Grödner Joch Zu ab Sep 2026

Das ist doch überall so.

1980 war ich das erste Mal auf Fuerteventura, 2 Hotel im Norden und der Robinson Club im Süden, mehr war nicht. Der Flughafen war eine Hütte neben dem Rollfeld.
Toll entspannter Urlaub, nix los und viel Kontakt zu den Einheimischen.

1995 war ich nochmals dort, echt unterirdisch, der Süden komplett zugebaut, im Norden Liegen am Naturstrand und x Hotels im ehemaligen Fischerdorf.
Überall war es überfüllt, möchte dort gar nicht mehr hin.

Von Erholung keine Spur, total überlaufen.

Die Gier hat die Insel zerstört, wie in fast allen Touristen-Hochburgen, mehr, immer mehr und wenn die Betten dann belegt sind:

Mann sind das viele, die sollen zu Hause bleiben.

Mallorca hat die Fehler vorgemacht und fast alle haben es überall nachgemacht und jammern jetzt, das es voll ist, obwohl es abzusehen war.

Ahja hmmm,

also ich antworte mal mit einem klaren Jein darauf. 😂

Ich glaube wir verkennen die Dynamik und wie die entstanden ist. In deinen eben von dir genannten 1980 ern wurde insbesondere unsere Generation flügge, jedenfalls plus minus. Wir machten uns damals auf in die Welt, ich auch und waren gerne mal auf der Suche nach dem Abenteuer und der Ursprünglichkeit. Eben auch weil man mit den Eltern noch am Teutonengrill rumhing und jetzt für sich was anderes suchte.

Dein Beispiel zeigt es ja ganz gut. Und dann begann die Dynamik der Mundpropaganda, soziale Medien war ja noch nicht. „Da musst du mal hin, total schön, ursprünglich und die ganzen Einheimischen und überhaupt…“

Nun und dann fuhren auf einmal immer mehr da hin. Die hingefahren sind hatten Bedürfnisse, suchten Unterkünfte und so nahm das Unheil seinen Lauf. Irgendwann bekamen auch die Standardtouristen mit, das da ganz viele hinfahren weil so schön und überhaupt…und dann kamen die Massenunterkünfte. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die „Eroberer“ bereits wieder von da zurückgezogen nach dem Motto „Kannst du nicht mehr hinfahren, ist total überlaufen und touristisch jetzt. Aber ich bin jetzt da und dort gewesen, da ist es noch total ruhig und ursprünglich usw…“ Worauf hin…man kann es sich bereits denken. 😉

So hat sich dieser Zyklus weiter gezogen. Und dann kamen irgendwann soziale Medien dazu, es wurde auf Facebook gepostet was das Zeug hält, von weiteren tollen Orten geschwärmt, wo die Welt noch in Ordnung ist und ratz fatz zog die Karawane weiter. Natürlich haben sich im Verlauf der „Erschließung“ dieser ganzen Gebiete die Geschäftemacher drauf gesetzt. Haben Bettenburgen gebaut und mit der Masse kamen die Restaurants, die Imbisse, die Bars und was weiß ich noch alles.

Daher auch mein anfängliches „Jein“. Ich denke nur in den seltensten Fällen gibt es traumhafte Gegenden, wahrscheinlich am ehesten noch bei Südseeinseln, wo Leute, respektive Investoren, herkommen und aus quasi nicht von Touristen frequentierten Orten mal ins Blaue hinein eine Touristengegend machen wollen.

In der Regel hat es im Vorfeld immer diese „Eroberer“ gegeben, die auf der Suche nach den Plätzen waren, wo die Welt noch in Ordnung ist und genau damit haben sie angefangen die Totenglocken für diese Gegend zu läuten. Das ist auch unsere eigene Schuld was da so passiert ist. Jedenfalls zu einem Teil. Und gerade Motorradreisende waren in frühen Zeiten wie in den 80 ern, dafür bekannt eher unkonventionell unterwegs zu sein. Ich erinnere mich gut an diese Zeiten und Gegenden wo nix los war.

Natürlich können wir nichts dafür was dann draus gemacht wird, wie etwas massiv ausgebeutet wird. Aber ich denke wir können uns selbst jedenfalls nicht davon freisprechen, diese Entwicklungen schlicht mit befeuert zu haben.

Wobei der Alpenraum um den es hier jetzt geht, da vielleicht nicht ganz das ideale Beispiel ist, weil einfach schon sehr lange als Touristengegend erschlossen.

Andererseits kam der Hype in den letzten rund 20 Jahren auch daher, das viele Touristen den „Eroberern“ gefolgt waren und in die Welt gezogen sind, während diese bereits wieder zurück waren und plötzlich das Hohe Lied gesungen haben, warum denn in die weite Welt hinaus, das Gute liegt doch direkt vor der Haustüre.

Und…Zack….auch befeuert durch Krisen in der weiten Welt und Übertourismus folgen (mal wieder) die Massen. Jetzt eben zurück in die Paradiese vor der Haustüre. Es ist schon tricky das ganze. 🤫

Gruß Guido
 
Ich sag mal "ich kann es verstehen". Aber letztendlich ist es wie in den Städten auch, immer mehr Verkehr und einhergehend Lärm. Lebe auch an einer Straße mit enorm angestiegenem Verkehrsaufkommen. Würde mich auch über ruhige Abende im Garten freuen, dass klappt aber auch immer weniger. Daher kann ich es verstehen. Aber die sich beschweren fahren auch meist motorisiert zum Einkaufen / ins Restaurant / Freizeit usw., sind also auch teil des Problems.
In den Städten wird es auch immer mehr, die Anwohner werden aber nicht gefragt, ist ja "notwendiger" Verkehr, durch die Straßen kommt man kaum noch durch, da komplett zugeparkt ...
Und dann werden noch die 15jährigen mit den 45km/h Bürgerkäfigen ausgerüstet.
Raum / Natur und Ruhe werden mehr und mehr zu einem Luxusgut.
 
...
Raum / Natur und Ruhe werden mehr und mehr zu einem Luxusgut.

Vor allem die Ruhe.
Und natürlich auch die Chancen, irgendwo in D. über eine nennenswerte Zeit (eins, zwei, drei Stunden?) mal niemandem zu begegnen.
Oder laufen zu können, ohne nach hinten hören und sehen zu müssen, ob jemand auf zwei oder vier Rädern angefahren kommt.

Btw., als zumindest etwas in die Kommunalpolitik einblickender Mensch finde ich es schon verblüffend, wie oft irgendwelche Scouts der Freizeitindustrie Landschaftsräume in ländlichen, potenziellen Ausflugsregionen nach Standorten für Premiumwandersteige, Bewirtungen, Aussichtstürme, Sommerrodelbahnen oder Kletterwälder abzuchecken.
Dazu kommen - speziell aus den konservativen Ecken - die Bestrebungen, mit Waldkindergärten Familien in die Region zu locken, mit privatwirtschaftlichen Friedwäldern zusätzlich zur Forstwirtschaft Wertschöpfung zu generieren und teils tief im Wald oder auf Mittelgerbirgsgipfeln gelegene Aussichtspunkte oder historische/kirchliche Relikte motorisiert anfahrbar zu machen, um dem Heer an Senioren Zugänglichkeit und Teilhabe zu ermöglichen.

Für Soziopathen oder einfach nur Menschen, die sich nicht ständig unter ihresgleichen aufhalten möchten, geht es jedenfalls nur in eine Richtung. Es wird weiterhin überall immer voller und voller.
 
Das Problem mit "zu viele Touristen am gleichen Platz" wird an vielen Örtlichkeiten entstehen und zu Konsequenzen führen. Egal, ob Dubrovnik, Dolo`s, usw.
Soziale Medien und kommerzielle Werbung durch Interessenverbände sei Dank.
Hier ein aktuelles Beispiel (ich lese keine BILD, aber bei der Suche mit dem Stichwort Vilnößtal war der Artikel ohne Bezahlschranke 🤣 ;) )

https://www.bild.de/news/ausland/su...gen-selfie-touristen-69804abffa531953d5218a96
 
Soziale Medien und kommerzielle Werbung durch Interessenverbände sei Dank
Stimmt Ali ... ein großes Problem dieser Zeit. Was mich aber immer wieder fasziniert ist wie wenig es braucht um diesem Desaster auszuweichen. Meist sind es wenige Kilometer und die Welt ist wieder in Ordnung. Das empfinde ich am Mummelsee, in Meran, Dubrovnik oder Carcassonne gleich und ja es gibt sie noch, die ruhigen, einsamen und nicht minder schönen Orte.
Aber diese sind -Gott sei Dank- selten nachzulesen und nicht publik, entdecken ist da die Überschrift ... und das macht mir wie vor 50 Jahren immer noch gleich viel Spaß.
 
Stimmt Ali ... ein großes Problem dieser Zeit. Was mich aber immer wieder fasziniert ist wie wenig es braucht um diesem Desaster auszuweichen. Meist sind es wenige Kilometer und die Welt ist wieder in Ordnung. Das empfinde ich am Mummelsee, in Meran, Dubrovnik oder Carcassonne gleich und ja es gibt sie noch, die ruhigen, einsamen und nicht minder schönen Orte.
Aber diese sind -Gott sei Dank- selten nachzulesen und nicht publik, entdecken ist da die Überschrift ... und das macht mir wie vor 50 Jahren immer noch gleich viel Spaß.
👍
Ich war gestern 11.00 h kurz bei LOUIS in Reutlingen ein paar Einkäufe tätigen. Ab Honau bis zu LOUIS purer Horror. Danach bei der Weiterfahrt ab St. Johann kreuz und quer über Alb, kurz durchs Lautertal und weiter auf Nebensträsschen zurück nach Hause. Genuss pur. Kaum Verkehr, tolle Landschaft.
 
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