten Traktoren, die bei einer Demonstrationstour die Umwelt sinnlos mit Ruß und Lärm verpesten, schreit kaum jemand auf. Das sind zu seltene Ereignisse, das wird nostalgieverklärt hingenommen. Motorräder treten bei entsprechenden Strecken in Massen auf. Das ist das Problem.

Gruß
Klaus
 
Auch ohne Tacho hat man im Gefühl, ob man langsam oder schnell unterwegs ist. Für die exakte Quantifizierung hinsichtlich eines lokalen Limit taugt das eher nicht.
Ähnliches gilt für die Lärmemission, auch dafür gibt es ein Gefühl. Bei solchen, die ihrer Umwelt ihre eigenen Vorstellungen aufzwängen müssen, fehlt es dann oft.
 
Die Österreicher haben eine andere Gesetzeslage. Da dürfen die Schandis Geschwindigkeiten schätzen und evtl gilt das dann auch bei Lärm. Wobei ich wette, dass niemand richtig schätzt.

Stimmt so nicht ganz.

Das "Schätzen" ist an sehr genaue Regeln festgemacht, die man schwer erreichen kann.
Und in der Praxis kommt das kaum mehr vor seit es Laserkanonen gibt.

Hier die Info:

Ja, die österreichische Polizei darf die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs unter bestimmten Voraussetzungen rein nach Schätzung (mit „freiem Auge“) feststellen und bestrafen. [1, 2]

Die Voraussetzungen für eine Schätzung in Österreich
    • Ausbildung: Der schätzende Beamte muss verkehrstechnisch geschult und erfahren sein. [1, 2]
    • Beobachtungsstrecke: Das Fahrzeug muss den Beamten passieren, sodass Herannahen und Weiterfahren über eine Strecke von mindestens 100 Metern beobachtet werden können. [1, 2]
    • Art der Überschreitung: Zulässig ist dies in der Praxis meist nur bei deutlichen, offensichtlichen Überschreitungen (in der Regel bis maximal ca. 30 km/h über dem Limit). [1, 2]
    • Praktische Bedeutung: Heute kommt das aufgrund moderner Technik (Laser, Radar, geeichte Tachos) nur noch in seltenen Ausnahmefällen vor. [1, 2]


Einig sind wir vermutlich, dass das Problem an wenigen Id*oten liegt.
gerd

Leider ja.
Erst vor ein paar Tagen wieder einen erlebt, der Minte "Loud pipes save lifes"
Und der war extrem.

Wird schon stimmen, wenn der so weitermacht wird er nicht mehr damit fahren und dann passiert auch nix
 
Willkürlich gewählt, erscheint mit das 95 dB-Limit nicht.
Man grenzt damit alle Supersportler aus (liegen üblicherweise bei 98 dB aufwärts), die zudem oft im Rudel und im Wettbewerbsmodus unterwegs sind.
Und beispielsweise viele H-D's, bei denen unter fragwürdigen Umständen nach Einzelabnahmen (Auspuff, Luftfilter etc) das gesetzlich begrenzte Fahrgeräusch in den Papieren beibehalten, der Standgeräuschwert aber auf über 100 dB(A) erhöht wurde.
 
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