Federbeinservice

Andi#87

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Moin,
ich bin mir aktuell nicht (mehr) so sicher, wie lange gesammeltes Wissen und Erfahrung aus der Nachbarkneipe noch verfügbar sind, daher hier keinen Link auf einen vorhandenen Beitrag, sondern alles Life und in Farbe.
Den ersten Service haben die Federbeine bei 90.000km bekommen. Damals fand ich die Federbeinaugen schon grenzwertig, aber HH racetech meinte, die könne man weiter nutzen.
Letztes Jahr dann zeige sich beim Runterfahren von einem Bordstein ein vernehmliches Klackern aus dem Vorbau. Nach Kontrolle der Teleleverkonstruktion (ud i.o.) konnten es nur die vorderen Dämpderaugen sein.
Hinten merkte man, auf dem Hauptständer stehend, beim runterdrücken der Maschine ein deutliches mechanisches Klacken.
All das hat mich dann dazu motiviert bei 190.000km, die OP am offenen Herzen wieder auszuführen (nebst Jahresinspektion)
IMG_20260122_165014_690.jpg
Es war in der Tat so, das beide Federbeine, sowohl von den Federbeinaugen als auch vom Ausgleichsbehälter (was man mir später erzählte) Schrott waren. Am hinteren Dämpfer das untere Auge hatte sogut wie garkein Gummi mehr und alle anderen Federbeinaugen ein Axialspiel von 2-3mm.
Ich habe die Federbeine dann hierher geschickt zum Überholen, icl. dem Wechsel auf getunte Stickstoffbehälter
Gestern kamen die Dämpfer dann zurück:
IMG_20260130_145345_149.jpg
Also ich muss mich wirklich mal mit den Federbeinaugen beschäftigen.
Am hinteren Federbein wurde ja unten der komplette Halter getauscht, damit das Federbeinauge (wie) neu war.
Ich habe mal gelernt, dass Federbeinaugen gar kein Spiel haben. Und vor allem schon mal gar kein radiales Spiel. Axial und tangential könnte man ja noch diskutieren. Die angeblich neuen Federbeinaugen des vorderen Dämpfers haben ganz leichtes axiales Spiel.
Das wird sich, zumindest am Anfang, sicher nicht negativ bemerkbar machen.
Aber irgendwie nervt mich die ganze Konstruktion. Zumal sich konstruktiv, die Hülse eigentlich easy drehen lassen müsste, was aber bei den BMW Dämpfern nicht der Fall ist. Und nur für das bisschen (zusätzlichen) Gummipuffer, könnte man selbiges auch direkt weglassen.
Irgendwo in den Tiefen des Nachbarforums gab es vor Jahren mal nen Link zu Teflonlagern. Die würde ich mal ausprobieren. Oder Nadellager, wie früher;).
(Mal schauen wir lange noch schlechtes Wetter ist, dann könnte man ja mal suchen, auch nach der Frage, wie man die Aluhülse herausbekommt.)
BTT: Das vordere Federbein ist schon wieder drinnen. (3 Minuten) Heute kommt dann, ganz in Ruhe der Rest, so das ich optimistisch bin, dass meine GSA spätestens Mitte nächster Woche wieder ready for Eifel & C. ist:giggle:
 
Also ich muss mich wirklich mal mit den Federbeinaugen beschäftigen.
War bei meinem rein mechanischen Fahrwerk der 1150 ohne Elektronik aktuell auch der Fall.
Vorne am Öhlins, hinten am Wilbers.
Alle 3 "Augen" hatten fühlbares Spiel in alle Richtungen. Und die Augen konnten mit den Fingern ohne jeglichen Krafteinsatz verdreht werden. Um die Lager zu erahnende O-Ringe waren lose und stark verformt/zerquetscht.
Laufleistungen bei beiden 6-stellig, hatten aber beide natürlich schon diverse Services hinter sich.

Das Wilbers ging zu W., das Ö hab ich an SWIFT
gesandt. Auf die defekten Augen hatte ich ausdrücklich hingewiesen - man weiß ja nie...

Nach dem Service sind diese Lager wieder völlig spielfrei und laufen so stramm, daß sie auch mit größtem Krafteinsatz mit den Fingern nicht mehr verdreht werden können. Dazu müssen die Augen tatsächlich in den Schraubstock und dort gut festgezogen werden, nur dann kann man die Federbeine ums Auge drehn.

Diese Lager sind wohl standardmäßig auszutauschen und eben Verschleißteile. Die allermeisten GS-Eigner werden aber sicher keine verschlissenen Augenlager erleben. Sich extra damit "zu beschäftigen" wird m. E. wenig Sinn machen. Für mich keinesfalls...

Weil ich bisher noch nicht wußte, wie diese Lager konstruiert sind, hab ich mal geguckelt und ein Video von einem Küchentisch-Mechaniker gefunden, in dem meine Fragen beantwortet werden.

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Sehr geiles Video. Direkt abgespeichert. Vielen Dank (y)Hilft zu verstehen, wie es aussieht (und das es definitiv kein großer Aufwand ist, vor allem für die, die es mehr oder weniger tagtäglich machen)
Stellt sich nur noch die Frage, woher es diese Teflonlager gibt.
 

Wenn man die benötigten Maße kennt, dürfte die Beschaffung kein Problem mehr sein.
Ich hab beim Wilbers-Service ca. 80 Euro fürs Paar bezahlt. Die Preisvorstellung bei ebay taugt also als grobe Orientierung.

Und wenn man erst mal weiß, wie diese Dinger konstruiert sind, ist alles total isi. Aber ohne Hilfe kommt man (ich) da nicht so leicht drauf.
 
Lagerausbau und Wiedereinbau funktionieren wie immer, da gab´s keine Überraschungen. Hitze bzw. Kälte helfen enorm.

Was ich bisher noch nicht wußte, war die Konstruktion an sich, sowie das Drumrum. Denn von außen ist das nicht ganz offensichtlich.
Aber mit den Stichworten "2-teilige Spacer, Dichtring, Federring, Lager" fällt´s einem wie Schuppen aus den - hoffentlich noch vorhandenen - Haaren...

Narri-Narro, Ahoi!
 
Hilfreiches Video - zumindest wenn man erfahren möchte, wo man die Ersatzteile bestellen kann.

Handwerklich würde ich einige Dinge anders ausführen 🫣 (siehe Beitrag #5).
Kälte und Wärme erleichtern den Ein- bzw. Ausbau solcher Lager ungemein.

Auch kann man die Lager z.B. mit einer Gewindestange oder mit einer Schraube und einer Brücke in den Lagersitz ziehen.
Das ist gleichmäßiger als das Einschlagen mit einem Hammer 🔨

Bis denne
Doppelkopf
 
Handwerklich würde ich einige Dinge anders ausführen
Zusammengezuckt bin ich am meisten beim Anheizen des lose herumliegenden Federbeins mit dem Heißluftföhn, direkt auf die Küchenarbeitsplatte gerichtet.
Und ob das wirklich nur 2-3 Sekunden waren, wie im Video zu sehn - was sicher nicht ausgereicht haben dürfte - oder ob da ein Cut gemacht wurde, konnte ich nicht erkennen. Ist aber wurscht. Die Erklärung des Themas an sich war inhaltlich für mich jedenfalls gut gemacht.
Tatsächlich hab ich das Video zunächst gar nicht bis zum Ende geschaut, wo sogar noch der Hinweis auf die Bezugsquelle folgte.
 
@Andi#87

Du hast diesen Faden verständlicherweise bei den 12Fuchzigern eröffnet.
Aber ich denke, das hat sich inzwischen als durchaus typenunabhängig wissenswert entwickelt.
Mein Vorschlag: Laß den Faden doch verschieben in das hier vorhandene Subthema "Fahrwerk - Diskussion".
Dann haben alle was davon, die ein Federbein in ihrem Untersatz haben...

LG, Rainer
 
Der Einbau vorne war echt easy, hinten gab es wieder Zickerei, trotzdem die Schibehülse ganz drinnen war. Irgendwann, nachdem ich keine Flüche mehr hatte, hat es dann funktioniert.
Beim Zusammenbau etliche Baustellen beseitigt, Kabel neu verlegt und abgerissene Plasteteile wieder geflickt.
Heute dann Probefahrt.

Sehr geil. Klar dämpfen die revidierten Dämpfer erste Sahne (Habe ich auch nicht anders erwartet). Schön ist, dass das geklappere und gescheppere weg ist, wenn man über schlechte Straßen fährt. Mal schauen, wie lange es dieses mal hält und wie es im Sommer mit Sozia ist
 
Bei mir hatte das untere Auge hinten nach längeren Regenfahrten gerne gequietscht. Drum hab ich es in den Urlaubsfahrten immer mit Motoröl und Strohhalm geölt. Das Quietschen war weg.

Wie jetzt in dem obigen Video gelernt, darf dort kein Öl ran...

Aber wahrscheinlich ist das Ölverbot spätestens dann obsolet, wenn die Dichtungen hinüber sind und das Lager eh schon trocken läuft.
Die beiden oberen Augen waren auch hinüber, ohne daß dort jemals Öl dran war.
Verschleißteile halt, aber, wie wir jetzt wissen, einfach austauschbar.

Verschlissen waren meine 3 Augen zwar, aber geklappert hat noch niGS.
 
Ich glaube nicht, das in den OEM Dämpfern Teflonschalen sind. Ich sehe nur (billiges) Gummi. Da ist dann ein Tropfen Öl auch egal;)
 
Man hat mir das untere Federbeinauge mit dem Gehäuse mitgeschickt. Wenn ich Langeweile habe, werde ich es mal zerlegen (weiß ja jetzt, wie es geht)
@ Inot: Haste nen Link?
 
Man hat mir das untere Federbeinauge mit dem Gehäuse mitgeschickt. Wenn ich Langeweile habe, werde ich es mal zerlegen (weiß ja jetzt, wie es geht)
@ Inot: Haste nen Link?
Einfach im google so eingeben.
Dann kommst du auf den Katalog.Screenshot_20260205_220032_Samsung Internet.jpg
 
Ich glaube nicht, das in den OEM Dämpfern Teflonschalen sind. Ich sehe nur (billiges) Gummi. Da ist dann ein Tropfen Öl auch egal;)
Ich hab mir aus Interesse mal ein paar Bilder von Gebrauchtteilen angeschaut.
Die oberen Augen von Original-Federbeinen fürs Hi-Rad sehen oft aus wie eingepreßte Hülsen in Gummilager. Wegen des minimalen Drehwinkels an dieser Stelle reicht wohl die Elastizität des Gummis für diesen Zweck noch aus.

Anders siehts am unteren Auge aus. Dort ist der auftretende Drehwinkel zw. Federbein und Schwinge rein mit Gummielastizität nicht mehr zu machen. An dieser Stelle dürften auch Lager in ähnl. Konstruktion wie bei den guten Aftersale-Fb verbaut sein. Evtl. gibts dafür ja auch abgespeckte Billigteile.

Wobei die miesen OEM-Teile als Ersatzteil ja oft wesentl. teurer sind als HiQ-Zubehör- Fb.
 
Schaut bei BMW so aus.
Die Gelenklager machen Sinn, da damit auch Fertigungstoleranzen bezüglich Parallelität und Fluchtung ausgeglichen werden.Screenshot_20260206_112316_Samsung Internet.jpg
 
Evtl. Fehler in der Parallelität vom oberen zum unteren Auge gleicht die frei drehbare Kolbenstange (mit dem Kolben dran) aus.
Die horizontale Fluchtung für die beiden Augen im Rahmen bzw. der Schwinge sollte eigentlich schon ab Werk gewährleistet sein.
Aber klar, in die Hauptrichtung frei und in die anderen Richtungen minimal drehbar und dabei völlig spielfrei ist ja die Spezialität dieser Lager.
Allerdings ist nicht ausgeschlossen, daß sich der Dämpfer dadurch axial um die Dämpferstange verdreht und die Lager nicht mehr mittig sondern schräg laufen. Was auf Dauer die Gummidichtringe ruiniert. Das kann bspw. durch die relativ wenig flexiblen Stahlflexleitungen für den Ausgleichsbehälter oder für die hydraul Vorspannung, die den Dämpfer verdrehen, zustande kommen. Oder die Feder bringt ein Drehmoment um die Längsachse mit, das sich nicht mehr zu 100Pro zurückstellt.
 
Hi
Der "Elfer" hat es schon gesagt.
Einige Hersteller verwenden wartungsfreie Gelenkköpfe (da ist aktuell eigentlich immer PTFE beteiligt),
andere nehmen billige Gummilager (Aussenring, Innenhülse und dazwischen Gummi vulkanisiert).
Es gibt auch Gelenkköpfe mit Wartungspflicht aber die sind eher bei Schwerlastbaggern o.Ä. zu finden.
Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass sich das Gummiding etwas verformt und so nicht jeden Stoss an den Dämpfer weitergibt. Theoretisch wirken zwei Schwingungssysteme in Reihe. Als erstes das Gummiding, das fröhlich vor sich hinschwingend kann, als zweites dann die gedämpfte Feder.
Nachdem im Gelenkkopf (im Idealfall) kein Spiel ist gibt er jeden Federungsinput sofort an Feder und Dämpfer weiter. Für die feinfühligkeit des Dämpfungsverhaltens kommt's dann auf das Losbrechmoment des Dämpferkolbens und die Konstruktion des Dämpungsgliedes an.
gerd
 
Also dass das OEM Dämpfer/Federsystem was Gutes ist, würde ich nie behaupten. Ausreichend würde es evtl. treffen
 
Ich war heute nun mal 250km mit der WBSVA im Bergischen und muss sagen. WOW, nun merkt man der Service mehr als deutlich. Die ganze unterdämpfte Schauklei von vorher ist weg. Hat sich echt gelohnt aber 120.000km sind definitiv zu viel. Ich würde bei 80.000er Wartungsintervallen bleiben
 
Beim Wechsel der Kardanwelle vor etlichen Wochen ist mir aufgefallen, das die Dämpferaugen des hinteren Federbeines schon wieder Fratze sind. (Sehr unprofessionelle Reparatur)

Heute mal diverse Händler/Servicepoints angeschrieben, ob sie auch nur die Dämpferaugen wechseln. Bin sehr gespannt und werde das Ergebnis das hier publizieren.
 
Hatten wir doch hier o. im Parallelfaden schon:
Die Lager sind net teuer und isi auszuwechseln, wenn man weiß, wie sie funktionieren.
 
Ja. Aber nun bin nen Schritt weiter. (Ich kann nur für die Federbeine der 1250er sprechen)
Die Hülsen mit den Gummilagern sind eingepresst. Zerstörungsfrei bekommt man die nicht mehr raus. Ein Abzieher verbiegt das komplette Teil der Aufnahme. Also: Einen Bund absägen und den Rest irgendwie herausbekommen, dann die Gummireste ausfräsen.
Die Keramiklager die wir damals in dem Fred hatten, gibt es nicht durchgängig in allen Größen. Dann schon lieber gekapselte Nadellager oder wieder Gummilager. Auch hier sind die Kosten (25€/Stk.) bei Einzelkauf sehr teuer. Eine Firma, die dieses häufiger macht, könne wesentlich bessere Konditionen anbieten.

Leider ist das bei den Federbeinen so wie bei vielen Dingen bei BMW: Sie sind nicht zur Reparatur konstruiert.
 
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