gastrax
Prospekt-Träumer
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CFMOTO 1000 MT-X
Servus zusammen,
Wen's interessiert: Die Erfahrung eines Menschen, der seine 1250GSA verkauft hat um eine 1000 MTX zu kaufen. Für *mich* (und das ist ja das entscheidende) war die 1250er immer ein bisserl zu viel - zu schwer, zu hoch, zu teuer im Unterhalt. Ein großartiges Motorras, keine Frage, aber ich glaube ich hätte damals besser zu einer Non-Adventure greifen sollen (oder meine 1190 Adventure einfach behalten).
Ich habe in den letzten zwei Jahren immer mal wieder nach Alternativen geschaut. Wichtig war mir dabei auch die Soziusfähigkeit, die Dame des Herzens fährt gerne mit und war mit dem Komfort auf der GSA reichlich happy. So stolperte ich eines Tages auf YouTube auf die CFMOTO. Nach kurzem Probesitzen und Kniewinkelanalyse (habe rechts seit einem derben Skiunfall Probleme. Außerdem bin ich fett) war der Probefahrttermin schnell ausgemacht - für einen Tag mit Temperaturen deutlich jensetits der 30° in München. Ich wusste um die "Hitzigkeit" des Motors und habe deshalb bewusst die Pendlerklamotte (Motorradjeans und -sneaker) angezogen. Das Hauptprblem, so es denn überhaupt eines ist, ist tatsächlich links auf Knöchelhöhe. Aber das Internet übertreibt schon deutlich, wenn von Verbrennungen die Rede ist. Man merkt's, ja, das ist aber auch schon alles. Ebenso nimmt man die Lüfter wahr - akustisch wie sensorisch. Am unangenehmsten war aber immer noch die pralle Sonne auf der ziemlich dunkelblauen Mopedjeans. Ich habe den Kaufvertrag direkt im Anschluss unterschrieben.
Negativ ist mir aufgefallen:
- Das UI des Touchscreens ist eine Herausforderung. Man kriegt sich eingearbeitet, klar, aber welcher Knopf des Steuerkreuzes was wann wie macht ist für alles andere als logisch. Screen 2 (also von Home ein mal nach links geswiped) soll wohl beispielsweise ein Split Screen aus Fahrzeugdaten und Navi sein. Tatsächlich ist der Naviteil nichts weiter als eine große Schaltfläche, die auf die Navi-Ansicht umschaltet. Die Fahrezugdaten oben drüber beschränken sich außerdem auf Reifendruck und -temperatur. Viel verschenkter Platz mit einer drehbaren Ansicht des Mopeds, die kein Mensch braucht. Weil wir gerade bei "braucht keiner" sind: Zwei Navi Apps, MapBox und Motoplay, CF's AndroidAuto-Ersatz. Wozu? Keine von beiden kann GPX importieren, beide brauchen Mobilfunkverbindung. Völliger Quatsch.
- Der Lenker ist im vgl. zur GS echt schmal.
- Der Windschutz ist schlechter
- Obwohl die MTX echt nicht klein ist, habe ich das Gefühl auf einem winzigen Motorrad zu sitzen...kein Wunder, nach fünf Jahren auf der GSA.
- Der Fernlichtschalter. Den habe ich schon öfter unbemerkt betätigt
- Die Touchscreen-Sperre während der Fahrt nervt.
Was hat mich jetzt überzeugt - mich, der weder professioneller Tester noch Rennfahrer, Fahrwerksguru oder Ingenieur ist:
- Der Motor ist wahnsinn. Das Ansauggeräusch hat mich die ersten fünf Minuten der Probefahrt laufend kichern lassen.
- Das Fahrwerk empfinde ich als besser als das der 1250GSA.
- Die Verarbeitung ist top. Speziell die Schalter ist definitiv nicht schlechter als die der GS - dafür sind sie außerdem beleuchtet (habe ich gestern Abend erst bemerkt)
- Das Elektronikpaket und der Wille von CFMOTO schnell für Updates zu sorgen um die - ganz klar vorhandenen - Kinderkrankheiten auszubessern.
- Der Quickshifter funktioniert deutlich besser als der an der GS
- 5 Jahre Garantie (oder 40 TKM) ist einfach eine Ansage zum Vertrauen ins eigene Produkt.
- Teilepreise. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Die hohe, beheizte Sitzbank beispielsweise: €160.-. Nicht im Austausch. Nicht aus Kulanz. Das ist die ganz normale UVP. Ein niedriger Kotflügel - angeblich hilfreich bei der Hitzethematik - liegt bei 90 Euro.
- Die Smartphone-Integration finde ich deutlich besser als bei BMW
- Das Touchdisplay ist genauso schnell und "schwuppsig" wie mein Galaxy Tab S7 mit LineageOS.
Ich bin jedenfalls ziemlich happy mit der Entscheidung. Ich war es auch gestern, als ich bei 36° und mehr nach Augsburg rüber musste, trotz der vielfach beschrienen "Hitzeprobleme". Klar, ich bin noch in der Honeymoon-Phase mit dem neuen Spielzeug. Und auch klar: die GS ist das Motorrad mit mehr Feinschliff. Und sicherlich auch das Motorrad mit dem besseren Wiederverkaufswert. Aber fehlerfrei und perfekt ist auch eine GS nicht - und mein Vertrauen ins Produkt ist auch nicht das höchste. Bleibt die Frage: Ist die GS das bessere Motorrad? Ja. Ist sie 10.000 Euro besser (ziemlich exakt der Preisunterschied zwischen meiner GSA in 2020 und der CF in 2026 - jetzt ist die Lücke sicherlich größer)? Ich finde: Nein.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt wo die Reise mit CF hingeht. Sowohl softwareseitiig als auch hardwareseitig. Der LC8c hat ja nun auch nicht den besten Ruf (Nockenwellen)...aber der kligt schon echt geil
Grüße aus dem Münchner Speckgürtel,
Florian
Wen's interessiert: Die Erfahrung eines Menschen, der seine 1250GSA verkauft hat um eine 1000 MTX zu kaufen. Für *mich* (und das ist ja das entscheidende) war die 1250er immer ein bisserl zu viel - zu schwer, zu hoch, zu teuer im Unterhalt. Ein großartiges Motorras, keine Frage, aber ich glaube ich hätte damals besser zu einer Non-Adventure greifen sollen (oder meine 1190 Adventure einfach behalten).
Ich habe in den letzten zwei Jahren immer mal wieder nach Alternativen geschaut. Wichtig war mir dabei auch die Soziusfähigkeit, die Dame des Herzens fährt gerne mit und war mit dem Komfort auf der GSA reichlich happy. So stolperte ich eines Tages auf YouTube auf die CFMOTO. Nach kurzem Probesitzen und Kniewinkelanalyse (habe rechts seit einem derben Skiunfall Probleme. Außerdem bin ich fett) war der Probefahrttermin schnell ausgemacht - für einen Tag mit Temperaturen deutlich jensetits der 30° in München. Ich wusste um die "Hitzigkeit" des Motors und habe deshalb bewusst die Pendlerklamotte (Motorradjeans und -sneaker) angezogen. Das Hauptprblem, so es denn überhaupt eines ist, ist tatsächlich links auf Knöchelhöhe. Aber das Internet übertreibt schon deutlich, wenn von Verbrennungen die Rede ist. Man merkt's, ja, das ist aber auch schon alles. Ebenso nimmt man die Lüfter wahr - akustisch wie sensorisch. Am unangenehmsten war aber immer noch die pralle Sonne auf der ziemlich dunkelblauen Mopedjeans. Ich habe den Kaufvertrag direkt im Anschluss unterschrieben.
Negativ ist mir aufgefallen:
- Das UI des Touchscreens ist eine Herausforderung. Man kriegt sich eingearbeitet, klar, aber welcher Knopf des Steuerkreuzes was wann wie macht ist für alles andere als logisch. Screen 2 (also von Home ein mal nach links geswiped) soll wohl beispielsweise ein Split Screen aus Fahrzeugdaten und Navi sein. Tatsächlich ist der Naviteil nichts weiter als eine große Schaltfläche, die auf die Navi-Ansicht umschaltet. Die Fahrezugdaten oben drüber beschränken sich außerdem auf Reifendruck und -temperatur. Viel verschenkter Platz mit einer drehbaren Ansicht des Mopeds, die kein Mensch braucht. Weil wir gerade bei "braucht keiner" sind: Zwei Navi Apps, MapBox und Motoplay, CF's AndroidAuto-Ersatz. Wozu? Keine von beiden kann GPX importieren, beide brauchen Mobilfunkverbindung. Völliger Quatsch.
- Der Lenker ist im vgl. zur GS echt schmal.
- Der Windschutz ist schlechter
- Obwohl die MTX echt nicht klein ist, habe ich das Gefühl auf einem winzigen Motorrad zu sitzen...kein Wunder, nach fünf Jahren auf der GSA.
- Der Fernlichtschalter. Den habe ich schon öfter unbemerkt betätigt
- Die Touchscreen-Sperre während der Fahrt nervt.
Was hat mich jetzt überzeugt - mich, der weder professioneller Tester noch Rennfahrer, Fahrwerksguru oder Ingenieur ist:
- Der Motor ist wahnsinn. Das Ansauggeräusch hat mich die ersten fünf Minuten der Probefahrt laufend kichern lassen.
- Das Fahrwerk empfinde ich als besser als das der 1250GSA.
- Die Verarbeitung ist top. Speziell die Schalter ist definitiv nicht schlechter als die der GS - dafür sind sie außerdem beleuchtet (habe ich gestern Abend erst bemerkt)
- Das Elektronikpaket und der Wille von CFMOTO schnell für Updates zu sorgen um die - ganz klar vorhandenen - Kinderkrankheiten auszubessern.
- Der Quickshifter funktioniert deutlich besser als der an der GS
- 5 Jahre Garantie (oder 40 TKM) ist einfach eine Ansage zum Vertrauen ins eigene Produkt.
- Teilepreise. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Die hohe, beheizte Sitzbank beispielsweise: €160.-. Nicht im Austausch. Nicht aus Kulanz. Das ist die ganz normale UVP. Ein niedriger Kotflügel - angeblich hilfreich bei der Hitzethematik - liegt bei 90 Euro.
- Die Smartphone-Integration finde ich deutlich besser als bei BMW
- Das Touchdisplay ist genauso schnell und "schwuppsig" wie mein Galaxy Tab S7 mit LineageOS.
Ich bin jedenfalls ziemlich happy mit der Entscheidung. Ich war es auch gestern, als ich bei 36° und mehr nach Augsburg rüber musste, trotz der vielfach beschrienen "Hitzeprobleme". Klar, ich bin noch in der Honeymoon-Phase mit dem neuen Spielzeug. Und auch klar: die GS ist das Motorrad mit mehr Feinschliff. Und sicherlich auch das Motorrad mit dem besseren Wiederverkaufswert. Aber fehlerfrei und perfekt ist auch eine GS nicht - und mein Vertrauen ins Produkt ist auch nicht das höchste. Bleibt die Frage: Ist die GS das bessere Motorrad? Ja. Ist sie 10.000 Euro besser (ziemlich exakt der Preisunterschied zwischen meiner GSA in 2020 und der CF in 2026 - jetzt ist die Lücke sicherlich größer)? Ich finde: Nein.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt wo die Reise mit CF hingeht. Sowohl softwareseitiig als auch hardwareseitig. Der LC8c hat ja nun auch nicht den besten Ruf (Nockenwellen)...aber der kligt schon echt geil
Grüße aus dem Münchner Speckgürtel,
Florian