TET Finnland 2026 - Solo Tour

Guten Abend,
die Fortsetzung zum Feierabend....

Mittwoch 10.Juni -On-Road-
Gegen 05:00 klopfen erste Tropfen aufs Zeltdach.
Oha, jetzt aber schnell das Camp abbauen.
Gerade geschafft alles zu verstauen, da öffnete der Himmel seine Schleusen.

Es gab eine kleine Hütte in der sich der Regen mit Kaffee & Frühstück aussitzen ließ.

Gegen 10:30 Uhr zeigten sich erste Wolkenlücken und es wurde Zeit aufzubrechen.
Bei windig und regnerischen Wetter ging es über die 348 Piste direkt zur E4 Richtung Süden.

Offenbar hatte es südlich mehr geregnet, ein Abstecher von der Hauptstrasse zeigte schnell die Grenzen der Traktion auf.
Kleines Highlight war die Überfahrung der Höga Kusten Brücke.

Ziel heute war das Scandic in Sundvall, ein eher schlichter Bau aber direkt an der E4.

Tagesetappe nur 220 km


Von "super schön" zu "super nass" :cry:
Tag06.10.-Regen.jpeg

Zum Übernachten nicht geeignet, aber für ein Frühstück im Trockenen genau das Richtige
Tag06.10.-Hütte.jpeg

Tag06.10.-Frühstück.jpeg

PP Pause mit Rutschgarantie
Tag06.10.-OffRoad1.jpeg

Tag06.10.-OffRoad2.jpeg

Höga Kusten Brücke (Wetter passte nicht, daher ein Foto aus 2025)
Tag06.10-HögaKusten.jpeg

Route
Tag06.10.-Trail.jpeg

Gruß
GB
 
Guten Abend,
Kurs Heimat...

Donnerstag, 11.Juni -Long way home-
Gestern Abend hatte ich die Fähre Göteburg-Kiel für den 12.06. gebucht.

Mit 290 EUR kein Schnapper, kurzfristiges Buchen ist idR immer teurer.
Die Alternative „Malmö - Öresund - Dänemark - Fehmarn“ hätten 500km extra bedeutet, somit eine zusätzliche Übernachtung, Brückenmaut, plus Scandlines Fähre.
Sparpotential sieht anders aus und ich mag die Fährfahrt über Nacht.

Bis Göteborg Hafen sind es noch rund 900km, also heute ordentlich km abreissen.

Ein kleiner Umweg musste aber sein: Besuch der „Gruva“ in Falun.
Auf dem Gelände des Bergwerkes gibt es ein kleines Café mit frischen Kuchen und allerlei Trödelkram.
Infos

Selbst ohne Süßspeisen lohnt ein Besuch der Anlage.
Wer Lust auf eine Führung "unter Tage" verspürt, sollte diese besser vorab buchen.
Infos
https://www.falugruva.se/

Während der kleinen „Fika“ (schwedisch für Kaffeepause) hatte ich als Tagesziel Örebro definiert.

Im Scandic Örebro Väst gab es bezahlbare Zimmer.
Das Hotel lag verkehrsgünstig nahe der Fernstrasse E18, leider waren die Parkflächen offen.
Auf Nachfrage bekam mein Bike einen Platz in Nähe der Rezeption.

Im Restaurant noch einen Burger mit Feierabendbier, es könnte schlechter laufen 😋

Tagesetappe 480 km

Für die finale Etappe gab es noch einen "kleinen Umweg" mit Spaßpotential...


"Gruva" in Falun, spektakulärer Blick in die Grube des Bergwerks
Tag06.11.-Gruva.jpeg

"Fika" mit selbstgebackenen Kuchen - das kleine Café findet sich rechts der Grube...
Tag06.11.-Kuchen.jpeg

Dinner
Tag06.11.-Dinner.jpeg


Route
Tag06.11.-Trail.jpeg
 
Moin,
es geht ins Finale....
Für die Statistiker finden sich unter den Fotos ein paar Reisedaten.
Zum Thema "TET FIN" schreibe ich noch...

Freitag, 12. Juni -schwedische Achterbahn-
Heute früh aus den Federn, die Fähre wartet nicht.

Ich hatte mich für die längere Anreise entschieden, da ich den "Brudsfjällvägen"
-die kurvenreichste Strasse in ganz Schweden- abfahren wollte.

Eine kleine Achterbahn, fahrerisch nicht spektakulär, aber die Strasse ist eng und der Zustand oft schlecht.
Die größte Gefahr geht jedoch von den "Locals" aus, die völlig sorglos die Gegenfahrbahn (mit-) nutzen.
Ist jetzt nichts für die "Bucket-List", aber wenn Route und Wetter passen, ganz nett.

Infos
https://www.vastsverige.com/bengtsfors/produkter/brudfjallsvagen/

Die letzten Kilometer bis Göteborg waren zügig abgespult, insgesamt sind 420km zusammen gekommen.
Nochmal den Tank mit günstigen schwedischen Sprit füllen und anschließend zum Boarding auf die Stena Germanica.

Für den nächsten Morgen war das Frühstücksbuffet gebucht und so wollte ich nicht noch am Abend die „Schlacht am Buffet“ bestreiten.
Stattdessen gab es einen Krabbentoast mit Weisswein zu Abend.

Ankunft am Samstag in Kiel bei typisch norddeutschen Wetter = Regen & Wind.

FunFact: auf der Fähre drei Norweger getroffen: 1x Ducati Desert, 2x Tenere auf dem Weg in die Alpen.
Bikes, Klamotten, Gepäcksysteme alles nagelneu :unsure:
Deren Tagesziel: Kiel - Regensburg über Landstrasse…Good Luck :LOL:

Mir reichten die 210 nassen & windigen Kilometer Heim.

Ein Trip an den ich noch lange denken werde, mit vielen Eindrücken, tollen Begegnungen endet nach 19 Tagen.

An alle die Bedenken wegen Solo Trips haben oder immer auf den "richtigen" Moment warten:
schiebt nichts auf, die Zeit kommt nicht wieder !
Tag06.12.Steward.jpg

Danke für die vielen "Likes"
Gruß
GB


Brudsfjällvägen "on-board"
Tag06.12.-Brudsfjällvägen2.jpg

und "off-board"
Tag06.12.-Brudsfjällvägen1.jpg

die Strecke auf der Karte
Tag06.12.-Brudsfjällvägen.jpeg

Gerade noch rechtzeitig zum Boarding geschafft
Tag06.12.-Fähre.jpg

Dinner
Tag06.12.-Krabbentoast.jpeg

Route
Tag06.12.-Trail.jpeg

Norddeutsches Wetter :cautious:
Tag06.13.-Heimfahrt.jpg


Facts & Figures
Reisedauer 19 Tage, davon 16 Fahrtage

Gefahrene Kilometer = ca. 6.400 km

Spritkosten = 565 EUR / 292 Liter
Sprit FIN = 2,17 EUR/L
Sprit NOR = 1,92 EUR/L
Sprit SWE = 1,59 EUR/L

Unterkünfte = 1.650 EUR

Essen & Trinken = 465 EUR

Fähren = 716 EUR
 
Was für ein toller Bericht! Nicht zu knapp und nicht viel.
Die Länge deiner Tagesetappen beeindruckt mich.
Beste Grüße und gute Fahrt
 
Prima Bericht, klingt nach echtem Abenteuer (y), würde ich mich aber nicht mehr trauen, zumindest nicht alleine.....
Mein persönliches DejaVu ist immer gleich:
planen, organisieren, optimieren und je näher der Starttermin - je mehr Zweifel kommen auf.
Die größte Hürde ist im eigenen Kopf.
Einmal Unterwegs ist man schnell in der Reise „angekommen“.

Als Einzelreisender bekommt man viel schneller Kontakt und auch Hilfe, genau das macht es aus.
Dazu muss man sich auch nichts beweisen, im Zweifel umdrehen, abkürzen…

2019 hatte ich mich am ACT Portual versucht, Bericht findet sich noch in der Nachbarkneipe:
 
Vielen Dank für deinen Bericht! Ich glaube, ich muss wieder nach Skandinavien, vor allem nach Finnland (hatte oben schon mal geschrieben). Am Kap war ich 2020 in einem Corona-Zeitfenster und wurde (im Juli!) an der Schranke mit „Sie sind der 5. Deutsche hier dieses Jahr“ begrüßt. Würde dann eher auf dem TET-Schweden wieder runter fahren.
Ein paar Infos zum TET-Finnland wären noch super ;-)
 
Herzlichen Dank für den tollen Bericht und der vielen Mühe die du dir damit gemacht hast.

Skandinavien mit dem Bike zu erkunden reizt mich auch schon lange, habe bisher aber immer die lange Anreise gescheut. Da sind die Alpen im Vergleich ein Katzensprung...

Vielleicht doch mal über einen Anhänger nachdenken...
 
Vielen Dank fürs Einstellen hier im Forum!

Rund geschrieben mit schönen Fotos und vielen Infos, top!
Dir weiterhin viel Spaß bei deinen Touren und noch viele unfallfreie Kilometer.
 
Vielen Dank für deinen Bericht! Ich glaube, ich muss wieder nach Skandinavien, vor allem nach Finnland (hatte oben schon mal geschrieben). Am Kap war ich 2020 in einem Corona-Zeitfenster und wurde (im Juli!) an der Schranke mit „Sie sind der 5. Deutsche hier dieses Jahr“ begrüßt. Würde dann eher auf dem TET-Schweden wieder runter fahren.
Ein paar Infos zum TET-Finnland wären noch super ;-)

Review
zur Frage: Was macht den Unterschied zwischen (TET) Finnland und Schweden aus?

Dazu zwei Vergleiche:
-Landmasse vs Bevölkerung
FIN ist mit 339.000 km2 rund 25% kleiner als SWE mit 450.000 km2.
Allerdings gib es auch nur 5,5 Mio Finnen vs 10,5 Mio Schweden.

-Wald & Forstwirtschaft
Die Waldfläche zwischen den Ländern ist ähnlich:
SWE hat 28 Mio Hektar vs FIN 26 Mio Hektar.
Allerdings schlägt SWE jährlich ca. 100 Mio m3 Holz, FIN ca. 50-55 Mio m3..

-FIN
Genau das spiegelt sich auf den TET-FIN wieder: die Wälder sind ursprünglicher, rauer und dünner besiedelt.
Es gibt Etappen von 100km am Stück (und mehr) in denen nichts als Einsamkeit existiert. Kenne ich sonst nirgends in Europa.
Abschnitte -wie die Strecke von Salla am Loka Stausee vorbei- sind wirklich „remote“.
Überraschend viele Sandpisten.
Außerhalb größerer Städte wird es mit Quartieren schnell eng, Hütten sind oft sehr Basic.
Campingplätze öffnen kurz von Midsommar und schließen bereits Mitte August.
Die Grenzregion zu Russland verändert sich ständig, es entstehen viele militärische Versorgungswege.
Sperrzonen sind ausgeschildert und werden überwacht, Grenzschutz & Soldaten sind präsent.

-SWE
Dagegen ist der TET-SWE mit seinem Mix aus Pisten & Strassen „universeller“.
Schweden bietet eine breite Auswahl an Quartieren und touristischen Highlights.
Abseits des TET finden sich Landschaftsrouten wie der Vildmarksvägen oder das Flatruet.

Auf TET Routen ist mir jedoch die -zunehmende- Anzahl an Schlagbäumen und Schranken aufgefallen.
Gerade im Frühjahr sind diese auch verschlossen und gesichert.
Manche lassen sich umfahren andere nicht.
IdR handelt es sich um privat bewirtschafte Wege.
Im dichter besiedelten Süden und wo die Trails auf Sommerhäuser treffen, formiert sich bereits Widerstand gegen Endurofahrer.
Ab Darlana Land -nördlich von Mora- wird die Landschaft offener und ist dünner besiedelt.

Ein Garant für Kurven und gutem Wetter ist Skandinavien eher nicht, entschädigt dafür aber mit Natur und reichlich Schotter.
Trails sind in beiden Ländern gut fahrbar, je nach Wetter kann das stark variieren.
Die langen Strecken fordern Konzentration und Ausdauer:
250 km Schotter am Stück sind halt anders, als 25 km technische Piste im Balkan.

Mein persönliches Fazit:
-Schweden bietet top Infrastruktur, leichtere Trails, dazu ist Anreise einfach und der Sprit günstig.

-Finnland ist einen Ticken „wilder“, in jeder Hinsicht.
Ein „Bullerbü“ sucht man hier vergebens, mancher Ort macht einen trostlosen Eindruck.
Dafür entschädigen abwechslungsreiche Trails durch echte Wildnis.
Anreise (von DEU) bietet nur Finnlines, was sich leider auch im Preis bemerkbar macht.

Wobei ich selber mit der Section 1 in der Mitte und entlang der russischen Grenze unterwegs war.
Die Section 3 nahe der Westküste am Bottnischen Meerbusen kreuzt mehrere Städte und sollte touristischer ausgelegt sein.

Gruß
GB
 
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