Motorrad-Nachrichten

Glaube ich nicht, dass das unbedingt gut funktioniert, denn die typische BMW-Kundschaft will keinen Boxer aus China, und der Rest will keinen Boxer;-) Es gibt ja inzwischen auch Harley-Kopien von Shineray, gefertigt auf Harley-Maschinen. Die rollen jetzt auch nicht den Markt auf.
Das ist nur eine Frage (kurzer) Zeit.
China macht große Fortschritte, und die chinesische Regierung verteilt großzügig Subventionen.
In wenigen Jahren werden chinesische Motorräder besser und günstiger sein als alle europäischen Modelle. Dann wird sich zeigen, ob die Menschen weiterhin zu BMW greifen oder sich für ein besseres und preiswerteres Motorrad entscheiden.
In den 1970er-Jahren war es mit japanischen Autos ganz ähnlich. Anfangs wurde darüber gespottet, doch innerhalb von zehn Jahren verkauften sie sich wie warme Semmeln.

Und warum?
- Massive Subventionen: Die chinesische Regierung investiert Milliarden in Forschung und Entwicklung, Produktionskapazitäten und Exportförderung.
- Vertikale Integration: Viele chinesische Hersteller kontrollieren die gesamte Wertschöpfungskette – von Rohstoffen bis zur Endmontage – was die Kosten senkt und Innovation beschleunigt.
- Schnelle Lernkurve: Durch Reverse Engineering und Kooperationen mit europäischen Marken (oft in Form von Joint Ventures) lernen sie extrem schnell.

Was das für Marken wie BMW bedeutet:

- Preisdruck: Ein BMW-Motorrad für 20.000 € muss sich bald mit einem chinesischen Konkurrenten für 14.000 € mit vergleichbaren Spezifikationen messen.
- Markentreue unter Druck: Besonders bei jüngeren Käufern, die weniger emotional an Marken gebunden sind und stärker auf technische Daten und Preis achten.
- Produktionsverlagerung: Viele „europäische“ Motorräder stammen bereits aus Asien. Die Grenze zwischen Markenidentität und Herkunft verschwimmt zunehmend.

BMW und andere europäische Marken werden sich entscheiden müssen: entweder steigen sie in den Preis-Leistungs-Wettbewerb ein, oder sie positionieren sich noch konsequenter als Premium-Lifestyle-Marke — mit allen damit verbundenen Risiken. Auf Markentreue zu vertrauen ist in einem zunehmend rationalen Markt tatsächlich eine riskante Strategie.

Ich denke, darauf zu vertrauen, dass die Leute ohnehin bei BMW bleiben, ist ein allzu naiver Traum.
 
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In den 1970er-Jahren war es mit japanischen Autos ganz ähnlich. Anfangs wurde darüber gespottet, doch innerhalb von zehn Jahren verkauften sie sich wie warme Semmeln.
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Ich habe hier ca. zwanzig Jahrgänge "MOTORRAD" aus den 70ern und 80ern liegen und lese seit vielen Monaten täglich, meist beim Abendessen, ein Heft nach dem anderen chronologisch durch (Danke, Georg!)

Ich müsste zwar nicht lange suchen nach Beispielen, aber glaubt mir, die Kommentare, Glossen, Testberichte und nicht zuletzt Leserbriefe zu den aufkommenden japanischen Mtorrädern lesen sich in den Ausgaben der frühen 70ern Eins zu Eins wie die entsprechenden Kommentare aktuell zu den Chinesen. Die Überheblichkeit mancher MOTORRAD-Redakteure (und die Missgunst bei sportlichen Erfolgen) gegenüber den japanischen Herstellern war teilweise atemberaubend.

Fazit: alles schon mal dagewesen.
 
Es gibt einen wichtigen Unterschied zu früher: Mehrere europäische Hersteller lassen in China produzieren ... die chinesische Fertigungsqualität schlecht zu reden, erwiese sich als Bumerang.

Was die Chinesen wahrscheinlich nicht so einfach leisten können, ist schnell ein schlagkräftiges Händlernetz aufzubauen.
 
Ich denke, darauf zu vertrauen, dass die Leute ohnehin bei BMW bleiben, ist ein allzu naiver Traum.
Sollten die Chinesen mit dem Motorradmarkt das tun, was die Japaner mit dem Automarkt gemacht haben, habe ich den Trost, dass ich bis dahin altersbedingt wahrscheinlich eh kein Motorrad mehr fahren werde, also wäre es mir egal;)
 
Sollten die Chinesen mit dem Motorradmarkt das tun, was die Japaner mit dem Automarkt gemacht haben, habe ich den Trost, dass ich bis dahin altersbedingt wahrscheinlich eh kein Motorrad mehr fahren werde, also wäre es mir egal;)
Ehrlich gesagt: Toyota hat in Deutschland einen Marktanteil von vier Prozent, VW von über 20. So viel haben die Japaner da nicht zerrissen.
 
Um das einmal ins richtige Verhältnis zu setzen: Toyota ist der größte Automobilhersteller der Welt. Und die europäischen Hersteller haben derzeit große Schwierigkeiten. Auch VW steckt in ernsthaften Problemen.
Wir dürfen in Europa nicht so tun, als hätten wir kein Problem…
 
Um das einmal ins richtige Verhältnis zu setzen: Toyota ist der größte Automobilhersteller der Welt. Und die europäischen Hersteller haben derzeit große Schwierigkeiten. Auch VW steckt in ernsthaften Problemen.
Wir dürfen in Europa nicht so tun, als hätten wir kein Problem…
Ja, Toyota baut im Jahr 10 Millionen Autos, VW macht 9 Millionen;-)

Im Moment wird mir entschieden zuviel davon gesprochen, dass wir alle sterben werden. VW machte im ersten Halbjahr 2025 nach Steuern einen Gewinn von 4,5 Milliarden Euro - mehr als das Dreifache von Tesla übrigens.
 
... VW machte im ersten Halbjahr 2025 nach Steuern einen Gewinn von 4,5 Milliarden Euro - mehr als das Dreifache von Tesla übrigens.

Also weniger als das Vierfache?
Krass, so gut hätte ich Tesla nicht eingeschätzt (oder VW nicht so schlecht).
 
Ja, Toyota baut im Jahr 10 Millionen Autos, VW macht 9 Millionen;-)

Im Moment wird mir entschieden zuviel davon gesprochen, dass wir alle sterben werden. VW machte im ersten Halbjahr 2025 nach Steuern einen Gewinn von 4,5 Milliarden Euro - mehr als das Dreifache von Tesla übrigens.
Das erinnert mich doch sehr an dieses Bild:
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Man muss sich nur den Zustand der europäischen Automobilhersteller und die Herausforderungen ansehen, vor denen sie stehen, um zu erkennen, dass es ihnen nicht gut geht. Dasselbe wird auch mit den europäischen Motorradherstellern passieren. Oder mit dem, was davon noch übrig ist – denn was ist eigentlich noch wirklich europäisch an vielen Motorradmarken?
 
Oder mit dem, was davon noch übrig ist – denn was ist eigentlich noch wirklich europäisch an vielen Motorradmarken?
Mir fallen da auf Anhieb BMW, Ducati und Triumph ein. Auch wenn die, wie viele andere auch, Teile aus Asien einkaufen oder Komponenten dort fertigen lassen.
 
Auch diese Marken lassen zunehmend Motorräder in Asien fertigen. Zwar werden durchaus noch Motorräder in Europa produziert, doch stammen die Bauteile dafür häufig aus Ländern außerhalb der EU.
Es ist keine angenehme Botschaft, aber die Automobilindustrie in Europa hat derzeit keine rosige Zukunft.
 
Mir fallen da auf Anhieb BMW, Ducati und Triumph ein. Auch wenn die, wie viele andere auch, Teile aus Asien einkaufen oder Komponenten dort fertigen lassen.
Triumph? Lässt fast alles in Thailand bauen. Auch Speed Triple und Tiger 1200

Meines Wissens bauen KTM, BMW, Ducati überwiegend nur noch die grossvolumigen Motoren und Motorräder in Europa. Wobei alle Reihenzweizylinder Motoren wohl mittlerweile in Asien produziert werden.
 
Triumph? Lässt fast alles in Thailand bauen. Auch Speed Triple und Tiger 1200

im Gegensatz zu anderen europäischen Herstellern fertigt Triumph in Thailand im eigenen Werk, eines der modernsten der Welt. In Hinckley England ist der Firmensitz und die Forschung, Entwicklung und Design. Die Triumph TFC Modelle werden in Hinckley gefertigt, so wie alle großen Modelle für den europ. Markt endgefertigt (die Gießerei befindet sich in Thailand). Es werden zunehmend die Produktionlininen der "kleineren" Modelle auch in England gefertigt, weil das Werk in Thailand an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Daher die "Auslagerung" der Produktion der 400ccm Modelle zu Bajaj.

Mit Bajaj Auto gibt es in Indien eine Kooperation, hier fertigt Bajaj nach Triumph Standards die 400ccm Modelle. Triumph legt übrigens Wert darauf, dass weltweit in ihren Fabriken die gleichen Qualitätsnormen gelten, Egal ob Thailand, Brasilien (auch dort haben sie ein Montagewerk) und man munkelt, dass dieser weltweite Standard sogar die Produktion in England gezwungen hat, besser zu werden ;)

Bajaj Auto (hier im Forum nicht ganz unbekannt, nun KTM Eigentümer) gab übrigens schon am 1. Juli 24 bekannt, für Triumph innerhalb eines Jahres 50.000 Motorräder produziert zu haben, die in Asien und Ozeanien abgesetzt wurden.
Triumph hatte 2024 das bester Jahr der Firmengeschichte mit knapp 135.000 verkauften Motorrädern weltweit. Damit ist Triumph nach BMW und KTM der drittgrößte Hersteller in Europa.
 
Zuletzt bearbeitet:
Als ich gestern eine neue Miele Waschmaschine kaufte (die bisherige Miele, gekauft 2002, hat schon nach 23 Jahren aufgegeben) erfuhr ich: Produktion in Polen. Türe aus Kunststoff statt Metall. Lager des Waschzubers: Kunststoff statt Metall.

Ob die auch 23 Jahre hält? Aber vielleicht halte ich ja auch keine 23 weitere Jahre mehr?
 
Triumph hatte 2024 das bester Jahr der Firmengeschichte mit knapp 135.000 verkauften Motorrädern weltweit. Damit ist Triumph nach BMW und KTM der drittgrößte Hersteller in Europa.
Naja, wenn man deinen Ausführungen glauben darf, stellt Triumph ja nur einen kleinem Teil seiner Motorräder in Europa her. Da darf man dann ja schon die Frage stellen, ob nicht sogar Honda mehr Motorräder in Europa baut als Triumph:


Und wenn man diese Lesart fortsetzt, dürfte auch KTM bald kein europäischer Motorradbauer mehr sein, denn im Moment sieht es ja wohl so aus, dass die ganze KTM-Produktiin nach Indien geht. Man könnte argumentieren, dass Triumph seine Motorräder in Europa entwickelt, aber das tut Royal Enfield auch;-)
 
Als ich gestern eine neue Miele Waschmaschine kaufte (die bisherige Miele, gekauft 2002, hat schon nach 23 Jahren aufgegeben) erfuhr ich: Produktion in Polen. Türe aus Kunststoff statt Metall. Lager des Waschzubers: Kunststoff statt Metall.

Ob die auch 23 Jahre hält? Aber vielleicht halte ich ja auch keine 23 weitere Jahre mehr?

Das ist IMHO das große Problem mit Miele. Ich war gestern Trockner gucken, da kosten Billigteile 500 Euro, Markengeräte 800 Euro und Miele 1500 Euro. Früher war es so, dass eine Miele dreimal so lange gehalten hat wie eine andere Maschine. Wenn sie das heute nicht mehr tut, warum ist sie dann immer noch so teuer?
 
ich hab jetzt mal den Firmensitz als europäisch angenommen und da wird wohl, nach KTM die Firma Triumph (immer noch fest in englischer Hand) den Platz 2 übernehmen. so wie Honda japanisch und RE halt indisch ist.
 
„Enshittification“ ist überall.
 
ich hab jetzt mal den Firmensitz als europäisch angenommen und da wird wohl, nach KTM die Firma Triumph (immer noch fest in englischer Hand) den Platz 2 übernehmen. so wie Honda japanisch und RE halt indisch ist.
Hast natürlich recht, aber solche Aussagen wie größter Hersteller Europas sind komisch, wenn nicht in Europa produziert wurde. Als Fiat Chrysler Automobiles noch ohne PSA war, waren die demnach auch größter Autohersteller Hollands, weil der Laden in Holland registriert war;-)
 
Oder wie der CEO von Bajaj kürzlich sagte: „Die europäische Produktion ist tot.“
Vielleicht etwas vorschnell, aber ganz Unrecht hat er nicht.
 
Wo ist eigentlich zu hören, dass unsere westliche Welt "Motorräder" im Verkehrssystem berücksichtigt?

Ich lese und sehe nur E-Mobilität ...... auf 4-Rädern und dann vielleicht noch ein paar Fahrradwege, aber Motorräder :rolleyes:.....

In Italien quellen die "Rollerparkplätze" über, Motorräder müssen auf speziellen Parkplätzen abgestellt werden, die aber alle voll sind ......, hört oder liest man etwas darüber?

Ich sehe keine ZUKUNFT für Motorrräder - zumindest nicht in Europa, und schon gar nicht für Motorräder über ca. 700 ccm.

Mir ist es am Ende egal, wo was produziert wird, es sollte nur einfach funktionieren und easy zu repariern sein.

Ich möchte mich von meinen Anschaffungen trennen, weil ich es nicht mehr will und nicht, weil die Schraube nicht mehr lieferbar ist.

Ich bin der Meinung, die Motorradhersteller zerstören sich gerade selber!

Wer will in 20 Jahren noch eine elektronisch überladene R1300GS zum Laufen bringen können, wenn er sie im Schopf seines Großvaters gefunden hat ...?

..... achso - da fragt man die KI - die macht das dann 🤣🤣🤣
 
Das ist IMHO das große Problem mit Miele. Ich war gestern Trockner gucken, da kosten Billigteile 500 Euro, Markengeräte 800 Euro und Miele 1500 Euro. Früher war es so, dass eine Miele dreimal so lange gehalten hat wie eine andere Maschine. Wenn sie das heute nicht mehr tut, warum ist sie dann immer noch so teuer?
Bei Trocknern und Waschmaschinen sehe ich die Sache mit der Haltbarkeit ein wenig anders.
Wenn unser Trockner aus 2002 noch funktionieren würde, hätten wir seit 23 Jahren einen veralteten, stromfressenden, sehr heiß laufenden, nicht wäschefreundlichen Ablufttrockner im Keller stehen.
Da wir hier nur mittelklasse Geräte kaufen, ging es über einen Kondenstrockner zu jetzt einem Wärmepumpengerät.
Ich glaube, wenn man die Anschaffungskosten und den Energiebedarf rechnet, stehen wir uns so deutlich besser. Von der schonenderen Arbeitsweise des aktuellen Trockners mal abgesehen.
 
Wo ist eigentlich zu hören, dass unsere westliche Welt "Motorräder" im Verkehrssystem berücksichtigt?

Ich lese und sehe nur E-Mobilität ...... auf 4-Rädern und dann vielleicht noch ein paar Fahrradwege, aber Motorräder ...
Motorräder sind in unseren Breiten nunmal vorwiegend Freizeitfahrzeuge. Die durchschnittliche Jahresfahrleistung von ca. 2400 km und das mit einem hohen saisonalen Anteil sagt doch alles.
Ob Motorräder eine Zukunft haben, hängt davon ab, ob sich die nachwachsende Kundschaft dafür begeistert oder das Geld lieber für Smartphones, Reisen etc. ausgibt. Der Führerschein ist teuer, der Unterhalt eines Motorrad ebenfalls ... der Anteil der Selbstschrauber nimmt sicher rapide ab.

Die Stoßrichtung der Hersteller, größer, schwerer, schneller, mit einer Flut an Assistenzsystemen, ist tatsächlich zu hinterfragen. Gerade BMW ist da Vorreiter und sehr viele Kunden von Neufahrzeugen setzen beim Zubehör ohne großes Nachdenken ihre Häkchen (weil die Maschine ohne angeblich kaum noch zu verkaufen sei). Die Motorradpresse hilft kräftig mit, Automatik-Getriebe, Radarsysteme, Connectivity etc. als notwendig zu vermitteln. Als wenn der Spaß am Motorradfahren davon abhinge ...
 
Einverstanden. Als ob Motorradfahren erst mit all diesen technischen Spielereien Spaß machen würde.
Übrigens ist BMW ziemlich spät dran mit Radar, Automatikgetriebe und automatischer Höhenverstellung – andere Marken waren da schon deutlich früher. Aber ein BMW ist eben erst dann ein echter BMW, wenn er voll ausgestattet ist… oder so lautet zumindest die Geschichte am Markt 😄
 
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