Kettenglied eingerissen

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Motorrad
BMW R1200 GS
Heute schreibt mir mein Sohn „Was macht man da, ist bei der Kettenpflege aufgefallen?“

1778259297421.jpegErste Reaktion meinerseits „Auf keinen Fall damit fahren!“
Wie passiert denn sowas, ist etwas in die Kette geflogen oder ist das Rad nicht richtig eingesetzt?
Mein Ansatz wäre das Ritzel und das Kettenrad auf Beschädigungen überprüfen und schauen ob die Kette noch innerhalb der Norm ist und dann ein passendes Nietschloss an der Stelle einsetzen.
Ist das eine Dauerlösung oder sollte man gleich komplett einen neuen Kettensatz einsetzen?
Welche Kettennieter könnt ihr empfehlen?
Das Motorrad ist eine BMW F800R von 2015.
Vielen Dank für jegliche Tipps!
 
Kettenrad anschauen und falls verschlissen: Kettensatz guten Gewissens ersetzen.
Falls das Kettenrad noch gut aussieht: Kettensatz mit schlechtem Gewissen ersetzen, da man Material und Geld wegwirft.

Solange es keine plausible Erklärung für den Gewaltbruch gibt, würde ich den anderen Gliedern auch nicht mehr voll vertrauen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hab gerade bei Tante Louise geschaut. Mehrkosten für den gesamten Kettensatz von DID liegen bei 50 €, Kette 117 €, Kettensatz 167 €. Da muss man nicht nachdenken. Original Kette plus Zahnräder kommen bei Leebman kommt auf ca. 230€, auch kein Beinbruch.

Die Vertrauensfrage ist ein gutes Argument.
 
Solange es keine plausible Erklärung für den Gewaltbruch gibt,
...das wird sich nachträglich nicht mehr ohne weiteres klären lassen. Stein/Ast o. ä. eingefangen und übers Ritzel o. Kettenblatt gezogen?

Tatsächlich dürfte ein einseitig gerissenes Kettenglied absolute Seltenheit sein.
Wenn's kein Materialfehler war, war die Kraft immens...

Alles neu ist sicher nicht ganz verkehrt!
 
Welchen Hersteller von Kettensätzen könnt ihr empfehlen? Ich tendiere zu DID, weil weit verbreitet.
 
So was habe ich bei mehr als 600 000km mit Kettenantrieb noch nie gesehen. Ich würde am ehesten einen Materialfehler oder Fertigungsfehler beim Vernieten der Kette vermuten.

Ich würde den kompletten Kettensatz tauschen. Hersteller würde ich DID nehmen, damit habe ich seit mehr als 400 000km gute Erfahrung (vielleicht auch mehr, aber bei den vielen Ketten könnte auch die eine oder andere Regina darunter gewesen sein).

Bei der Wahl von DID ist jetzt die Frage welche Kette
- DID525ZVM-X2
- DID525VX3

ZVM hält nach meiner Erfahrung deutlich länger als VX3, kostet aber auch mehr. Bei einem Vielfahrer würde ich ZVM empfehlen, bei jemandem der wenig fährt VX3.

Ich verbaue immer Endlosketten, dann wird das Schwingenlager auch ab und zu mal geschmiert. Aber nieten geht natürlich auch.

Kettensätze mit
- ZVM gibt es so ab 170 Euro (Beispiel https://www.kettenmax.de/did-ketten...00-r-15-did525zvm-x2-kette-53881.html?c=19559)
- VX3 ab 130 Euro (Beispiel https://www.kettenmax.de/did-ketten...f-800-r-15-did525vx3-kette-53882.html?c=19559)

Ich kaufe die Ketten eben meistens bei Kettenmax, aber es gibt natürlich auch andere Anbieter.
 
Lohnt sich ein Silentritzel oder ist das mehr oder weniger Voodoo?

Zum Schadbild habe ich mir überlegt, ob die Kette vielleicht zu locker ist und dadurch beinahe abgesprungen ist oder könnte ein steifes oder schwergängiges Kettenglied auf Dauer so einen Schaden verursachen? Oder ein „Spaßvogel“, der etwas wie eine Schraube zwischen die Glieder geschoben hat, aber das höre man beim Anfahren gemerkt. Wenn es kein Materialfehler war, muss es weitere Spuren geben, entweder am Ritzel oder am Kettenblatt.

Wie dem auch sei, die Kette ist knapp 20000 km gelaufen, da wird auf jeden Fall komplett getauscht. Laut Rechnung soll es eine „JMT Keso 3K o.ä.“ gewesen sein, habe ich jetzt nicht mehr im Kopf, auf alle Fälle wird es eine andere werden.
 
Nur Kette tauschen, Kettenschloss einsetzen kann man machen als Notlösung - z.B. weil man am WE fahren muss, man auf Reise ist, o.ä.
Zuhaus ist, wenn der Kettensatz schon ein paar km drauf hat, es eher sinnvoll dern ganzen Satz rauszuwerfen.
So ein defekt an einem Glied habe ich noch nie gesehen, sieht entweder nach Materialfehler oder beim Nieten in der Produktion beschädigt (gesprengt) aus.

Schau Dir mal Enuma an, mein Favorit bei den Kettenschlössern und auf Reise als Retter dabei.

(Muster ohne Wert - passendes Material bitte selbst aussuchen)
1778309747439.png
 
So, Kettensatz ist bestellt, Werkzeug vorhanden, Sohn fährt erstmal Fahrrad.
Vielen Dank für eure Hilfe!
 
Nun sollte alles wieder im grünen Bereich sein. Der ADAC hat den Transport des Fahrzeugs in die heimische Werkstatt übernommen, vielen Dank an den netten „auch GS-Fahrer“.
Zuhause haben wir dann den neuen Kettensatz eingebaut und den alten Schmodder aus Kettenspray und Schmutz entfernt. Als Bonus gab es einen CLS Kettenöler obendrauf.

Mit Unterstützung von RepROM und guter Einbauanleitung sowie vorhandenem guten Werkzeug war der Um- und Einbau manchmal fummelig aber kein Problem.

Was bleibt ist ein neuer Kettennieter und die Erkenntnis meines Sohnes, dass man Schrauben ordentlich wegräumt , wenn man nicht suchen möchte oder Ersatzschrauben verwenden möchte. 😎

Es muss wohl ein Materialfehler oder eine fehlerhafte Vernietung bei der Produktion gewesen sein, Kettenspannung, Kettenrad und Ritzel waren nicht zu beanstanden, sind trotzdem mit der Kette beim Schrott gelandet.

Frei nach Mikko: Insgesamt überwiegt das gute Gefühl über das „verlorene Geld“.
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In meiner Jahrzehnten langen Kettenzeit so noch nicht gesehen. Mein Tipp wäre Materialfehler.
 
In den meisten Fällen sieht man das so nicht, weil die Kette dann komplett gerissen ist.
 
Schwein gehabt. Mein Sohn hat die Kette seines Gravelbikes gewachst und dachte sich bei der Gelegenheit kann er auch die Motorradkette reinigen und pflegen. Das Ausmaß der Beschädigung ist erst nach der Reinigung aufgefallen, vorher war es eher unauffällig.
 
Eigentlich ein kleines Wunder, dass die Kette nicht gerissen ist. Die ganze Kraft nur auf eine Lasche ist enorm. Dinge gibt es, die gibt es gar nicht. Ich hätte auch kpl. gewechselt. Wer schon mal gesehen hat, was eine gerissene Kette so alles anrichten kann (gerissener Motorblock), macht an dieser Stelle keine Experimente. Und übel auf die Nase fallen kann man auch noch.
 
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