Roger12
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- BMW R 12 G/S
Guten Tag zusammen,
hier einmal meine ersten Eindrücke und der Weg zu meiner Entscheidung für die neue R 12 G/S.
Auf der Hamburger Motorradmesse Anfang des Jahres hatte ich die Gelegenheit, auf der neuen R 12 G/S zu sitzen – in Weiß, in der Duo-Pro-Version. Eigentlich wollte ich mir aus Neugier nochmal die 450 GS anschauen.
Aber als die R12GS vor mir stand, war sofort klar:
Das ist genau das Motorrad, das ich mir seit 20 Jahren von BMW gewünscht habe.
21/18 Zoll, vernünftige Schotterbereifung, wenig Kunststoff, eine ordentliche Gabel, ein sinnvolles hohes Schutzblech, keine „Nase“, luft-/ölgekühlt – genau mein Ding.
Preislich finde ich sie allerdings, je nach Ausstattung, etwa 4.000–5.000 € zu hoch angesetzt. Oder wie ich neulich gelesen habe: Die G-Klasse lässt grüßen – weniger dran, ältere Technik, aber ordentlicher Preisaufschlag. Und die Zubehörliste ist ebenfalls nicht ohne.
Nach vielen YouTube-Videos, Forenbeiträgen und Diskussionen auf Facebook reifte dann die Entscheidung:
Ich will sie.
Als guter Kunde gehe ich natürlich zuerst zu meinem nächstgelegenen Händler – in meinem Fall BMW in Offakamp (Hamburg). Dort: absolut freundliche Beratung. Ich konnte mir die GS in Enduro und Enduro Pro anschauen und die Pro-Version auch Probe fahren. Hat mir sehr gut gefallen.
Zur Einordnung: Ich bin 1,77 m groß und komme von hohen (schlanken) Enduros. Mit entsprechenden Stiefeln (Alpinestars, Sidi etc.) passt das für mich gerade so.
Zur Sicherheit wollte ich noch die Variante mit 17-Zoll-Rad fahren. Diese war in Pinneberg verfügbar.
Von einem beruflichen Termin bin ich dort kurz vorbeigefahren. Der Verkaufsbereich (Suzuki Auto + BMW) empfing mich.
Da ich für meinen Suzuki Jimny noch ein Ersatzteil brauchte (fünfte Felge), sprach ich zunächst den Suzuki-Verkäufer an, ein anderer war auch gar nicht vor Ort. Aussage: Montags seien keine Teileverkäufer da.
Ganz ehrlich: Man hätte auch meine Nummer aufnehmen oder den Wunsch notieren können. Ok, ich war ja auch für die BMW da. Zwei Fliegen mit einer...lassen wir das.
Dann zur BMW R 12 G/S:
Er (der Suzukiautoverkäufer) führte mich zur 1300er – „bitteschön“.
Ich: „Sehr schön, ich hätte gerne die R 12 G/S gesehen.“
Er zeigte mir eine 1200er und erklärte, diese hätte 1200 Kubik.
Ich bestätigte das lächelnd – und wiederholte, dass ich die R 12 G/S meine.
Mit leichtem Stirnrunzeln verstand er schließlich, worum es ging, und meinte, die stehe wohl hinten für Probefahrten und verschwand.
Kurz gesagt:
Nachdem ich dann endlich beim richtigen BMW-Verkäufer gelandet war, bekam ich einen Probefahrttermin eine Woche später.
Ein paar Tage später wollte ich den Termin verschieben und schrieb eine E-Mail.
Bis einen Tag vorher: keine Antwort.
Daraufhin ließ ich telefonisch absagen. Ergebnis:
Der Kollege war krank, und niemand hatte in die Mails geschaut. Probefahrt Samatag also ausgefallen. Hat sich auch später nicht mehr gemeldet. Ist dann auch ok.
Zu dem Zeitpunkt war ich innerlich ohnehin schon durch:
Es wird die Enduro Pro.
An dem Samstag bin ich dann spontan mit meinem Sohn nach Schwerin zu BMW gefahren – und dort bei Verkäufer Kai Schwaß die mit Abstand beste Beratung bekommen. Wirklich top: kompetent, ruhig, ehrlich. Hier passte einfach alles.
Am liebsten hätte ich die Maschine vor Ort direkt mitgenommen – es fehlte jedoch ein Ausstattungsdetail. Da ich nicht bestellen und warten wollte, habe ich weiter gesucht und schließlich in Köln genau meine Konfiguration gefunden – neu, zusätzlich sogar mit original BMW Zusatzscheinwerfern, die ich so nicht angekreuzt hätte. Sie sehen allerdings sehr gut aus, bei mir sogar mit roten Bügeln. Angeblich hatte ein Kunde das so konfiguriert und sich dann doch für den Digitaltacho Version entschieden. So war diese zu haben.
In Schwerin bekam ich übrigens auch den Hinweis, dass die Lithium-Ionen-Batterie eher nicht zu empfehlen sei – auch das habe ich in meine Entscheidung einfließen lassen.
Also:
Kaufvertrag, Bezahlung, Spedition – warten.
In der Zwischenzeit war ich beruflich in Dortmund, direkt neben dem BMW Motorradzentrum, das sich gerade in der letzten Umbauphase befand. Dort habe ich nochmal mit einem Verkäufer gesprochen – obwohl ich schon gekauft hatte und ihm das gesagt hatte, bekam ich eine Beratung. Und auch hier: wirklich starke Beratung, viel Erfahrung, sehr angenehm. An der Stelle nochmal ein großes Dankeschön. Nebenbei bin ich dort auch noch mit einer neuen Jacke rausgegangen – meine alte Rukka hatte schon etwas zu viel Sonne gesehen.
Das Angebot aus Hamburg kam dann später auch noch – allerdings ebenfalls mit Lieferzeit.
Probe gefahren bin ich letztlich nur die Enduro Pro – die 17-Zoll-Variante habe ich nicht mehr getestet.
Jetzt ist sie da – und der erste Eindruck ist genau wie erwartet:
Sehr Positiv:
Als ich sie vom Händler bekommen habe, standen 2 km auf dem Tacho – vermutlich vom Werk Rollenprüfstand, sie wirkte aber komplett unberührt. Es sah wirklich so aus, als hätte niemand drauf gesessen, maximal ein bisschen hin- und hergeschoben. Nach der Lieferung durch die Spedition kamen direkt ein paar motorradbegeisterte Freunde vorbei. Die Batterie war da schon etwas schwach – sie sprang zwar noch an, wurde wegen der noch ausstehenden Zulassung aber nicht bewegt. Ein paar Tage späterwar sie dann zugelassen und ich wollte los – da tat sich nichts mehr. Batterie war bei 11,4V, das reichte nicht zum Starten.
Überbrücken ist zum Glück unkompliziert: Pluspol rechts unter der Plastikabdeckung unter dem Tank, Minuspol am rechten Zylinder. Kurz die Starterbox dran – und der kleine Boxer schnurrt.
So, nochmal ein paar Worte zur Sitzhöhe, weil das ja viele interessiert.
Ich bin 1,77 m groß und habe „normale“ Beine – also weder Dackel noch Kranich.
Ich bin ausschließlich die Enduro Pro gefahren.
Mit normalen Turnschuhen (mit denen ich nicht fahre) komme ich mit beiden Füßen nur mit den Ballen/Zehenspitzen auf den Boden. Rangieren ist damit ehrlich gesagt nur sehr eingeschränkt möglich.
Mit meinen Stiefeln (Sidi bzw. Alpinestars, eher motocrosslastig) fühlt es sich ähnlich an wie früher auf XT oder XL 600 – das kenne ich also. Der Unterschied:
Die R12GS ist deutlich breiter, und das merkt man auch im Stand. Sie wirkt einfach massiver zwischen den Beinen.
Ich habe mir das Thema Tieferlegung auch angeschaut und mit jemandem gesprochen, der das bereits umgesetzt hat.
Technisch läuft das so z.B. :
Trotzdem bin ich da aktuell raus. Warum?
Ich kaufe mir nicht die Enduro Pro mit 18-Zoll-Hinterrad, um sie anschließend wieder tieferzulegen. Außerdem verändert man damit zwangsläufig die Fahrwerksgeometrie und die
Vorspannung (nach Gutachten ABE) – und die Hinterradfederung ist ohnehin eher straff ausgelegt.
Ich lasse es erstmal so und fahre.
Eventuell lasse ich eine meiner Sitzbänke später um ca. 2 cm abpolstern – das erscheint mir der sinnvollere Weg, ohne direkt ins Fahrwerk einzugreifen.
Unter 1,77 m wird es mit der Enduro Pro schon sportlich.
Da steht man an der Ampel eher auf einem Fuß.
Aber:
Wer das von früher kennt (XT, TT, XL & Co.), kommt damit klar.
Wer von einer „normalen“ GS (z. B. 1200er) kommt und gewohnt ist, sicher mit beiden Füßen zu stehen, sollte das unbedingt selbst ausprobieren.
Diese pauschalen Aussagen wie „unter 1,80 geht das nicht“ aus einem "renomiertem Youtuge Video" halte ich für übertrieben.
Wie so oft gilt:
Selber draufsetzen, fahren, entscheiden.
Vielleicht hilft das dem einen oder anderen bei der Entscheidung.
Unterm Strich:
Genau das Motorrad, das ich wollte – mit ein paar Details, die man optimieren kann.
Wenn Interesse besteht, schreibe ich gern noch etwas zu den ersten Fahreindrücken im Alltag und später Gelände. Das ist sozusagen der Post, den ich immer gesucht habe. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen.
Viele Grüße! Rg12
Hier noch die Konfiguration, für die, die es interessiert:
hier einmal meine ersten Eindrücke und der Weg zu meiner Entscheidung für die neue R 12 G/S.
Wie bin ich dazu gekommen?
Auf der Hamburger Motorradmesse Anfang des Jahres hatte ich die Gelegenheit, auf der neuen R 12 G/S zu sitzen – in Weiß, in der Duo-Pro-Version. Eigentlich wollte ich mir aus Neugier nochmal die 450 GS anschauen.
Aber als die R12GS vor mir stand, war sofort klar:
Das ist genau das Motorrad, das ich mir seit 20 Jahren von BMW gewünscht habe.
21/18 Zoll, vernünftige Schotterbereifung, wenig Kunststoff, eine ordentliche Gabel, ein sinnvolles hohes Schutzblech, keine „Nase“, luft-/ölgekühlt – genau mein Ding.
Preislich finde ich sie allerdings, je nach Ausstattung, etwa 4.000–5.000 € zu hoch angesetzt. Oder wie ich neulich gelesen habe: Die G-Klasse lässt grüßen – weniger dran, ältere Technik, aber ordentlicher Preisaufschlag. Und die Zubehörliste ist ebenfalls nicht ohne.
Nach vielen YouTube-Videos, Forenbeiträgen und Diskussionen auf Facebook reifte dann die Entscheidung:
Ich will sie.
Der Weg über die Händler
Als guter Kunde gehe ich natürlich zuerst zu meinem nächstgelegenen Händler – in meinem Fall BMW in Offakamp (Hamburg). Dort: absolut freundliche Beratung. Ich konnte mir die GS in Enduro und Enduro Pro anschauen und die Pro-Version auch Probe fahren. Hat mir sehr gut gefallen.
Zur Einordnung: Ich bin 1,77 m groß und komme von hohen (schlanken) Enduros. Mit entsprechenden Stiefeln (Alpinestars, Sidi etc.) passt das für mich gerade so.
Zur Sicherheit wollte ich noch die Variante mit 17-Zoll-Rad fahren. Diese war in Pinneberg verfügbar.
Erlebnis in Pinneberg
Von einem beruflichen Termin bin ich dort kurz vorbeigefahren. Der Verkaufsbereich (Suzuki Auto + BMW) empfing mich.
Da ich für meinen Suzuki Jimny noch ein Ersatzteil brauchte (fünfte Felge), sprach ich zunächst den Suzuki-Verkäufer an, ein anderer war auch gar nicht vor Ort. Aussage: Montags seien keine Teileverkäufer da.
Ganz ehrlich: Man hätte auch meine Nummer aufnehmen oder den Wunsch notieren können. Ok, ich war ja auch für die BMW da. Zwei Fliegen mit einer...lassen wir das.
Dann zur BMW R 12 G/S:
Er (der Suzukiautoverkäufer) führte mich zur 1300er – „bitteschön“.
Ich: „Sehr schön, ich hätte gerne die R 12 G/S gesehen.“
Er zeigte mir eine 1200er und erklärte, diese hätte 1200 Kubik.
Ich bestätigte das lächelnd – und wiederholte, dass ich die R 12 G/S meine.
Mit leichtem Stirnrunzeln verstand er schließlich, worum es ging, und meinte, die stehe wohl hinten für Probefahrten und verschwand.
Kurz gesagt:
- Freundlichkeit: solide 2
- Fachkenntnis: deutlich ausbaufähig
- Kenntnis der R 12 G/S: überschaubar, er war auch nur der Kollege des BMW Verkaüfers, der dann später auftauchte.
Probefahrt – zweiter Anlauf
Nachdem ich dann endlich beim richtigen BMW-Verkäufer gelandet war, bekam ich einen Probefahrttermin eine Woche später.
Ein paar Tage später wollte ich den Termin verschieben und schrieb eine E-Mail.
Bis einen Tag vorher: keine Antwort.
Daraufhin ließ ich telefonisch absagen. Ergebnis:
Der Kollege war krank, und niemand hatte in die Mails geschaut. Probefahrt Samatag also ausgefallen. Hat sich auch später nicht mehr gemeldet. Ist dann auch ok.
Entscheidung & Kauf
Zu dem Zeitpunkt war ich innerlich ohnehin schon durch:
Es wird die Enduro Pro.
An dem Samstag bin ich dann spontan mit meinem Sohn nach Schwerin zu BMW gefahren – und dort bei Verkäufer Kai Schwaß die mit Abstand beste Beratung bekommen. Wirklich top: kompetent, ruhig, ehrlich. Hier passte einfach alles.
Am liebsten hätte ich die Maschine vor Ort direkt mitgenommen – es fehlte jedoch ein Ausstattungsdetail. Da ich nicht bestellen und warten wollte, habe ich weiter gesucht und schließlich in Köln genau meine Konfiguration gefunden – neu, zusätzlich sogar mit original BMW Zusatzscheinwerfern, die ich so nicht angekreuzt hätte. Sie sehen allerdings sehr gut aus, bei mir sogar mit roten Bügeln. Angeblich hatte ein Kunde das so konfiguriert und sich dann doch für den Digitaltacho Version entschieden. So war diese zu haben.
In Schwerin bekam ich übrigens auch den Hinweis, dass die Lithium-Ionen-Batterie eher nicht zu empfehlen sei – auch das habe ich in meine Entscheidung einfließen lassen.
Also:
Kaufvertrag, Bezahlung, Spedition – warten.
In der Zwischenzeit war ich beruflich in Dortmund, direkt neben dem BMW Motorradzentrum, das sich gerade in der letzten Umbauphase befand. Dort habe ich nochmal mit einem Verkäufer gesprochen – obwohl ich schon gekauft hatte und ihm das gesagt hatte, bekam ich eine Beratung. Und auch hier: wirklich starke Beratung, viel Erfahrung, sehr angenehm. An der Stelle nochmal ein großes Dankeschön. Nebenbei bin ich dort auch noch mit einer neuen Jacke rausgegangen – meine alte Rukka hatte schon etwas zu viel Sonne gesehen.
Das Angebot aus Hamburg kam dann später auch noch – allerdings ebenfalls mit Lieferzeit.
Erster Eindruck
Probe gefahren bin ich letztlich nur die Enduro Pro – die 17-Zoll-Variante habe ich nicht mehr getestet.
Jetzt ist sie da – und der erste Eindruck ist genau wie erwartet:
Sehr Positiv:
- Farbgebung und Farbkombination – trifft genau meinen Geschmack. Alle drei Kombis sind top.
- Verarbeitungsqualität insgesamt auf hohem Niveau
- Kardan in matt gepulvert: sehr gelungen
- Schwarze Felgen: top
- Rundinstrument mit „Mäusekino“: für mich völlig ausreichend. Ich schaue beim Fahren ohnehin eher auf Straße oder Schotter als auf Displays. Für große Touren mag das Display Vorteile haben – für mich passt das Setup so.
- Smartphonehalter top
- Sitzposition aufrecht und Enduro gerecht
- Fußrasten und 719-Teile wirken sehr hochwertig
- Die Unit Garage Seite hilft extrem für die Optik von Zubahör, ein Danke nach Italien. Jürgens Garage hat mir schon ein paar Unit Teile geliefert. Dazu in einem anderen Post mehr.
Was mir noch aufgefallen ist:
- Nur ein Schlüssel:
In der Preisklasse für mich nicht nachvollziehbar. Ich hätte gern einen richtigen Zweitschlüssel – gerade auf Reisen oder im Alltag. - Lenkschloss + Schlüssel:
Kurz nostalgisch gefühlt, meine Zündapp SX war da auch schon sehr speziell..., dann stellt man sich die Frage: Warum eigentlich? Es gibt auch schon Videos, wo das Aufschließen vergessen wurde – mit entsprechendem Ausgang. - Schweißnähte: Die Schweißnähte wirken auf mich etwas wulstig. Von japanischen Motorrädern kenne ich das deutlich eleganter – ist aber nur ein Detail und nicht entscheidend.
- Seitenständer:
Hochwertig, aber auf empfindlichen Böden (Garage mit Beschichtung, Holz) schnell kratzig → Pad sinnvoll. Manche haben ja auch die Ständerplatte montiert. Find ich persönlich nicht so schön. - Verkabelung/Stecker an den Zylindern hinten:
Wirkt recht ungeschützt → hier werde ich mir eine Lösung suchen. - Details wie Ständerschalter:
Teilweise wirkt es, als würde hier eine Abdeckung fehlen – sieht etwas unfertig aus. - Sitzbank-Demontage:
Der „Knaller“ schlechthin.
Das Originalwerkzeug ist sehr einfach gehalten (TEMU hat bessere Lösungen;-)), in dem Seitenfach rechts versteckt. Der Rest (als sehr überschaubar) des Werkzeugs ist unter dem Sitz. – also, mit vernünftigem Torx geht es deutlich besser. Hier werde ich vermutlich umrüsten. Da gibt es hier im Forum schon Tipps. - Sitzbank-Thema:
Ich habe zusätzlich eine zweite schwarze Originalsitzbank bekommen. Die beige soll sich z.B. mit Jeans schnell verfärben – das werde ich beobachten. Sitzbank sehr leicht fleckig bei der Montage. Konnte ich mit Alkoholreiniger aber wieder lösen (natürlich vorher ausprobiert). Ein wenig Silikonspray und die Sitzbank gleitet etwas eleganter in die Führung am Tank. - Kleinteilepreise:
Beispiel: Sitzbankriemen ~29 € – sportlich. Kennt ja nun jeder und da lässt man sich dann darauf ein. - Der Chromauspuff gehört für mich irgendwie dazu. Man hätte den Katalysator unten auch komplett in Schwarz halten können – hätte sicher auch gut ausgesehen. Aber gut, das ist nur ein Detail, mit dem man problemlos leben kann.
- USB-C Ladedose, links vom Tacho
gibt es nur mit dem Connected Ride Control 295,00 €, der Smartphonehalter ist hochwertig. Sonst hat man im Standart nur eine BMW Bordladedose rechts. - Die BMW R12 Schilder in Chrom sind dagegen nicht so mein Ding. Wirkt auf mich ein bisschen so, als hätte das Marketing unbedingt noch mitreden wollen. Ich denke, die werde ich strahlen und schwarz pulvern lassen. Zubehör gibt’s auch von Schnitzer – aber ehrlich gesagt sehe ich nicht, warum ich für eine andere Marke Werbung fahren sollte.
Schnitzer hat außerdem eine Alu-Abdeckung für den Ölkühler im Programm. Mal schauen, was sich da noch so am Zubehörmarkt entwickelt. Aktuell kann ich mit der Kunststofflösung gut leben – man muss ja nicht alles optimieren, kann aber, wenn man will. - Anleitung:
Positiv hervorzuheben ist auch die Anleitung. Das Heft ist vollständig und gut lesbar. Ich habe es mir zusätzlich als PDF heruntergeladen und bei ChatGPT als Projekt hinterlegt – so lässt sich alles nochmal deutlich komfortabler nachschlagen. Die große Menge an möglichen Fehlermeldungen überrascht dann doch... - Federelementabdeckung:
Was ich am unglücklichsten finde, ist die aus meiner Sicht fehlende Abdeckung für das hintere Federelement im Bereich der unteren Halterung. Einige haben sich hier schon mit 3D-gedruckten Lösungen beholfen – zeigt ja, dass Bedarf da ist. Ich finde, da hätte man ab Werk einen besseren Schutz vorsehen müssen. Jeder, der diesen Bereich schon mal gereinigt hat, weiß, wie mühsam und unnötig das ist, gerade bei Schlamm und Schotter. Mit einer durchdachten Abdeckung ließe sich das leicht vermeiden.
So ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das Federelement dort den Lack verliert. Mal sehen, ob BMW bei der ersten Modellpflege nachbessert.
Als ich sie vom Händler bekommen habe, standen 2 km auf dem Tacho – vermutlich vom Werk Rollenprüfstand, sie wirkte aber komplett unberührt. Es sah wirklich so aus, als hätte niemand drauf gesessen, maximal ein bisschen hin- und hergeschoben. Nach der Lieferung durch die Spedition kamen direkt ein paar motorradbegeisterte Freunde vorbei. Die Batterie war da schon etwas schwach – sie sprang zwar noch an, wurde wegen der noch ausstehenden Zulassung aber nicht bewegt. Ein paar Tage späterwar sie dann zugelassen und ich wollte los – da tat sich nichts mehr. Batterie war bei 11,4V, das reichte nicht zum Starten.
Überbrücken ist zum Glück unkompliziert: Pluspol rechts unter der Plastikabdeckung unter dem Tank, Minuspol am rechten Zylinder. Kurz die Starterbox dran – und der kleine Boxer schnurrt.
Thema Sitzhöhe – meine Erfahrung
So, nochmal ein paar Worte zur Sitzhöhe, weil das ja viele interessiert.
Ich bin 1,77 m groß und habe „normale“ Beine – also weder Dackel noch Kranich.
Ich bin ausschließlich die Enduro Pro gefahren.
Mit normalen Turnschuhen (mit denen ich nicht fahre) komme ich mit beiden Füßen nur mit den Ballen/Zehenspitzen auf den Boden. Rangieren ist damit ehrlich gesagt nur sehr eingeschränkt möglich.
Mit meinen Stiefeln (Sidi bzw. Alpinestars, eher motocrosslastig) fühlt es sich ähnlich an wie früher auf XT oder XL 600 – das kenne ich also. Der Unterschied:
Die R12GS ist deutlich breiter, und das merkt man auch im Stand. Sie wirkt einfach massiver zwischen den Beinen.
Tieferlegung – ja oder nein?
Ich habe mir das Thema Tieferlegung auch angeschaut und mit jemandem gesprochen, der das bereits umgesetzt hat.
Technisch läuft das so z.B. :
- Tieferlegung VH Motorradtechnik 159 Euro über den hinteren Dämpfer
- vorne wird die Gabel etwas durchgesteckt (ca. 1 cm, bei der Enduro Pro), um die Geometrie zu erhalten
Trotzdem bin ich da aktuell raus. Warum?
Ich kaufe mir nicht die Enduro Pro mit 18-Zoll-Hinterrad, um sie anschließend wieder tieferzulegen. Außerdem verändert man damit zwangsläufig die Fahrwerksgeometrie und die
Vorspannung (nach Gutachten ABE) – und die Hinterradfederung ist ohnehin eher straff ausgelegt.
Mein aktueller Plan
Ich lasse es erstmal so und fahre.
Eventuell lasse ich eine meiner Sitzbänke später um ca. 2 cm abpolstern – das erscheint mir der sinnvollere Weg, ohne direkt ins Fahrwerk einzugreifen.
Meine Einschätzung
Unter 1,77 m wird es mit der Enduro Pro schon sportlich.
Da steht man an der Ampel eher auf einem Fuß.
Aber:
Wer das von früher kennt (XT, TT, XL & Co.), kommt damit klar.
Wer von einer „normalen“ GS (z. B. 1200er) kommt und gewohnt ist, sicher mit beiden Füßen zu stehen, sollte das unbedingt selbst ausprobieren.
Diese pauschalen Aussagen wie „unter 1,80 geht das nicht“ aus einem "renomiertem Youtuge Video" halte ich für übertrieben.
Wie so oft gilt:
Selber draufsetzen, fahren, entscheiden.
Vielleicht hilft das dem einen oder anderen bei der Entscheidung.
Fazit
Unterm Strich:
Genau das Motorrad, das ich wollte – mit ein paar Details, die man optimieren kann.
Wenn Interesse besteht, schreibe ich gern noch etwas zu den ersten Fahreindrücken im Alltag und später Gelände. Das ist sozusagen der Post, den ich immer gesucht habe. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen.
Viele Grüße! Rg12
Hier noch die Konfiguration, für die, die es interessiert:
Fahrzeug
- Modell: BMW R 12 G/S
- Farbe: Sandrover uni matt (0NB6)
Ausstattung & Optionen
- Inhalt Option 719 II
- Option 719 II
- Connected Ride Control
- Reifendruckkontrolle (RDC)
- Heizbare Griffe
- Sozius-Paket
- Krümmer verchromt
- Enduro-Paket Pro
- Komfort-Paket
- Fahrmodi Pro
- Schaltassistent Pro
- Headlight Pro
- Hill Start Control
- LED Zusatzscheinwerfer inkl. Bügel, Anmerkung: die sind teuer, in der Option ist auch eine andere linke Armatur entkhalten, meine Halter in rot gibt es nicht von BMW zu konfigurieren
Weitere Punkte (ohne direkten Mehrwert, aber im Angebot enthalten)
- EU-Umfang
- BMW Motorrad Gewährleistung
- Länderschlüssel Inland
- Teleservices
- Intelligenter Notruf
- Temporegelung
- Betriebsanleitung Deutsch
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