Cevennen 2026 - eine Reise in eine einsame Gegend

Tischfussballer

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Vilsbiburg
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R 1300 GS Tripleblack 02/24
Nachdem wir vor 2 Jahren auf dem Rückweg von den Pyrenäen im Zentralmassiv bzw. den Cevennen totales Pech mit dem Wetter hatten, wollten wir dieses Jahr den Cevennen eine zweite Chance geben.
Es ging hier bei uns in Vilsbiburg/Niederbayern am Samstag, 22.8.26, los. Wir, das sind meine Frau Heidrun auf ihrer Honda Hornet CB 750, und ich auf meiner 13er GS.

Wir fuhren von Landshut bis Memmingen auf der Autobahn, danach schön durchs Schwäbische, vorbei an Kloster Sigmaringen (sehr beeindruckend) und anschließend Richtung Beuron durch das sehr schöne Donautal.
Danach gings südwärts Richtung Rhein, denn wir mussten durch den Moloch Basel... danach hat uns aber das Tal des Doubs mehr als entschädigt. Traumhafte Landschaft und sehr schön zu fahren.

Unsere erste Nacht verbrachten wir in einem Gite in der Nähe von Saint Hippolyte schon in Frankreich... Nach knapp 570 km waren wir aber auch froh, endlich angekommen zu sein. Die Herbergsmutter war zwar nicht anwesend, sie hat uns aber lecker Hähnchen mit Gemüse und Salat vorgekocht, welches wir nur noch aufwärmen mussten. Incl. Bier und Wein für 20€/Person. Da kann man nicht meckern.
 

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Tag 2 & 3 waren dann auch noch Anreisetage, diese fasse ich hier zusammen:

wir fuhren am Sonntag durch das schöne französische Jura auf kleinen Straßen, immer nordwestlich vom Genfer See entlang. Tagesziel war Izeron westlich vom Vercors. Hier haben wir mit der Übernachtung absolut ins Klo gegriffen. Es sah komplett anders aus als auf den Bildern in Booking, da waren die 69€ noch zuviel. Das in der Nähe liegende Restaurant gab´s auch nicht mehr, also mussten wir nochmal die Hornet satteln und 5 km in die nächste Ortschaft zum Essen fassen.

Der Montag sollte dann gleich am Morgen mit einem meiner Highlights in der Gegend beginnen. Wir fuhren über Romain sur Isere nach Thonon sur Rhone, und von dort meine absolute Lieblingsstrecke über Lamastre nach Le Cheylard. Ein absoluter Traum, wenn da nicht 4 deutsche Idioten (aus der Augsburger und Günzburger Gegend) mit ihren Mopeds gewesen wären.. Einer überholte meine Frau in einer Rechtskurve außen, wenn da Gegenverkehr gekommen wäre.... Sogar sein Kumpel hinter ihm hat den Kopf geschüttelt.. Also wenn sich jemand angesprochen fühlt, der vierte fuhr eine 13er GS, darf sich gerne bei mir melden.

Dann ging es über die Quelle der Loire immer Richtung SüdWesten in Richtung Gorges du Tarn. Diesen erreichten wir dann bei Florac, und über St. Enimie ging es in unseren kleinen Ort St. Chely du Tarn, wo wir in der dortigen Auberge für die nächsten 5 Nächte unser Quartier bezogen haben... Es ist eine traumhaft am Tarn gelegene Ortschaft, kein Durchgangsverkehr, 2 Lokale... mehr brauchen wir nicht..
 

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Tag 4 sollte ganz im Zeichen der Gorges stehen.

Am Morgen gings los in Richtung La Malene, dort zuerst rechts auf die schöne Hochebene, wieder zurück nach La Malene, dort die engen Kehren links hoch Richtung Meyrueis. Von dort aus in den Gorges de la Jonte nach Millau, die dortige Brücke habe ich leider vergessen zu fotografieren :oops:.
Wieder zurück durch den Gorges de la Dourbie, meine Frau hat dort ein wenig geplantscht. Ich musste "leider" auf das Moped aufpassen ;).

Bei der Mittagspause in Meyrueis stieg Heidrun von der GS ab, bedingt durch den Fahrwerksmodus "Road" kam die GS hinten sehr hoch, und meine Beine waren auf einmal viel zu kurz.
Das ganze natürlich vor einer vollbesetzten Bar.. nix passiert, aufstehen, Krone richten und uns auf ein Getränk niederlassen. Die GS hat, dem SW Motech Zylinderschutz und ADV Trax Koffer sei Dank, keinen Kratzer abbekommen. Bisher ist mir jedes Moped mindestens 1x umgefallen, somit hatte ich das jetzt auch hinter mir :giggle:

Der Rückweg in unsere Auberge war dann wieder über sehr kleine Pässe und Straßen, und nach knapp 300 km sind wir glücklich wieder in St. Chely angekommen.
 

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Tag 5 sollte eine Cevennen-Südtour mit einigen Highlights werden. Meine Frau hat im Voraus sehr genau geplant, was wir uns unbedingt anschauen müssen. Und so stand heute folgendes auf dem Plan:

Mont Aigoual
Cirque de Navacelles
Gorges de la Vis
Corniche des Cevennes

In Erinnerung bleibt mir ewig das Mittagessen: wir durch eine kleine Ortschaft gefahren, links ein "Restaurant" mit offenem Grill und lauter Einheimischen. So gut wie alle haben einen schönen Grillteller gegessen. Gut dacht ich, dann ist das die "Plat du Jour", ich bekam halt dann eine Wurst mit Salat... Meine Frau lacht grad beim Schreiben dieser Zeilen neben mir immer noch über mein Gesicht, als die Kellnerin meinen Teller brachte.

Danach herrlich flott die Corniche des Cevennes gefahren, ein Einheimischer vor uns hat das Tempo gut vorgegeben. Via La Malene sind wir dann wieder durch die Tarnschlucht nach St. Chely gefahren.
 

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der folgende Tag sollte ein Ruhetag ohne groß Motorradfahren sein. Wir sind nur nach St. Enemie vorgefahren, dort schön was gegessen, danach den 30 minüten und teilweise sehr steilen Weg zur Hermitage hochgewandert.. Aber es hat sich gelohnt, der Ausblick war traumhaft.
in St. Chely dann wieder das Wasser des Tarn genossen, am Abend in einer sehr urigen Pizzeria im Ort, direkt am Ufer des Tarn, den Tag schön ausklingen lassen.

Und da hab ich doch am Abend auch glatt einen Kickertisch entdeckt. Der Wirt wollte aber nicht gegen mich spielen, er meinte nur: "wenn ein Deutscher schon weiß, dass der französische Tisch Bonzini heißt, dann sei es besser, nicht gegen ihn anzutreten" :giggle: glaub so Unrecht hatte er nicht.
 

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der Freitag sollte dann nochmal ein paar besondere Strecken für uns bereithalten:

über Florac ging es auf die superschön zu fahrende N106 bis kurz vor La Grand-Combe. Dann Richtung Chamborigaud, dort Richtung Les Vans und von dort aus via Vallon-Pont-d´Arc zu unserem Tagesziel: die Ardeche. Wir waren zwar schon mal hier, aber damals hat man vor lauter Regen so gut wie nix gesehen. Umso mehr konnten wir die Landschaft und auch die Straße genießen. Dann Richtung Ales und wieder auf die N106 "heimwärts". Den letzten Abend ließen wir nach einem Bad im Tarn wieder in der Pizzeria ausklingen.
 

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Am Samstag ging es dann, ohne groß irgendetwas vorgebucht zu haben, Richtung Heimat. Wir planten in 3 Tagen zu Freunden nach Ottenau/Gaggenau zu fahren, und von dort aus dann heim.

Nochmal quer durch die Cevennen wurde das erste Ziel angesteuert: der Gorges de la Loire, Ziel war dann die südlich von Lyon gelegene Stadt Vienne. Hier haben wir dann den Abend im Mittelalterspektakel verbracht, das an einem Wochenende im Jahr aufgeführt wird, genau das haben wir erwischt. Schön war´s.

An dem Tag ist auch bei ca. km 20.700 die Ölstandswarnung angesprungen, siehe Thread mit "Ölverbrauch der 1300 GS". War nicht so einfach, ein 5W40 aufzutreiben. Aber es hat dann doch geklappt, "Nicolas Motos" in Annonay sei Dank. Ist nicht selbstverständlich, dass am Samstagnachmittag gegen 16.30 Uhr noch so ein Geschäft offen hat.
 

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Von den letzten 3 Tagen habe kaum Bilder gemacht. Die Reise ging bis zu unserem nächsten Übernachtungsstopp in Montbeliard im Jura wieder zum Teil am Doubs entlang.

Montags dann ein wenig durch die Rheinebene, mal wieder in Breisach gewesen (die Mutter von meinem Sohn kam von dort) und dann durch den Schwarzwald nach Ottenau.
Dabei Strecken im Schwarzwald gefahren, die kannte ich noch gar nicht. Allerheiligen und auch die Schwarzwaldhochstrasse. Dort hatten wir auch die einzigen 15 Minuten Regen während unseren kompletten 11 Tagen.

Dienstag dann wieder durchs Schwäbische bis nach Merklingen, und von dort auf die Autobahn ab nach Hause.
 

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Insgesamt waren es ca. 3.500 km, Heidrun ist mit ihrer Hornet "nur" die An- und Rückreise selber gefahren, die Touren in den Cevennen bei mir hinten drauf dabei.

Meine Planung mit ca. 250€ / Tag für Übernachtung, Verpflegung und Sprit kam im Schnitt fast genau hin. Einige Umleitungen durften wir natürlich auch fahren, an einem Tag bekamen wir erst an der 4. Tanke in Frankreich Sprit, alle anderen waren ausverkauft.

Insgesamt eine sehr schöne Reise in eine extrem zu empfehlende Gegend. Es müssen nicht immer die hohen Berge sein um mit dem Moped Spaß an schönen Landschaften zu haben.
 
Danke für deinen Bericht. Die Cevennen sind immer eine Reise wert.
 
Klasse Tour, danke für den Bericht.
Ähnlich, allerdings in Norddeutschland startend und über Eifel, Vogesen anreisend bin ich das auf Achse 2024 gefahren. Tolle Gegend.
 
Wir waren auf unser Frankreichtour dieses Jahr auch in der Gegend, einfach toll, wenig Verkehr und schöne Landschaften.
 
Danke fürs Mitnehmen, Kurt! Das ist gutes Futter für die Planungen 2027, die Cevennen kenne ich nur vom Durchreisen bisher.
 
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