RDGA 2026

Ich hab mich mal angestrengt... ;):D


Dienstag Tag 1


Der große Tag ist gekommen. Es geht los. Das Stahlross ist gesattelt, das Gepäck aufgeschnallt. Um halb zwölf wollen Portos und Aramis mich abholen. Nachdem sie vorher noch den Genüssen eines ausgiebigen Frühstücks unterwegs gehuldigt haben.

Allein es wird fast halb eins ehe man das Brummen ihrer Stahlrösser vernimmt. Trotzdem wird zur Einstimmung auf die gemeinsame Reise noch ein Cappuccino verzehrt. Dann geht es los.

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Da Athos noch nicht wieder vollständig von den letzten Unbilden des Lebens genesen ist, wird bereits nach einer Stunde zügigen Rittes eine erste Pause eingelegt. Auf einem kleinen Weg stehen wir dennoch anderen Reisenden ziemlich im Weg.

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Danach war eigentlich ein Besuch der Externsteine angesagt, allein der Weg dorthin ist versperrt. Eine dieser modernen Umleitungen zwingt uns die vorgeplante Route zu verlassen. Ohne zu viel über den weiteren Verlauf unserer Reise zu verraten, das wird uns noch öfters verfolgen.

An einer Tränke für unsere Stahlrösser in der Teilstadt Horn werden sie wieder aufgefüllt. Dies für den durchaus nicht unansehnlichen Preis von 2,17 Euro pro Liter.

Kurz vor Erreichen unserer heutigen Nächtigungsstätte verspüren wir doch ein drängendes menschliches Bedürfnis. Wir wollen es hier der Einfachheit halber zukünftig P-Pause nennen.

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Etwas später kommen wir am Hotel Luisen-Mühle in Mengeringhausen an. Noch in den Reisekleidern genehmigen wir uns einen ersten Trunk aus den Zapfhähnen dieses Etablissements. Der Herbergswirt bittet uns bereits jetzt das Essen für später zu bestellen. Etwas ungewöhnlich, aber wir kommen seinem Wunsche nach.

Danach gehen wir auf unsere Zimmer um uns frisch zu machen. Die Kemenate ist ausreichend groß, die Duschgelegenheit groß. Man kann sich bewegen.

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Die Aussicht ist schön und es ist ruhig. Das verspricht einen angenehmen Schlaf.

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Den hungrigen und durstigen Musketieren wird ein mehr als ausreichendes Abendessen kredenzt.

Mein Schweinefilet mit Kartoffeltaschen bestand aus fast einem halben desselbigen. Und das zu einen mehr als wohlfeilen Preis von 19,90 Euro. Auch Portos und Aramis waren mit ihrem Essen sehr zufrieden. Der Wirt verfügt über einen guten Brauer.

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Erschöpft von des Tages Mühen begeben wir uns alsbald zu Bette.
 
Zu Athos Verteidigung sei noch gesagt, dass er nach den letzten beiden Duellen mit dem Kardiologen noch etwas derangiert ist und sich dies durch gelegentliche Nachlässigkeiten im täglichen Leben bemerkbar macht. 🥴
 
Mittwoch Tag 2


Die Nacht war nicht so erquicklich. Ich habe, warum auch immer, längere Zeit wachgelegen.

In diesen kleinen Kästchen, die die Leute heute Handys nennen, sind allerlei wissenswerte Dinge verborgen. So hat meines am Sonntag noch Dauerregen bis Mittag vorhergesagt. Dieser ist aber glücklicherweise schon in der Nacht durchgezogen.

Der Wirt hat uns ein ordentliches Frühstück zubereitet. Allerdings mussten wir die Brötchen schon am gestrigen Abende vorbestellen. Ungewöhnlich, aber effektiv. Vermindert den Abfall.

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Diese Herberge können wir guten Gewissens weiterempfehlen.

Wir freuen uns schon auf das wiedersehen mit unserem alten Roadkumpan d’Artagnan. Als Treffenspunkt haben wir ein geeignetes Kastell erwählt, die Burg des Götz von Berlichingen. Jener hat mit seinem berühmt gewordenen Ausspruch unser Verhältnis zur kirchlichen Oberhoheit treffend dargestellt.
Unsere Herberge sieht auch von außen ganz ansehnlich aus.

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Allein Portos brauch mal wieder länger. Er ist der Faszination des kleinen schwarzen Kästleins, er nennt es Iphone, erlegen und dauert am sogenannten telefonieren. So können wir uns Zeit lassen unsere Stahlrösser fertig zu machen.

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Wir kommen mal wieder später los als verabredet. Es geht über kleinere und größere Straßen, mal besser mal schlechter, unserem hoch über dem Neckar gelegenen Tagesziel entgegen.

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Aramis legt ein zügiges Tempo vor. Nach knapp 2 Stunden des schnellen Rittes über gute und schlechte Wege benötigen wir dann doch eine Pause, auch um gewissen körperlichen Bedürfnissen nachzugehen. Ihr wisst schon, wir sind ja nun auch nicht mehr die Jüngsten.

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Schön ist es hier im hessischen. Auch wenn noch nicht die Sonne scheint.

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Zudem werden wir weitgehend vom dem Verkehre verschont, der sich glücklicherweise meist in die uns entgegen gesetzte Richtung bewegt. Allerdings kommt nach kurzer Zeit eine dieser Straßensperrungen wegen Bauarbeiten mit Umleitung. Wir nehmen allerdings einen verbotenen Weg nach Alsfeld auf dem uns prompt eine dieser Riesenstahlkutschen, genannt LKW begegnet. Es ist ganz schön knapp und schwierig sich auf einem einspurigen Wegelein aneinander vorbei zu manövrieren.

Nach einer guten weiteren Stunde steht eine Pause in dem Städtchen der Gebrüder Grimm an. Es gelüstet uns nach leckerem Speis und Trank. Das Eiscafe Dolce & Freddo erscheint uns als sehr geeignet dafür.

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Anschließend schauen wir uns ein wenig in der Märchenstadt um.

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Das muss aber nun genug sein des kulturellen Umherwandelns für diese Reise. Auf geht’s.

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Wir tauchen ein in die Höhen und Tiefen des Spessarts. Schöne Straßen, noch schönere Landschaften. Was auf unserem Ritte nicht fehlen darf ist die Höhenstraße von Roßbach nach Gräfendorf. Ist der Untergrund doch einer, den unsere Stahlrösser gerne nutzen.

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Ein Mann in seiner tiefergelegten Stahlkutsche namens A6 schreckt zunächst vor dieser schönen Strecke zurück. Am Ende fast er sich doch ein Herz und fährt weiter.

Dann hält uns Aramis als Fan jeglicher Brückenkonstruktion auf. Er hat etwas abseits des Weges ein Relikt aus vergangenen Zeiten erspäht. Ein Tyrann mit österreichischen Wurzeln hat hier eine Straße verwirklichen wollen, die später dann doch weiter östlich gebaut wurde. Auch nach über 80 Jahren sieht das noch leidlich gut aus.

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Doch wir müssen weiter. D’Artagnan wartet auf uns. Eine dieser Strecken, die unsere Stahlrösser lieben, wartet noch auf uns, der Ruppertshüttener Forst. Auf dem Wege dorthin lässt uns ein Jüngling mit seinem unbepackten und klein behuften Ross namens Supermoto ganz schön alt aussehen. Angesichts unserer jahrzehntelangen Erfahrung schauen wir großmütig diesem jugendlichen Heißsporn in völlig unpassender Kleidung zu. Wir nehmen die Wege, die er verschmäht.

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Anschließend wollen unsere Stahlrösser in der Schneewittchenstadt dringend getränkt werden. Es ist wohl heute eine etwas märchenhafte Tour.

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Hier seht ihr Portos bei seiner Lieblingsbeschäftigung. Mehrmals am Tage zieht er warme Wäsche an und aus. Erzähle ihm doch mal jemand, dass man in heutigen Zeiten so formidable Gewebe wie Outlast finden kann, die selbstständig die Temperatur regeln.

Nach Querung des Maines begeben wir uns in die Ausläufer des Odenwaldes. Eine letzte P-Pause sei uns für diesen Tag gestattet.

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Schon wieder eine dieser vermaledeiten Sperrungen mit Umleitung. Wir ignorieren einfach das Schild und fahren weiter. Und was sehen wir, drei kleine Löcher in der Straße, weshalb man selbige gleich ganz sperrt. Sind die denn heutzutage von allen guten Geistern verlassen. So etwas ist lächerlich.

Genug der Ärgerei, wir erreichen als erste die Burg Hornberg, die vor Jahrhunderten der Wohnsitz, des Götz von Berlichingen war.

Eine schöne Anlage mit noch schönerer Sicht auf das Neckartal. Hier lässt es sich wohl leben. Wir genießen einen ersten Umtrunk, genannt Stiefelbier.

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Dann trifft auch unser alter Freund und Mitmusketier d’Artagnan ein. Er hat eine weite Reise aus dem tiefen Osten des Landes zurückgelegt um die nächsten Tage mit uns mitzufahren. Es ist eine große Freude.

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Nachdem wir uns wieder in einen gesellschaftsfähigen Zustand versetzt haben, nehmen wir auf der Burgterrasse Platz und genießen ein schönes Abendmahl.

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Nachdem die holde Bedienungsmaid sich nochmals in der Küche rückversichert hat, genehmigen sich Athos, Portos und Aramis ein hervorragendes Hirschragout.

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D’Artagnan begnügt sich mit einer lokalen Spezialität namens Maultaschen. Ich kenne nur Maulschellen. Derer hat Athos in seinem langen Leben schon einige verteilt.

Mit einem Blick über das abendliche Neckatal verabschiedet sich der Tourschreiber vom geneigten Publikum.

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Donnerstag Tag 3



Wie üblich schlafe ich unterwegs nicht lange. Halb sieben ist Ende. Sieht nach schönem Wetter heute aus.
Vor meiner Türe begrüßt mich ein alter Blechkamerad. So unvorteilhaft ziehen wir uns heute aber nicht mehr an.

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In einer kleinen Fensternische genießen wir unser Frühstück. Alles da was man, Musketier, braucht. Dazu eine herrliche Aussicht verbunden mit der unter Kameraden üblichen morgendlichen Lästerei.

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Allerdings haben meine Kameraden dann manchmal nichts Besseres zu tun als mit ihren Kommunikationskästleins rumzumachen. Das Hotel samt Restaurant bekommt allerdings eine uneingeschränkte Empfehlung. Wer mal in der Nähe eine Übernachtungsstätte sucht, hier habt ihr sie.

Die Tour geht nun durch die südlicheren Gefilde Baden-Württembergs Richtung der Schweizer Landen.

Die Zeit der klassischen Karten scheint ja heute vorbei zu sein. Auch hierfür gibt es kleine schwarze Kästlein, die einem den Weg weisen. Allerdings muss man das vorher planen. Wie immer, wenn man etwas plant, überholt einen gelegentlich die Realität. Aber auf unseren Stahlrössern haben wir gelernt gewisse Unbilden einfach zu ignorieren.

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Aramis, der heute führt, hat allerdings vergessen die letzte Planung auf sein Navigationskästlein zu überspielen. Wir fahren daher etwas weiter östlich als eigentlich in der Endplanung vorgesehen.

Nach einer guten Stunde klopft dann der genossene Kaffee doch ernsthaft an die Ausgangstür. Wir müssen kurz hinter Hohenhaslach diesem Drängen nachgeben.

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Ich plane immer mit der Routenoption „kürzere Strecke“. Manchmal sehr schöne Wege, manchmal kontraproduktiv, weil es mitten durch die Orte geht anstatt die Umgehungsstraße zu nehmen. Den Feldweg, den sich die Software ausgesucht hatte, wurde gerade zum Verlegen einer Leitung von großem Gerät umgegraben. Steil, extrem rumpelig und dazu noch mit einer steilen Kurve versehen. Alter Endurofahrergrundsatz, im Zweifel hilft Gaaaaas. Selbst unser Jungspund d’Artagnan meistert das Hindernis souverän.

Mein Navigationskästlein spinnt heute rum. Es lädt keine Route sondern bricht irgendwann ab und startet wieder neu. Neumodischer Kram. Wo sind die guten alten Landkarten.

Wir verpassen den Abzweig zur Mittagspause und fahren von der anderen Seite nach Nagold hinein. Die geplante Eisdiele und Pizzeria verfügt über keinerlei Abstellmöglichkeit unserer Stahlrösser. So suchen wir uns ein schönes Etablissement in der Nähe der örtlichen Musketierstation direkt an einem kleinen See.

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Beim Verlassen kommen wir nochmals an der Musketierstation vorbei.

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Wir verlassen diesen gastlichen Ort über einen dieser schönen kleinen Wege.

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Wir mäandern durch das Tal des Neckars mit kleinen Abstechern auf die umliegenden Höhen. Für unseren Freund Portos haben wir noch eine kleine Überraschung. Eigentlich wollte er sich ja bereits ein neues Stahlross namens R 12 G/S zugelegt haben. Aber die endgültige Entscheidung hat sich hinausgezögert. Gut Ding will eben Weile haben. So bummeln wir ohne besonderen Auftrag durch diese Firma, die entsprechendes Zubehör und Verbesserungsmaterial für die Stahlrösser herstellt.

Nettes kleines Örtchen dieses Niedereschach.

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In Villingen erwischt uns mal wieder eine Baustelle. Man könnte meinen, dass dieses Infrastrukturschuldenpaket, genannt Sondervermögen, tatsächlich am Wirken ist. Aber warum die heute grundsätzlich alles sperren ist mir ein Rätsel. Früher wurde das halbseitig gemacht.

In Löffingen im Eiscafe am Tor legen wir noch eine Cappucino-Pause ein. Dieses Etablissement können wir nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Sieht es doch innen etwas zweifelhaft aus.

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Das Stück um den Marktplatz herum sieht allerdings recht nett aus.

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Wir reiten durch die Wutachschlucht, die aber bei weitem nicht so beeindruckend ist, wie allerorten erzählt wird.

Dieser neumodische Kram namens Meshverbindung der Helme führt dazu, dass uns eine Gruppe Supermotofahrer darein quatscht. Vielleicht ist Kanal 1 doch nicht so die ganz sinnvollste Wahl.

Ein letztes Bild auf den Höhen des Black Forrest.

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Zum Abschluss eine geniale Schluchtstrecke nach Waldshut runter an den Rhein. Längste Gerade ca. 50 m, der Rest Kurven, Kurven, Kurven. Macht tierischen Spaß. Aber die GS gautscht etwas auf dem Hinterhuf. Vielleicht sollte ich doch mal die Luft kontrollieren.

Die Krone hat heute Ruhetag. Die Chefin kommt in einem flammneuen Q4 und verkündet uns das. Zum Essen werden wir in den nahen Gasthof Engel geschickt. Das Stiefelbier, für jeden zwei Stuppis, gibt es aus dem Automaten.

Die Stahlrösser dürfen in die Garage. Top.

Das Essen im Engel war empfehlenswert.

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Die Bedienung sehr nett. Genervt haben allerdings die Franzosen am Nebentisch. Wenn die mal sterben muss man ihnen den Mund extra totschlagen. Selbst beim Essen haben die ununterbrochen weitergequasselt. Und das leider sehr laut.

Warm wars heute, unterwegs in der Spitze 307,65° Kelvin. Am Rhein dann 308,15° Kelvin.
 
Die Schweizquerung




Die Wettervorhersage für heute war nicht so prickelnd. Schaun mer mal wie es wird. Ich hatte jedenfalls ein wirklich schönes Einzelzimmer… Appartement Patrizia. Riesig.

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Vorm Frühstück prüfen wir meine Luft, äh natürlich die in den Hufen des Stahlrosses. D’Artagnan hat eine Akkupumpe dabei, das Ergebnis ist, na sagen wir mal, interessant.

Vorne 0,9 bar
Hinten 1,2 bar

Uups, dafür fuhr sich der Mitas aber erstaunlich gut oder mein Popometer ist total unsensibel.

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Auf dem Frühstücksbuffet war alles was man, Mann, so braucht.

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Das Hotel Restaurant Kranz in Laufenburg ebenso wie der nicht weit entfernt liegende Gasthof Engel bekommen eine klare Weiterempfehlung. Da wir heute komplett durch die Schweiz und nicht auf die Autobahn wollen, ausnahmsweise Frühstückszeit 06.30 Uhr. Selbst Portos und Aramis, die sonst gerne auf 08.00 Uhr bestehen sind einverstanden.

Abfahrt 07.40 Uhr. Athos verhindert eine wirklich frühe Reisezeit, da sein Kommunikationskästlein noch gefüttert werden muss. Und die blöden Läden machen erst um 08.00 Uhr auf. Noch tanken, etwas Geld fassen und dann geht’s endlich wirklich los.

Am Abzweig hinter Wegstetten gibt es Kriegsrat. In Reitrichtung sieht es sehr sehr nach Regen aus.

Wir beschließen eine Umfahrung zu versuchen. Richtung Aarau und dann auf die B1 bis Burgdorf. Ins Emmental und dann wieder auf die Route.

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Gar keine so schlechte Strecke bis Aarau, wenn der Verkehr nicht wäre. Dort siehts dann etwas gefährlich aus.

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Ich hoffe noch daran vorbei zu kommen. Wir haben gerade eine große Tankstelle passiert, da geht es los. Zum Glück kommt ein paar Meter weiter eine größere Bahnunterführung. Dann bricht die sprichwörtliche Hölle los. Auf dem Flachdach gegenüber knallt es wie Gewehrschüsse. Es blitzt und kracht in einem fort. Der Regen wird waagerecht durch die Unterführung geweht. Äste brechen ab. Am Ende bleibt neben den Autos selbst ein LKW hier stehen.

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So etwas habe ich auch noch nicht erlebt.

Weiter über die B1 Richtung Alpen. Wir sehen noch mehr dieser Zellen, kommen aber verhältnismäßig trocken bis zur eigentliche Route.

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Den schönen Teil durch die Juraausläufer mussten wir zwar canceln, aber so einem Unwetter möchte ich definitiv auch nicht in freier Wildbahn begegnen.

Das Emmental hatte ich viel schöner in Erinnerung. Ist aber auch schon 30 Jahre her. Heute gurkt man mehrheitlich nur noch durch Orte und der bedeckte Himmel tut sein Übriges.

In Trubschachten werde ich an der geschlossenen Bahnschranke darauf aufmerksam gemacht, dass ich den Abzweig verpasst habe. Mein Navigationskästlein will woanders her. Also lasse ich d’Artagnan vorreiten. Ein wunderschönes kleines Alpsträßlein. Wären es nur ein paar Wolken weniger. Aber wir wollen nicht meckern, anstatt angekündigtem Dauerregen sind es bisher nur einzelne, wenn auch heftigste Schauer.

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In einem von d’Artagnan vorausgewählten Pausenpunkten machen wir dann Rast. Das Restaurant Blapbach.

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Während sich die anderen die Tagessuppe bestellen, liebäugele ich mit einem schönen Emmentaler Brot. Also bestelle ich die Käseschnitte Blapbacher Art. Das sieht aber völlig anders aus als ich mir es vorgestellt habe.

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Während draußen das nächste kleinere Unwetter runtergeht, kämpfe ich mit meinem Mittags“imbiss“. Unter dem ganzen warmen Käse ist auch etwas Brot. Ein Rest bleibt übrig, ich kapituliere. Das wird gleich ein böses Knödelkoma geben. Zum Glück brauche ich nur noch hinterher zu reiten.

Eigentlich wollten wir an jedem Pass für ein Foto halten. Der Schallenberg wird von d’Artagnan, der eigentlich sonst immer zum Fotografieren hält, schon mal gnadenlos ignoriert.

Nach Thun runter gibt’s den nächsten kleineren Schauer. Es donnert zwar ein paar Mal, aber das wars auch schon.

Thun könne wir dank Hilfe einiger Einheimischer aus unserem alten Forum auf halbwegs vernünftigen Straßen umfahren. Das nächste Zwischenziel ist der Jaunpass. Den habe ich leider schon oft ignorieren müssen, weil es nicht in die Tourplanung passte. Heute ist er fällig. Hoch zu gibt es schöne Ausblicke in das Simmental.

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Am Jaunpass bleib ich einfach stehen.

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Zurück auf unsere Hauptroute reiten wir auf einspurigem Wege durch das Grischbachtal. Nach ein paar Kilometern stehen wir vor einem Sackkassenschild. Zeit für eine P-Pause. Während wir noch so da rumstehen kommt ein Bauarbeiter vorbei, montiert das Sackgassenschild ab und erklärt auf Nachfrage, wir könnten fahren. Das nenne ich mal Timing.

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Dieses einspurige Sträßchen, teilweise frisch asphaltiert, macht richtig Spaß. Über den 1647 m hohen Mittelbergpass geht es zurück Richtung Lac Leman.

In Rougemont wechseln wir auf die orografisch linke Seite des Tales um ein Stückchen Offroad zu fahren. Am Ende sind es 100 m, na ja, besser als nix.

Auf dem Weg zum Col des Mosses noch ein Schluchtfoto gemacht.

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Dann über den Col des Mosses geheizt, Passfoto vergessen, hinten runter nochmal geduscht worden. Das Tagesziel rückt näher.

Unser Regengebiet bietet heute eine schöne Fotokulisse über dem Genfer See.

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Fotomeister d’Artagnan bei der Arbeit.

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Dann wird es etwas tricky nach Novel zu kommen. Ich verreite mich zunächst, um dann auf dem von Garmin gewählten Weg vor einer geschlossenen Schranke zu stehen. Das sieht auch nicht nach GS-fähigem Weg aus. Eher nach Trial.

Also zurück auf den „verfahrenen“ Weg, der sich als die Hauptstrasse nach Novel herausstellt.

Endlich geschafft.

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Sieht ja ganz nett hier aus.

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Beim Einchecken stellt sich heraus, dass wir angeblich kein Abendessen reserviert hätte. Kann nich sein, habe am Tag vor der Tour die Mail losgeschickt, bzw. beantwortet. Nach einigem Suchen gibt die Chefin zu das übersehen zu haben. Wir könnten zwar kein Menue bekommen, aber sie würde uns was zurecht machen. OK, dann sehen wir mal.

Zunächst das Stiefelbier.

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Das Zimmer ist übersichtlich aber nett. Die Dusche ist allerdings sehr klein. Das geht nur quer mit eingezogenem Bauch.

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Die beiden Brotzeitteller für je zwei sind hungrigen Musketieren völlig ausreichend und äußerst schmackhaft (Savoier Spezialitäten). So lässt sich’s leben.

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Während sich die anderen noch auf einen Spaziergang durch den Ort aufmachen, schone ich meine Kräfte, mache noch ein Nachtbild und gehe ins Bett.

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👍
Sehr schön zu sehen. Die Luisenmühle kenne ich auch sehr gut. Bin dort beruflich öfters. Aber definitiv eine Unterkunft in die ich auch privat gehen würde.
Dir wünsche ich weiterhin alles Gute, Matthias 🍀😀
 
Samstag Tag 5



Heute kommen wir zu einem der beiden Kernzwecke der Tour, es geht auf die Route des Grand Alpes.
Wetter passt.

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Jeder ist so mit seinen individuellen Vorbereitungen beschäftigt.

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Frühstück ist lecker und für französische Verhältnisse in kleinen Hotels durchaus umfangreich. Die Croissants spitze. Man merkt, dass man im Land der Coissanisten ist.

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9.00 Uhr sollte Abfahrt sein. Portos kommt wie üblich zu spät. Aber die Sonne scheint und die weiteren Aussichten sind auch gut. Kann man das also verschmerzen. Außerdem hat man dann Zeit für die kleinen Schönheiten am Weges(Parkplatz)rand.

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Wir lassen den Berg herunterrollen. Ein erster schöner Blick auf den Genfer See.

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Auf der Uferstraße gibt es dann am nächsten kleinen Hafen eine größere Fotosession.

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Der Verkehr ist grenzwertig. So ein blöder Porsche mit Martini-Streifen und seine beiden Kumpanen müssen ihre Schlitten über jeden dieser Elefantenrücken tragen. Das nervt. Bei der erstbesten Gelegenheit lasse ich die hinter mir.

In Evian kommen wir an der Zentrale des Wasserherstellers vorbei. Beeindruckender Glaspalast.

Kurz vor Thonon verlangen die Stahlrösser dringend nach Nahrung. Keine meiner Kreditkarten funktioniert. Aber wir haben mit d’Artagnan ja einen Geldspezialisten dabei. Ich tanke jetzt und zukünftig mit ihm und zahle dann zurück.

Punkt Null ist erreicht. Ohne Navigationskästlein gar nicht so einfach zu finden. Ein netter vorbeikommender Tourist erstellt das obligatorische Foto.

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Es dauert ein wenig bis wir aus Thonon raus sind. Städte sind bääh. Auch der weitere Weg Richtung Col de Joux Plane ist lange von viel Verkehr und haufenweise Radfahrern geprägt. Heute Morgen wollte mein Helmfunk nun partout nicht. Erstdiagnose, die Batterie im Bedienteil ist leer. Also in St.-Jean-de-Aulps den Carrefour Express geentert und neue Batterien besorgt. Trotz großzügiger Hilfe von Aramis und d’Artagnan ließ sich das Teil nicht mehr zum Leben erwecken.

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Ich bin verstummt. Kriege aber auch die Lästerei der anderen nicht mehr mit. Hat alles seine Vor- und Nachteile

Den Col du Ran Folly haben wir unbemerkt überfahren. Am Joux Plane ist aber endlich wieder mal ein Passfoto fällig.

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Hinten runter gibt es die ersten schönen Aussichten.

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Portos hat den Auftrag nach einem geeigneten Café zu suchen. Der erste Anlauf misslingt. Der Herr ist noch am Vorbereiten fürs öffnen. Zwischen Verchaix und Morillon werden wir dann fündig. An einem kleinen Badesee gibt es eine passende Lokalität. Scheint ein kleines Freizeitgebiet zu sein.

Neben einigen Anlagen werden wir ordentlich mit Hardrock beschallt.

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Der Cappucino schmeckt trotzdem oder gerade deswegen. Allerdings wollte ich einen Cafe au Lait haben. Denn gab es aber nicht. Oh armes Fronkreisch, was ist nur aus dir geworden…

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Auf dem Routenplan steht jetzt der Col de Romme. Aber was leuchtet uns da entgegen, ein Gesperrt-Schild. Man könnte die Tour auch Tour de chantier de construction nennen. Ergo den normalen Weg zum Col de la Colombiere genommen. Recht schnell tauchen zwei Motorräder hinter mir auf, die mir das Nummernschild polieren wollen. Kurz kann ich sie aufhalten, dann lasse ich sie ziehen. Zwei Berner Heizer, die heute deutlich schneller als meine Wohlfühlgeschwindigkeit sind.

Auf der nicht gerade weiten Passhöhe stapeln sich schon die Stahlrösser und -käfige.

Und natürlich haben diese Vollpfosten das Passschild fast zugekleistert.

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Jetzt weiß ich auch endlich wo Le Grand Bornand, der französische Biathlon-Ort liegt. Nämlich abwärts vom Colombiere. Wieder mal etwas gelernt.

Das Passfoto am Col de Aravis wird (mal wieder) geschludert. Aber kurz dahinter muss ich doch mal halten. Der erst Ausblick auf den Mont Blanc.

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Ganz schwach angedeutet kann man seine sonst deutliche Haube, die meistens den Gipfelblick versperrt, erkennen.

Im Allgemeinen halte ich von den vielen Typen, die an den Pässen rumlungern um Fotos zu machen (und sie dann verkaufen wollen) recht wenig. Alles was ich bisher von mir gesehen habe war bestenfalls mal als nicht ganz so grottig zu bezeichnen. Jetzt muss ich allerdings einmal Abbitte leisten, Stormphotos am Col de Aravis hat mich mal richtig gut getroffen.

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Zum Col de Saisies haben wir eine kleinere Nebenstraße eingeplant, die ich zunächst großzügig ignoriere. Erst nach einer Weile fällt mir auf, dass keiner mehr folgt. Ich könnte mich jetzt mit dem hinter hinkenden Zeitplan rausreden, habs aber einfach verpennt. Also über Nebenstraßen nach Saisies hoch. Der Ort, muss man schnell durch. Der geplante Abstecher zum Col de la Lézette fällt der fortgeschrittenen Zeit zum Opfer. Aber eins müssen wir hier mal festhalten, RDGA am Wochenende ist mehr oder weniger die Hölle. Rad- und Sonntagsfahrer. Viel Verkehr auf den Hauptstrecken.

Dafür wird der Ausblick zum Mont Blanc immer besser.

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Eigentlich wollten wir über Hauteluce nach Beaufort runter. Die Gesperrt-Hinweise ignorieren wir geflissentlich. Leider wird dort gerade eine Brücke neu gebaut. Da ist nun beim besten Willen kein Durchkommen. Also zurück und wieder Hauptstraße. Als Ersatz flechten wir den nicht direkt zur RDGA gehörenden Col du Pre ein. Ein wunderschönes, meist einspuriges, Sträßchen. Bei Gegenverkehr wird es allerdings a bisserl knapp.

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Auf der Passhöhe steht was zum Einkehren mit zu wenigen Parkplätzen. Dementsprechend ist die Straße ziemlich zugeparkt. Und ein Passschild finde ich auch diesmal nicht. Dafür belohnt uns kurz drauf der Ausblick auf den Lac de Roselend. Ausgiebige Fotosessions sind die Folge. Aber zunächst der letzte Ausblick für heute auf den Mont Blanc.

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Ich war nun seit über 40 Jahren mehrfach um diese Jahreszeit in der Gegend gewesen. So wenig Weiß wie heuer habe ich noch nicht gesehen. Er war immer komplett schneebedeckt. Da war kein Fels zu sehen. Dafür durften wir ihn den ganzen Tag ohne Haube sehen. Passiert auch nur äußerst selten. Auch der See begrüßt uns mit Niedrigwasser. Ist aber trotzdem schön.

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Und mit der richtigen Perspektive fällt es auch nicht so auf.

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Der letzte Pass für heute, Cormet de Roselend. Das letzte und einzige Mal vor 45 Jahren befahren. Unspektakulär. Jetzt weiß ich auch warum ich nicht mehr unbedingt hierher fahren wollte, sondern lieber den etwas weiter westlich gelegenen Le Cormet D’Areche benutzt habe.

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Viel kann man nicht mehr lesen. Ich sag ja, Vollpfosten.

So gut wie die nördliche Seite des Cormet de Roselend in Schuss war, so schlecht ist die südliche Seite. Es zieht uns nur noch ins Hotel nach Val d’Isere.

Der Empfang ist sehr nett. Wir werden gleich gefragt Englisch oder Französisch. Französisch, da hapert es bei uns allen doch erheblichst. Also bitte Englisch, geht zumindest etwas besser. Aber alles verstehe ich auch nicht was d’Artagnan da verhandelt.

Zunächst bringen wir mal die Stahlrösser in die Tiefgarage. Und was leuchtet mir da entgegen. Der Martini-Porsche. Es gibt Tage da bleibt einem wirklich nichts erspart.

Wir zwei haben jedenfalls ein sehr schönes Familienzimmer. Ich ziehe mich mal in die Kinderabteilung zurück.

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Einen Tisch im Restaurant haben wir auch noch reserviert. Alles schmeckt hervorragend. 9 Euro scheint wohl der Standardpreis für einen halben Liter Bier in Frankreich zu sein. Es ist zwar alees sehr sehr lecker aber das trübt das Erlebnis doch ein wenig. Trotz Urlaub.

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Aber gerade deswegen genehmigen wir uns noch ein Absackerbier in der Bar. Schick ist es hier.

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Die Weinauswahl ist auch nicht von schlechten Eltern.

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Und so manche Flasche dürfte schon über den Tresen gegangen sein.

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Dann ruft das Bett sehr eindringlich.
 
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Sonntag Tag 6


Mal wieder viel zu früh wach. Aber in weiser Voraussicht habe ich ein Buch mitgenommen und kann lesen bis sich nebenan was rührt.

Das Frühstücksbuffet ist sehr umfangreich. Die haben sogar dunkles Brot.

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Die Eier passend weich zu kochen braucht mehrere Versuche. 12 Minuten ist das Minimum für ein paar weiche nicht flüssige Eier. Ob das an der Höhe liegt?

Ein paar etwas überheblich arrogante Typen (vor allem die Frauen) fallen mir beim Frühstück auf. Und was sehe ich als ich das Gepäck runterbringe…

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…den Martini-Porsche von gestern. Jetzt weiß ich auch wo ich die Typen einordnen kann.

Neben uns hat sich später am Nachmittag/Abend noch was Feines zugestellt.
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Hatte ich auch mal in blau. Nur sah meine bei weitem nicht so gepflegt aus wie diese. Dafür ist sie an Ecken gefahren wo die Mountain-Biker ihre Fahrräder getragen habe. Ob die Schwarze das auch von sich behaupten kann?

Auf jeden Fall bekommt das Hotel Avancher eine uneingeschränkte Empfehlung. Wer in der Gegend was sucht, hier seid ihr richtig gut aufgehoben.

Ein Stück hinter Val d’Isere schauen wir nochmal auf den Ort zurück.

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Jeder sucht sich wieder seinen Fotoblick.



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Wie es sich gehört haben wir auf der Passhöhe des höchsten durchgängig befahrbaren Alpenpasses einen ausgiebigen Fotostopp hingelegt. Und für die, die jetzt Bonette aufschreien, das ist kein Pass sondern eine Schleife um den Berg. Der eigentliche Col ist viel tiefer.

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Wir gondeln relativ zügig hinunter ins Vallée de la Maurienne hinunter. Bis nach Lanslebourg bauen wir fast 1400 Höhenmeter ab. Das geplante Schotterstück fällt wegen gesperrt leider aus. Bauarbeiten an der Seilbahn. Natürlich. Die Baustellentour.

D’Artagnan hat noch einen Abstecher zu einem alten Fort eingebaut. Nachdem ich mich mal wieder verfahren habe, vielleicht sollte ich die Tourguidefunktion doch langsam in jüngere Hände legen, finden wir auch den Weg dorthin. Allein, die weitere Abfahrt ist zur Einbahnstraße bergauf mutiert. Die Schilder sind flammneu. Kann also erst seit diesem Jahr sein. Merde, wieder ein Umweg.

Die beiden Jungspunde rennen noch hoch zum Fort. Die beiden älteren genießen die Pause.

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Langsam wird es Zeit für eine Tankstelle. Die vorgeplante AVIA in Lanslebourg wurde leider vor einer Horde belagert und in Modane geht der einzigen sichtbaren Tankstelle genau nach dem Motorrad vor uns der Sprit aus. Und auf der Hauptstraße ist auch keine. Erst an einem völlig überteuerten Rasthof etwas weiter bekommen wir etwas Super Plus. Was anders außer Diesel gibt es nicht.

Den vorsichtshalber geplanten Ausflug zum Col de Frejus lassen wir aus Zeitgründen links liegen.

Das nächste ist der Col de Telegraphe mit einer Hommage an die Tour de France.

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Eigentlich war in dem Etablissement hier eine Kaffeepause vorgesehen. Die Idee hatten aber nicht nur wir. Es ist Sonntag und knallvoll. Der einzige freie Tisch ist in der prallen Sonne, wir verzichten dankend. Ein letztes Mal sehen wir hier den Martini-Porsche.

Weiter geht’s bis wir in Valloire was Geeignetes finden. Im Schatten. Im Ort herrscht wegen einer Art Messeveranstaltung ein ziemliches Gedränge. Wir parken die Stahlrösser mal vorschriftswidrig mitten auf dem Bürgersteig. Sonst ist niGS frei.

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Mit 4 x Expresso, 3 x Entree Mixte und einmal Entree Savoyarde begehen wir die Mittagspause.

Auf dem Weg zum Galibier wollte ich endlich einmal den Col Rochilles besuchen. Die Piste steckt mir genauso lange in der Nase wie die Verdonschlucht. Der Weg ist allerdings in einem sehr schlechten Zustand. Das sieht mal wieder nach Unwetterschäden aus. Auch wenn es auf dem Bild nicht so richtig rauskommt.

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Mit den Koffern verzichten wir lieber. Ein Grund nochmal hierher zu fahren. Der nächste hohe Pass erfordert wieder einen ausgiebigen Stopp um eine Menge Transistoren neu auszurichten. Nicht nur bei uns sondern auch bei einer Menge Leute, viele Radfahrer, drumherum.

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Bei so einem Wetterchen macht das fototechnische Dokumentieren Spaß.

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Im Hintergrund soeben noch zu erkennen auf dem zweiten Bild der westlichste 4000er der Alpen, die Barre des Écrins. Direkt über dem Lautaret thront La Meije mit knapp 4000m

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Auch hier gabs früher mehr Gletscher.

Das etwas andere Passschild am Lautaret.

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Auf der Suche nach einer weiteren Kaffeegelegenheit rollen wir gemütlich nach Briancon hinunter. Was wir aber am Wegesrand sehen wirkt wenig einladend. Fündig werden wir erst auf dem Weg hoch zum Col Izoard. Im Le Petit Cerf in Cervières gibt es Kaffee und Eis. Mich wundert etwas wie wenig hier heute los ist. Kaum Verkehr und das Sonntags. Komisch.

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Auch auf der Passhöhe ist völlig tote Hose. Na ja was solls, so können wir wenigstens ungestört Bilder machen. D’Artagnan unser Fotomeister stellt uns ordentlich auf. Und mit seinem legendären „Mooooment“ werden ein paar Bilder geschossen.

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Aber wenn das hier ein normaler Sonntag wäre, wahrscheinlich völlig unmöglich. Als wir dann weiter fahren wollen sehen wir auch warum niGS los ist.

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Das müssen wir unten übersehen haben.

Ein Einheimischer klärt uns dann auf. Am Freitag habe es ein Unwetter gegeben (ja haben wir in der Schweiz erlebt und dürfte auch den Weg zum Col Rochilles in Mitleidenschaft gezogen haben) und da sei eine Mure mit großen Felsbrocken heruntergekommen. Das werde erst ab Montag geräumt. Und er würde da jetzt auch nicht herfahren. Oh, dann wir wohl besser auch nicht. Damit fällt dann auch der letzte geplante Schotterabstecher für heute flach. Merde.

Ein letzter Blick auf den Rand der Casse Déserte, mehr war uns heute nicht vergönnt.

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Ergo wieder zurück nach Briancon und die N94 Richtung unseres Hotels genommen.

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Die Auswahl der zu buchenden Hotels in Guillestre war Anfang des Jahres sehr bescheiden gewesen. Für eine Nacht sollte es das Hotel Lacour wohl tun.

Allerdings kam am Tag nachdem die Stornierungsfrist abgelaufen war die Mitteilung, dass Rezeption und Restaurant am Sonntag geschlossen seien. Das ist ja schon mal ziemlich schlitzohrig, sehr vorsichtig formuliert.

Die Zimmer stellen sich als zwar sauber aber sehr klein heraus. Da die Rezeption geschlossen ist, kann man auch nicht noch etwas zubuchen. D’Artagnan und Aramis suchen sich ein anderes Hotel, Portos und ich bleiben hier. Die beiden finden etwas oben auf dem Berg. Da fahren wir Verbliebenen dann zum Abendessen hin. Wir bekommen noch den Tipp von der hiesigen Seite hochzufahren. Sie wären von der anderen Seite die Einbahnstraße falsch herum reingefahren.

Aber auch hier steht eines dieser roten Schilder, die mit einem weißen Balken versehen sind. Egal, da müssen wir jetzt durch. Die in der alten Vauban-Festungsanlage gelegenen Häuser strahlen eine gewisse Ruhe und Gemütlichkeit aus. Einen Tisch haben die beiden Abtrünnigen auch schon für uns reserviert.

Bei zweimal Hähnchenbrust und zweimal Steaks lassen wir es uns gut gehen. Und die Mousse au chocolat war göttlich.

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Wir beschließen hier morgen früh auch zusammen zu frühstücken. Im Dunkeln geht es wieder ins Hotel nach Eygliers. Da kann man die Vorteile der LED-Nachrüst-Hauptscheinwerfer gut gebrauchen.

Ein versöhnlicher Abschluss des Tages nach dem Hotelreinfall.
 
Bevor ich das vergesse, nicht alle Bilder sind von mir. Einige steuern auch die anderen drei bei. Nämlich da wo ich es verbummelt habe ein Foto zu machen es aber jetzt für den Text brauche oder die anderen einfach die bessere Perspektive hatten.
 
Montag Tag 7



Heute geht es etwas früher raus. Gestern Abend haben wir beschlossen alle bei Aramis und d’Artagnan oben auf dem Berg zu frühstücken. Also rein in die Klamotten.
Als ich mit den beiden Innentaschen vor dem Stahlross stehe fällt mir auf, dass ich die Kofferschlüssel auf dem Zimmer in der Jacke vergessen habe. Manchmal ist man einfach blöde.

Heute Morgen ist dann auch die Rezeption geöffnet. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich die von etwas entfernt sehr jung aussehende Rezeptionistin als ein gut geschminktes leicht älteres Semester.
Schnell den durchaus günstigen Preis bezahlt und ab zum Frühstück.

Das Hotel war sauber, die Doppelzimmer eigentlich nur zur Einzelnutzung geeignet, aber sehr preiswert. Wer nicht gerade sonntags anreist und das obige berücksichtigt hat eine günstige Übernachtungsmöglichkeit.

Schön ist es auf dem Berg. Das Hotel dort in der Festung heißt übrigens Le Glacier Bleu.

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Unser Frühstückstisch.

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Das gestern Abend vom Gaston so hoch gepriesene Frühstück entpuppt sich dann als zwar völlig ausreichend, aber doch eher durchschnittlich. Aber was solls, es war lecker und hat uns satt gemacht. Alles OK. Etwas weniger enthusiastische Werbung wäre dem mehr gerecht geworden.

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Als wir rauskommen hat es doch tatsächlich etwas geregnet.

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Heute verweigere ich die Tourguidefunktion. Es darf Aramis mal vorfahren. Der erste Pass heute, Col de Vars, empfängt uns mit nasser Straße und reichlich Wolken. Es ist sehr wenig los, Montag halt. Macht mehr Spaß.

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Wir lassen hinten runter rollen. Ich suche die Stelle wo mir vor Jahren mal beim Hochfahren ein Stein vor den zum Glück größeren Handschutz geknallt ist, kann sie aber nicht mehr identifizieren.

Geplant war anstelle des eigentlich zur RDGA gehörenden Col de Cayolle über den Bonette zu fahren. Warum fährt Aramis dann am Abzweig vorbei. Klarer Nachteil meines nicht funktionierenden Helmfunks. Aber der Tourguide fährt vor und man folgt ihm. Auch wenn man gerade anderer Meinung ist.

Ahh, die Musketiere gelüstet es bereits zu früher Stunde nach diesem köstlichen Heißgetränk namens Kaffee. In Jausiers findet sich eine kleine Bäckerei mit Kaffeeausschank.

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So ein deutsches Jüngelchen schnappt mir doch das letzte Croissant weg. Keinen Respekt mehr vor dem Alter. Ob ich ihn dafür angemessen bestrafen soll. Aber solche Gelegenheiten muss man dazu benutzen mal etwas Neues kennenzulernen. Dann also eines dieser Plätzchen mit Schokostückchen. Passt gut zum Kaffee.

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Mittlerweile haben sich die Wolken verzogen, so dass es noch ein gut beleuchtetes Bild der nebenan stehenden Kirche gibt.

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Die Straße hoch nach La Bonette ist in gutem Zustand und lässt sich flüssig fahren. Trotzdem bevorzuge ich den Cayolle. Mit gefallen Straße und Landschaft dort einfach besser. Meine persönliche Vorliebe. Da die Tour aber auf Wunsch von d’Artagnan zu Stande gekommen ist, obliegt auch ihm die Wahl der Route.

Unterwegs mal einen schönen Platz zum Transistor neuordnen gesucht.

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Es gäbe noch zwei Möglichkeiten die Stollenreifen zu fordern, unser Zeitplan lässt das aber ohne eine weitere dann notwendige Übernachtung nicht zu. Was tut man nicht alles den Jungspunden zu liebe.

Etwas weiter oben noch ein schnelles Landschaftsbild gemacht.

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Den Rest hoch schaffen wir auch noch. Auf der mittlerweile halb legendären Seealpentour von 2013 gab es mal Aufkleber auf denen sie Mit dem Spruch „La Plus haute d’Europe“ Reklame für den Bonette machten.

Genug los ist auch heute am Montag. Kaum ein Parkplatz in der Nähe des Hinkelsteines zu bekommen. Geschweige denn, dass wir die Motorräder mit aufs Bild bekämen. So muss ein Musketierfoto reichen.

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Aussicht hats hier oben reichlich.

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2800 Meter haben mir früher nichts ausgemacht. Heute realisiere ich, dass ich deutlich tiefer atme als gewöhnlich. Nicht gesund und nicht fit macht sich bemerkbar. So habe ich selbst auf meinem einzigen 4000er mit 17 nicht geatmet. Als der Rest dann hoch zur Aussichtsplattform gehen will, lasse ich sie gerne ziehen und schone meine Pumpe etwas.

Für die Abfahrt haben wir uns ein kleines Schmankerl überlegt. Ein kurzes Stück zurück und dann spitz links ab und einen Schotterweg hinunter zum Col de la Moutière.

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Den wollten wir auf der Seealpentour eigentlich hochfahren sind aber an einem zu weichen und langem Schneefeld gescheitert und dann eine übelste Piste abwärts zur Straße auf den Cayolle runtergerumpelt.

Besser scheint das nicht geworden zu sein. Die Piste ist mit Metallgittern abgesperrt.

Aber vom Col de la Moutière hat man einen schönen Blick ins Tal.

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Zwar war jetzt der Col d‘Anelle eingeplant, aber so richtig Lust verspürt anscheinend keiner darauf. Zumal die Zeit unaufhaltsam fortschreitet und es noch ein paar Meter bis zum Baden im Mittelmeer sind.

Ergo zügig ins Tineé-Tal und zur geplanten Mittagsrast an den Fuß des Col Lombarde in Isola.

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Die Bar Le Touring 2.0 war das Einzige was ich in der näheren Umgebung bei der Vorbereitung an wenigstens halbwegs Vernünftigem (soweit man das im I-Net sehen kann) finden konnte. Im Tagebuch habe ich allerdings für die Bedienung notiert: „Die Zicke par Excellence.“ Und das Eis war gestern auch besser. Kann man nix machen. Oder wie d’Artagnan schon mal einen Komiker zitiert, isse nit so slimm.

Noch gutes Stück das Tineé-Tal hinunter bevor es links ab zum Col Saint-Martin geht. Zunächst allerdings hat mein Planungskompagnon das Fort Rimplas, früher Fort Madeleine, ein Teil der Maginot-Linie eingestreut. Tolle Aussicht hat man von hier oben. Und das Sträßchen war auch ganz nett. Besonders die ziemlich schmale Ortsdurchfahrt von Rimplas.

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Vor allem sind hier oben die Temperaturen ganz leicht erträglicher als unten im Tal. Die GS zeigte dreimal übereinstimmend 36° Celsius an. Nur Portos hatte wie üblich ein halbes Grad mehr.

Versorgt wurde das Fort wohl früher mit einem Materiallift aus dem Tal. Verrostete Reste sind noch zu erkennen.

Der folgende Col Saint-Martin ist ziemlich unspektakulär und bietet den Übergang ins Vesubie-Tal nach Saint-Martin-Vésubie. Dort ist man immer noch damit beschäftigt die Hochwasserschäden von 2020 zu beseitigen und den Fluss hochwassersicher auszubauen.

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Es lockt der Col de Turini. Manche heiße Schlacht ist bei der Monte hier geschlagen worden. Offensichtlich erinnert sich Aramis daran oder ihm hat heute Morgen jemand Speed in den Kaffee getan. Es wird richtig anstrengend ihm heute zu folgen. Nach einer Weile kapituliere ich und lass den dreien ihren Spaß. Meine Wohlfühlgeschwindigkeit ist heute etwas niedriger. Zudem habe ich dann auch noch Zeit für ein Bild auf ein paar ziemlich bekannte Kehren am Turini.

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Oben sind wir dann alle wieder vereint.

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Die eingeplante Schleife am Turini lassen wir angesichts immer schneller fortschreitender Zeit sein. Zumal die interessanten Auffahrten zu den Forts mittlerweile gesperrt sind.

In Sospel habe ich vor 42 Jahren mal mit dem Zelt übernachtet. Es war etwas außerhalb den Turini hoch. Wiedererkennen tue ich nichts mehr. Im Ortskern gibt es anscheinend aber das Restaurant noch mit dem ich eine schöne Anekdote verbinde. Wir waren zu zweit unterwegs und meinten noch genug Francs fürs Essen zu haben, es gab halt noch keine Geldautomaten, Scheckkarten oder Handys zum Bezahlen. Man musste zur Bank, die natürlich Sonntags geschlossen hatte.

Nach einem üppigen Essen, die knappe Kasse hatten wir mal großzügig außer Acht gelassen, fehlten uns 10 Franc. Wat nu? Die Bedienung wollte den Euroscheck nicht annehmen, hat aber den Chef gefragt. Der kam raus zu uns und nachdem wir klar gemacht hatte, dass der Scheck aus Deutschland sein hat er ihn gerne angenommen. Werde ich nie vergessen. Die gegenüberliegende Werkstatt ist heute allerdings eine Apotheke.

Der letzte Col auf der RDGA ist der Col de Castillon. Nur noch 706 m hoch aber mit Scheiteltunnel versehen. Anstelle des neuen, längeren und gut ausgebauten Tunnels nehmen wir natürlich die alte und teilweise schmale Straße. Auf der Abfahrt ergibt sich die erste Ahnung von Mittelmeer.

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Bevor es ans Meer geht hat der gute Athos noch eine kleine Schleife mit Aussicht durchs Wohnviertel in die Route geschmuggelt. Der erste richtige Mittelmeerblick.

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Der Verkehr in Menton ist nervig dicht. Aber am zweiten Nullpunkt der RDGA ist glücklicherweise wenig los. So können wir in Ruhe in dem Fußgängerbereich herumfahren und unsere Bilder machen.

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Es wird Zeit fürs Hotel, schließlich sind wir ja nur hier um im Mittelmeer zu schwimmen. Das Prince de Gallus (auf Deutsch: Prince of Wales)(wir übernachten adlig) empfängt uns wieder mit „Englisch oder Französisch“. Ich verstehe maximal dreiviertel von dem was d’Artagnan mit der netten Rezeptionistin ausmacht. Aber er arbeitet schließlich in einem internationalen Konzern und ich muss mich mit den Resten meines Schulenglisch begnügen.

So ein wenig Sorge hatten wir wo die Stahlrösser bleiben können. Die durften aber im Garten abgestellt werden.

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Zeugs auf Zimmer bringen, netterweise haben wir Zimmer mit Balkon bekommen. So können die von den heutigen Temperaturen durchgeschwitzten Klamotten draußen auslüften. Dann Badehose an und ab ins Meer. Glücklicherweise gibt es keine Bilder vom Whaleswimming. Aber vom Balkon aus.

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Fürs Restaurant hat unser Benjamin einen Tisch draußen reserviert. Gute Entscheidung, ist ziemlich was los hier. Trotz des Straßenlärms von nebenan. Man kann die Ampelphasen deutlich nachvollziehen.

Wir gönnen uns heute mal Menü. Zumal das mit 33 Euro für die Location ziemlich preiswert erscheint.

2 x Soupe à loignon gratinée, 2 x salad quinoa als Vorspeise

1 x Daurade Teriyaki, 1 x Travers de porc sauce moutarde, 1 x Supreme de poulet Fermier, 1 x Fondant de boeuf als Hauptspeise

2 x Tiramisu du Chef und 2 x Pannacota fruits rouge als Dessert

Alles formidabel.

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Auch beleuchtet sieht das Hotel gut aus.

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Man kann gut erkennen in welchen zwei nebeneinanderliegenden Zimmern die Stahlrossfahrer hausen.

Nochmal den Mond und das Meer ablichten und dann ab in die Koje. Der Tag war ob der Temperaturen nicht ganz unanstrengend.

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Dienstag Tag 8 Teil 1



Die Nacht war richtig gut. Nur einmal dem Bedürfnis alter Männer nachkommen müssen, top geschlafen. Dann fällt mir ein warum, wahrscheinlich.

Seit Mitternacht bin ich R E N T N E R. Ich muss gar niGS mehr. Nur noch was meine Frau will.

Portos und d’Artagnan sind bereits vor Sonnenaufgang schwimmen.

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Da bleibe ich mal lieber auf dem Balkon und mache ein paar Bilder von meinem Lieblingsmotiv. Der Sonne.

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Schnell noch ein Tagesbild von der Hotelfront.

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Dann ab zum Frühstück. Das Buffet ist umfangreich. Und auch der schon etwas ältere Frühstücksmensch (geschätzt jenseits von 70) spricht perfektes Englisch. Ich bin echt beeindruckt. Das bin ich so von früher (+15 Jahre zurück) nicht gewohnt.

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So ein Frühstück im Sonnenaufgang auf der Hotelterrasse mit Meerblick, das hat schon was.

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Wer einmal in der Gegend etwas zum Übernachten sucht, dem sei das Prince de Gallus wärmstens empfohlen.

Tiefblauer Himmel, ruhiges Meer und Sonne, ich könnte noch den ganzen Tag hier mit fotografieren verbringen.

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Aber heute steht etwas auf dem Programm, dem ich auch schon seit 40 Jahren hinterherlaufe. Der Grand Canyon du Verdon. Jedes Mal, wenn er auf der Tourplanung stand kam etwas dazwischen. Mal war es mit 40° Celsius zu heiß um noch weiter nach Süden zu fahren, mal kam ein Plattfuß dazwischen, mal lag er in der Planung doch etwas zu weit abseits. Heut gilt es.

Zunächst gibt es einen Abstecher nach Monaco. Wenn ich schon mal hier bin, dann will ich mir das auch ansehen.

Ein letzter Blick zurück nach Menton.

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Und schon taucht Monaco auf.

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Fahrtechnisch ist das nun nicht gerade der Bringer, aber einen kleinen Teil der Formel 1 Strecke wollte ich dann doch unter die Hufe nehmen. Also Hafentunnel und Schwimmbad, an dem wir dann auch Halt machen um ein paar Bilder zu schießen.

Schwimmbad

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Ein paar Schiffchen

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Dass die Rascasse auch auf dem Tourplan steht hatte ich nicht realisiert.

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Nun kommt der schwierigste Teil des heutigen Tages. Sich im unterirdischen Straßenreich von Monaco zurecht zu finden. Komischerweise verweigert das Navi seinen Dienst. Und die Abzweigmöglichkeiten sind reichlich. Die erste Runde geht schon mal schief und beschert uns eine zweite Vorbeifahrt an Schwimmbad und Rascasse. Beim zweiten Mal wird es auch nicht einfacher.

Der erste Abzweig passt.

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Im Kreisverkehr mit 5 abzweigenden Straßen ist es mehr oder weniger ein Lotteriespiel den richtigen zu treffen.

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Wir sind einen zu spät. Macht nix, noch ein wenig durch französisch-monegassisches Grenzgebiet herumfahren. Der ganze Ausflug hat jetzt locker eine dreiviertel Stunde gebraucht. Da ich aber noch nie hier war und so schnell nicht wieder hierhin komme, nett investierte Zeit.

So ein letzter Blick zurück auf Sonne und Meer sei noch gestattet.

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Und ein paar der hier herumcruisenden Schiffchen mit einem schon etwas größerem Bötchen müssen auch noch aufs imaginäre Zelluloid.

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Manchmal sieht es auf den Karten bei der Planung völlig anders aus als die Realität später hergibt. Schöne schmale Waldwege standen eigentlich auf dem Programm. Das entpuppte sich leider als Gegurke durch Wohnviertel. Runter ins Tal und auf der anderen Seite wieder hoch. Sieht langsam besser aus. Bevor es zum ersten Pausenpunkt geht noch ein kleines Stück unbefestigter Weg parallel zur Hauptstraße.

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Der erste Pausenpunkt ist ein Einheimischencafé in einem kleinen Ort. Schön hier, sehr schmale Gässchen und so gut wie keine Parkplätze. Die Stahlrösser halbwegs sicher abzustellen ist anspruchsvoll. Während wir unsere Rast genießen, sehen wir manches halbwilde Fahrmanöver.

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D‘Artagnan verliert einen Ohrstöpsel. Obwohl wir alle die Umgebung des Tisches und des Motorrades absuchen, selbst 8 Augen finden nix.

Es ist heute Morgen schon richtig warm. 30°+. Also den Miniladen im Ort geentert und Wassernachschub geholt.

Etwas weiter sehe ich in einer Kurve einen Stein liegen. Natürlich treffe ich ihn mit dem Vorderhuf voll. Wie war das nochmal mit der Blickführung.:rolleyes:

Aber schön ist es hier.

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Anscheinend hat d’Artagnan heute die Speed-Tropfen beim Frühstück abgekriegt. Er fährt einfach an mehreren schönen Fotopoints vorbei. Das passiert ihm sonst nicht. Über Hochebenen und durch Hochtäler, alles einfach wunderbar hier.

Gelegentlich muss aber doch mal eine P-Pause eingelegt werden.

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Das zweite Stückchen Offroad ist mit einem relativ neuen hässlichen Schild versehen.

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Unserem heutigen Tourguide fehlt die Abgeklärtheit des Alters und er zuckt zurück. Wir treiben unsere Stahlrösser außen herum.

Das dritte Stück ist aber fahrbar und mit großen Pfützen versehen. Das macht Spaß.

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Und war äußerst erfolgreich. Zumindest das Stahlross sieht jetzt nach einer harten Tour aus.

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In Trigance in der Bar Le Piccolo machen wir die zweite Rast des Tages. Wobei ein Schattenplätzchen zu finden gar nicht so einfach ist. Alles besetzt. Aber den Sonnenschirm mal korrekt ausgerichtet, dann geht’s.

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Langsam kommt Tagesziel und -zweck in Sicht. Grand Canyon du Verdon.

Die Schlucht ist schon beeindruckend, wir vereinbaren freies Fahren bis zum Ende. Jeder soll ohne Stress da halten können wo er fotografieren oder schauen möchte. So kullern wir auf der Südseite der Schlucht entlang, mal alleine , mal zu zweit oder dritt und mal alle zusammen.

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In Aiguines kommt mir noch ein geeignetes Domizil vor die Linse. Ich fürchte nur zum Erwerb fehlt mir das nötige Kleingeld.

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Am Lac de Saint-Croix machen wir den obligatorischen Pflichtfotostopp.

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D‘Artagnan sucht wie immer die besondere Perspektive (und findet sie auch meistens). Hier gerade beim Rückerklimmen des Parkplatzes.

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