7. Januar
Personalausweisgesetz § 4 Abs. 2: „Ausweise sind Eigentum der Bundesrepublik Deutschland“. Blöd jetzt, daß ich meiner Aufsichtspflicht so kümmerlich nachgekommen bin. Gestern Abend schon hatte ich den freundlichen Rezeptionisten gebeten, in Almonaster la Real um den Versand des Bundeseigentums an die aufgedruckte Anschrift zu bitten. Leider erreicht er auch heute niemanden, und langsam mache ich mir Gedanken ob der Erfolgschancen dieser Vorgehensweise. Während des Frühstücks komme ich zu dem gleichen Schluss, der jede Führungskraft zuverlässig in den Burnout treibt – wenn etwas richtig gemacht werden soll, mach es lieber selbst…
Aber ich habe ja Zeit, der Weg ist das Ziel, die Sonne scheint vom tiefblauen Himmer und die Vorhersage für den von Westen her aufkommenden Regen… optimistisch betrachtet…
So parke ich Gilette knapp drei Stunden und 240 Kilometer später im strömenden Regen zwischen den Stützmauern der Dorfkirche von Almonaster la Real und halte nach drei weiteren Minuten mein Bundeseigentum in Händen. Soweit so gut.
Mit einem Imbiß in einer Art Trucker-Taberna wärme ich mich erstmal auf und überlege, was dem Tag noch zu entlocken ist. Nach dem schnellsten Weg hierher ist nun der kürzeste Weg aus dem Regen heraus gefragt. Außerdem sind die 5 Grad unangenehm. Ok, immer noch zwanzig Grad wärmer als in Berlin, aber man hat ja seine Prinzipien.
Also ab Richtung Flachland, Kurs Süd Richtung Doñanas. Und das Glück ist mit den Tüchtigen, bald lässt der Regen soweit nach, dass ich schnell wieder dem Lockruf der verwinkelten, wenngleich zeitraubenden Nebensträßchen erliege. Zunehmend aufhellend geht es ähnlich wie gestern durch spärlich besiedelte Landschaft beiderseits des Rio Tinto südwärts. Die Stimmung hat nach dem Regen ihren ganz besonderen Charme. Es gibt kein schlechtes Wetter.
Nach Erreichen der Tiefebene um das Guadalquivir-Delta geht es an die taktische Feinplanung. Durch die Doñanas führt bekanntlich kein Weg hindurch, also ein viertes Mal durch Sevilla, wo ich heute keine meinem Bauchgefühl zusagende Unterkunft finde. Die finde ich in Carmona, laut Wikipedia einer der ältesten Orte Andalusiens, etwa 40 Kilometer östlich von Sevilla. Über verwinkelte Einbahngassen, die mein Navi ebenso wie Ortsfremde in den Wahnsinn treiben – von Verkehrsberuhigung keine Spur, die Gassen sind inklusive Gehweg oft nur so breit wie handelsübliche Mittelklasse-PKW, Fußgänger drücken sich dann eben in die Hauseingänge, dafür ist „Abbiegen in drei Zügen“ hier Standard – erreiche ich mitten im historischen Zentrum das Hotel El Rincón de las Descalzas. Gilette darf unmittelbar vor der Eingangstür parken, ich finde mein Zimmer in dem pittoresken Gebäude zweieinhalb Innenhöfe weiter. Ein heißes Vollbad nach 415 überwiegend ziemlich kalten Fahrkilometern und ich bin bereit für abendliches Sightseeing, bis dann der Tag in einer urigen Taverne ausklingt.



Personalausweisgesetz § 4 Abs. 2: „Ausweise sind Eigentum der Bundesrepublik Deutschland“. Blöd jetzt, daß ich meiner Aufsichtspflicht so kümmerlich nachgekommen bin. Gestern Abend schon hatte ich den freundlichen Rezeptionisten gebeten, in Almonaster la Real um den Versand des Bundeseigentums an die aufgedruckte Anschrift zu bitten. Leider erreicht er auch heute niemanden, und langsam mache ich mir Gedanken ob der Erfolgschancen dieser Vorgehensweise. Während des Frühstücks komme ich zu dem gleichen Schluss, der jede Führungskraft zuverlässig in den Burnout treibt – wenn etwas richtig gemacht werden soll, mach es lieber selbst…
Aber ich habe ja Zeit, der Weg ist das Ziel, die Sonne scheint vom tiefblauen Himmer und die Vorhersage für den von Westen her aufkommenden Regen… optimistisch betrachtet…
So parke ich Gilette knapp drei Stunden und 240 Kilometer später im strömenden Regen zwischen den Stützmauern der Dorfkirche von Almonaster la Real und halte nach drei weiteren Minuten mein Bundeseigentum in Händen. Soweit so gut.
Mit einem Imbiß in einer Art Trucker-Taberna wärme ich mich erstmal auf und überlege, was dem Tag noch zu entlocken ist. Nach dem schnellsten Weg hierher ist nun der kürzeste Weg aus dem Regen heraus gefragt. Außerdem sind die 5 Grad unangenehm. Ok, immer noch zwanzig Grad wärmer als in Berlin, aber man hat ja seine Prinzipien.
Also ab Richtung Flachland, Kurs Süd Richtung Doñanas. Und das Glück ist mit den Tüchtigen, bald lässt der Regen soweit nach, dass ich schnell wieder dem Lockruf der verwinkelten, wenngleich zeitraubenden Nebensträßchen erliege. Zunehmend aufhellend geht es ähnlich wie gestern durch spärlich besiedelte Landschaft beiderseits des Rio Tinto südwärts. Die Stimmung hat nach dem Regen ihren ganz besonderen Charme. Es gibt kein schlechtes Wetter.
Nach Erreichen der Tiefebene um das Guadalquivir-Delta geht es an die taktische Feinplanung. Durch die Doñanas führt bekanntlich kein Weg hindurch, also ein viertes Mal durch Sevilla, wo ich heute keine meinem Bauchgefühl zusagende Unterkunft finde. Die finde ich in Carmona, laut Wikipedia einer der ältesten Orte Andalusiens, etwa 40 Kilometer östlich von Sevilla. Über verwinkelte Einbahngassen, die mein Navi ebenso wie Ortsfremde in den Wahnsinn treiben – von Verkehrsberuhigung keine Spur, die Gassen sind inklusive Gehweg oft nur so breit wie handelsübliche Mittelklasse-PKW, Fußgänger drücken sich dann eben in die Hauseingänge, dafür ist „Abbiegen in drei Zügen“ hier Standard – erreiche ich mitten im historischen Zentrum das Hotel El Rincón de las Descalzas. Gilette darf unmittelbar vor der Eingangstür parken, ich finde mein Zimmer in dem pittoresken Gebäude zweieinhalb Innenhöfe weiter. Ein heißes Vollbad nach 415 überwiegend ziemlich kalten Fahrkilometern und ich bin bereit für abendliches Sightseeing, bis dann der Tag in einer urigen Taverne ausklingt.

























































