Toscana 2025

schotterali

Prospekt-Träumer
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R 1200 GS Air cooled
Ich werde mal versuchen einige meiner alten Reiseberichte hier einzustellen. Jeder ist so eine Art Fortsetzzungsgeschichte und es wird ein wenig dauern bis alles hier drin ist.

Viel Spaß beim Lesen.
 
Anreise Tag 1

Gestern Nachmittag ist Rainer bei mir angekommen. Wir gehen heute Abend gut bayrisch Essen und wollen morgen früh ohne Frühstück los. Wir sind beide darauf gespannt, wie es wird mit einem E-Auto mit Hänger und zwei Mopeds über die Alpen zu kommen.

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Da wir ja keine Gepäckbeschränkung haben, habe ich natürlich wieder viel zu viel mitgenommen. Meine Frau hat doch extrem auf mich abgefärbt.

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Da Rainer über BMW eine verbilligte Ionity-Karte hat, haben wir unsere Ladestopps darauf ausgerichtet. Der erste steht in Breuna an. Die Ausfahrt ist schon mal gesperrt. Wir müssen eine vorher raus und etwas umständlich über Land dahingondeln.

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Eigentlich hätte hier ein Restaurant mit Frühstück sein sollen. Aber irgendwie verfolgt uns die Pyrenäentour noch, geschlossen.

Es fällt dann an der Tanke etwas karg aus.

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Nächster Ladestopp Eichenzell. Es geht gut weiter. Wegen Asphaltierungsarbeiten ist die Zufahrt zum Rasthof gesperrt. Auch wenn die gerade fertig geworden sind. Umweg durch den nächsten Ort samt Industriegebiet. Wegen der Grummelei über soviel Mist habe ich ganz vergessen den zu fotofieren.

Wir kommen hier auf den Mittelgebirgsstrecken mit dem iX1 bei Ladung zwischen 80 und 90 % zwischen 170 und 190 km weit. Der nächste Stopp steht daher in Ohrenbach West an.

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Von da aus nach Illertissen, wo mal wieder ein Kaffee ansteht.

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Etwas später gibt es endlich die erste Sicht auf die Berge.

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Der letzte Ladestopp ist am Fernpass auf der Ostseite kurz vor Nassereith geplant. Oben am Pass zeigt die Batterie noch 7% an. Gut das es nur noch bergab geht.

Da uns nach der Routenplanung klar war, dass wir fürs Abendessen etwas zu spät im Hotel sein könnten haben wir hier eigentlich das Dinner vorgesehen. Und nun, direkt vor unserer Nase wird das Restaurant geschlossen. So ein Mist. Wir gehen in die Tankstelle und essen dort eine Pizza. Die ist allerdings besser als bei den meisten Lieferservices.

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Rainer platziert noch den bip an der Frontscheibe. Und wie von Geisterhand öffnet sich in Schönberg die Schranke. Wenn das morgen auch so ist, hat sich das kleine Teil echt gelohnt.

Die Auffahrt zum Hotel ist nichts für Angsthasen eng, steil, Kehren und mit dem Gespann schon eine gewisse Herausforderung. Rainer meistert das locker, wir dürfen an der Garage laden, nehmen noch ein Betthupferlbierchen und verschwinden in unserem Appartement. Der Tag war zwar nicht sonderlich anstrengend aber lang.
 
Anreise Tag 2

Wie immer bin ich früh wach und froh was zu lesen dabei zu haben. Nach dem Duschen mache ich draußen ein paar Bilder. Gestern Abend hatte ich keine Lust mehr dazu.

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Danach entern wir den Frühstücksraum. Wie auch das restliche Hotel alles ziemlich neu renoviert. Und das Buffet ist einfach klasse. Es fehlt nix, aber auch gar nix. Wenn ich das richtig nutzen will erliege ich schon vor acht dem Knödelkoma bzw. dem Brötchen- und Croissantkoma.

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Das Hotel Berghof in Gries am Brenner bekommt hier eine klare Empfehlung. Sehr nette und zuvorkommende Besitzerin. Alles frisch renoviert. Tolle Aussicht. Sowohl für eine Zwischenübernachtung wie auch einen längeren Aufenthalt (z.B. zum Erkunden der Seitentäler im Wipptal) bestens geeignet.

Es hat heute Nacht in höheren Lagen geschneit. Wie sieht es wohl oben auf dem Brenner aus? Das letzte Mal hatte es bis auf 50 m oberhalb der Passhöhe geschneit.

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Andreas schrieb gestern Abend noch, dass der Großglockner wegen Schnee gesperrt ist. Der Brenner ist zum Glück tief genug. Der BMW hat zwar Allrad, aber im Schnee mit Hänger…nicht wirklich prickelnd.

Hinter Bozen ist es dann wärmer und sonniger. Mir gefällt die Landschaft immer wieder, auch auf der Autostrada.

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An der Raststätte in Trento ist die erste „Ich muss den Kaffee wegbringen Pause“ noch bevor das Auto geladen werden muss. Was solls, wir sind im Urlaub und nicht auf der Flucht.

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Bis dato hatten wir zwar Glück aber bei Ala erwischen wir dann doch noch einen unfallbedingten Stau. Gut das ich vorher Kaffee wegbringen war.

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Direkt vor uns ist einer der LKW’s die uns Windschatten geben. Spart halt Strom und in Italien darf man eh mit Hänger nur 80 fahren. Egal was der für eine Zulassung in Deutschland hat.
Der Stau dauert aber nicht sooo lange und an der letzten Ioniq-Station für diese Tour in Affi laden wir dann auf. Hier ist zum zweiten Mal Hänger abkuppeln angesagt.

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Die in Trento entleerten Koffeinspeicher werden wieder aufgefüllt. Schließlich brauchen wir ja ein Argument für den nächsten Ladestopp.

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Die Ioniq-Ladestation in Carli ist außer Betrieb. Daher haben wir ausgeknobelt in Borgonuovo vor dem Appenin-Anstieg noch mal vollzuladen. Allein ich verpasse die etwas ungeschickt direkt am Anfang der Raststätte gelegene und nicht ausgeschilderte (jedenfalls habe ich nichts wahrgenommen) Ladestation. Wat nu?

Die nächste Station ist erst auf gut halber Höhe und soooviel ist nicht mehr im Batteriespeicher. Weil wir aber hier nicht wieder von der Autostrada runter, zurück und hin- und herkurven wollen versuchen wir das mal. Letztlich erreichen wir die Raststätte mit immer noch 7% Restladung und blockieren mit dem Hänger auch noch dreist den zweiten Ladeplatz.

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Ein Imbiss ist angesagt. Das Gewusel an italienischen Raststätten finde ich immer wieder interessant. Nach einer guten halben Stunde geht es weiter. „Hinten runter“ rekuperiert der BMW brav, sodass wir bis zur Unterkunft durchfahren können.

5 Minuten bevor wir da sind kommt eine WhatsApp von Andreas mit „Erster“. Da er schon drei Tage Motorrad hinter sich hat sei’s ihm gegönnt. Außerdem haben wir in Asciano noch eingekauft. Sonst gäb‘s morgen nix zum Frühstück. Wir bekommen unsere 500m² Villa gezeigt. Also Platz haben wir drei Männekes.

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Das Panorama ist schon mal herrlich. Genau das was man von der Toscana erwartet. Passt.

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Da Andreas dieses Mal unser Benjamin ist „muss“ er natürlich standesgemäß mit dem Motorrad anreisen.

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Wir alten Knochen „dürfen“ mit dem Hänger anreisen. Und Ruhe, ich weiß was ich früher gelästert habe. Aber mit 65 und beileibe nicht gesund darf ich das jetzt. Die noch vorhandenen Kraftreserven werden dringend für die Touren der nächsten Tage gebraucht.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben suchen wir ein Lokal in Asciano. Um halb sieben sind wir wohl noch etwas zu früh für die Restaurants.

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Wir finden schließlich etwas, bekommen ohne Reservierung natürlich den Katzentisch an der Tür. Juckt uns aber nicht. Essen war ganz OK, die Lahmarschigkeit der Bedienung nicht. Knapp vor dem Verdursten verlassen wir das Lokal. Die beiden Mädels haben sich mal eben für fast eine halbe Stunde verdrückt. Auch der Rest der Gäste sah nicht besonders begeistert aus. Hier müssen wir nicht mehr hin.

Das abendliche Asciano sieht noch etwas besser aus als das spätnachmittagliche.

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Da Rainer und ich vorgesorgt hatten gönnen wir uns noch etwas Hopfenblütentee in unserer Location.

Der Abend ist einfach wunderschön.

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Toscana Tag 1

So ganz bin ich im Quasi-Rentner-Dasein noch nicht angekommen. Mal wieder um kurz vor 6 wach. Als derzeitige Selbstversorger kümmere ich mich ums Frühstück…bis auf den Kaffee. Mit diesen vermaledeiten kleinen italienischen Minikaffeemaschinchen komme ich nicht zurecht.

Da dürfen sich dann Rainer oder Andreas drum kümmern.

Noch ein paar Bilder vor dem Frühstück machen. Das Wetter ist aber besser als es hier aussieht.

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Warum wir gestern Abend noch unbedingt alle Motorräder unter das garantiert wasserdurchlässige Strohdach befördern mussten erschließt sich mir heute Morgen nicht mehr.

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Nach kurzer Diskussion unter Berücksichtigung, dass Plochi schon rund 1400 km gefahren ist, eine der kürzeren Touren heute. Also Tour 1. Die ist im Wesentlichen einer im Internet gefunden Fahrradroute namens Eroica Montalcino jedenfalls teilweise nachempfunden.

In Asciano nehmen wir den Hinterausgang, ein gerade mal Pandabreites Sträßchen steil bergab. Ein Stückchen Hauptstraße und dann geht es auf die erste Strade Bianchi, den eigentlichen Zweck des Urlaubs, ab. Die trage ich schon seit Jahren, um nicht zu sagen Jahrzehnten mit mir als unerledigten Punkt herum. Es macht richtig Spaß. Gepflegte Wege bei denen man auch mal richtig Gas geben kann. Über die Wolke des Staubes und die staubschluckenden Hinterherfahrer breiten wir mal das Mäntelchen des Schweigens aus. Es wollte ja mal wieder keiner den Tourguide geben. Ein paar Vorteile muss das ja nun auch haben.

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Das sind teilweise sogar Provinzstraßen. Auf der SP 03 fahren Andreas und ich an einem Abzweig für ein möglicherweise gutes Foto etwas weiter. Wird aber nix. Als wir zum Abzweig zurückkommen ist Rainer weg. Er wird wohl vorgefahren sein. Am nächsten Abzweig steht keiner, na ja, es geht ja auch fast geradeaus weiter. Ein gutes Stück später ist er immer noch nicht in Sicht. Wir halten und beratschlagen kurz.

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Die Telefonverbindung ist schlecht, so ganz genau bekommen wir nicht heraus wo er ist. Wir fahren weiter, er hat ja die gleiche Strecke auf dem Navi. Wir werden uns schon wieder treffen. Einige Kilometer später warten wir zwei dann doch mal. Anscheinend ist er noch hinter uns. Es dauert eine Weile, dann taucht er auf. Ich kann trotz meines eigentlich guten Orientierungssinnes nicht ganz nachvollziehen was passiert ist. Dank Navi und moderner Kommunikationsmittel ist das heute zum Glück meistens kein Problem mehr.

Den jetzt anschließenden Feldweg möchte Andreas dann lieber nicht fahren obwohl an der Straße ein Schild Strada Privata steht. Nun gut. So ca. 500 Meter etwas gröberer Feldweg. Da ist so eine alte GS gegenüber dem modernen Zeuchs doch im Vorteil.

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Der Treffpunkt wird für die Kreuzung vor Camigliano ausgemacht. Klappt hervorragend. Der Ort ist mini aber sehenswert.

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Pause sollte eigentlich am Castello di Banfi, Burg und Weingut sein. Allein, mal wieder alles zu. Es ist zum Kinderkriegen.

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Aber schön ist es hier trotzdem.

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Etwas weiter werden wir dann fündig.

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Brunello di Montalcino hat vielleicht der eine oder andere schon mal gehört.

Und eine Balthasar, auch wenn leer, sieht man nicht allzu oft.

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Weiter geht’s auf den weißen Straßen, die gelegentlich auch mal steil werden und ne Serpentine eingebaut haben. Wie immer auf Fotos bekommt man die Steilheit meist nicht so richtig raus.

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So langsam nähern wir uns dem namensgebenden Ortes des Weines. Etwas vorher ergibt sich auf einem kleinen Parkplatz eine schöne Dokumentationsmöglichkeit. Und nein Andreas, das ist hier nicht die Titanic.

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Ich bin mit nicht mehr ganz sicher, aber eigentlich müsste das Castelnuovo dell’Abate sein.

Montalcino benötigt doch einen Stopp. Wenn man schon mal hier ist sollte man sich das ja auch anschauen. Allein es ist Sonntag und für unseren Geschmack völlig überlaufen. So beschränken wir uns auf ein paar Burgfotos, die ist durchaus beeindruckend, und schauen einmal kurz ins Ortsinnere. Angesichts des Gedränges erscheint uns die Weiterfahrt die bessere Alternative zu sein. Zumal wir für den Parkplatz eigentlich noch eine nicht unerhebliche Anzahl von Euronen hätten blechen sollen.

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So ziehen wir es vor lieber kreuz und quer auf besten Wegen durch die Landschaft zu gondeln.

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Als nächsten anfahrbaren Erlebnispunkt hat Andreas, der, das muss an dieser Stelle mal gesagt werden, bomfortionös herausgesucht und eingeplant hat, eine alte Römertherme/quelle oder wie immer die das bezeichnet haben, vorgesehen. Die Quelle ist warm und fließt über schöne Sinterterrassen ins Becken und heraus.

Man muss ein wenig kraxeln um zum Becken zu kommen. Aus Fitnessgründen verweigere ich mich erst und lasse die Beiden alleine ziehen. Am Ende bin ich aber doch zu neugierig und wuchte meinen 15 kg zu schweren Astralkörper da hoch.

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Hat sich gelohnt.

Das Val d’Orcia wird in den meisten Literaturexzerptionen als das schönste Tal der Toscana beschrieben. Es fängt hier an der römischen Badestelle an. Fahren kann man da wohl nicht. Sieht jedenfalls in der Karte so aus. Nur nach dem einen Tag würde ich schon mal behaupten, dass ist leicht übertrieben und es gibt mindestens genauso schöne Ecken woanders. Aber jeder wie er mag.

Wir fahren noch drei Schleifen durch die Gegend und nehmen natürlich wieder den steilen und engen Hintereingang nach Asciano. Klar, wenn man hochfährt, muss einem zwangsläufig ein Auto entgegenkommen. Wird ein wenig knapp, geht aber.

Heute werden die Motorräder ordnungsgemäß vor dem Haus geparkt.

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Bis nach Asciano in die Innenstadt sind es zwei Kilometer, zu viel zum Laufen. Vor allem mit vollem Magen zurück. Wir nutzen daher das bequeme Auto. Auch wenn wir vor der Schranke ziemlich lange warten müssen.

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Hungrig wie wir nach dem langen Tag sind, sind wir natürlich wieder zu früh. Kurzentschlossen genehmigen wir uns noch einen Aperitif in Form eines leckeren Weinchens.

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Der Besitzer des Rosso Vino erklärt uns nett auf Englisch, dass er noch ein Weingut führt und alles Mögliche über seine Familie, Weingut etc. So ganz habe ich nicht alles verstanden. Er spricht besser Englisch als ich.

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Als das nebenan gelegene Lokal um sieben öffnet besetzten wir einen der Außentische. Die Mafiatorten hier haben ganz andere Namen als wir kennen und auch die Beläge sind teilweise ungewohnt. Aber alles ist saulecker und im besten Sinne preiswert.

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Auch das Tiramisu kann sich sehen lassen.

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Aus meinen Beständen hatte ich zwei Flaschen von Italiens bestem Rose (lt. Luca Maroni) mitgebracht.

Die müssen heute dran glauben.

Ein exzellenter Tag geht zu Ende.

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Das Strohdachfoto ist von Rainer, die Balthasar von Andreas.
 
Toscana Tag 2

Einen Gasherd zum Eierkochen hatte ich bisher auch noch nicht. Wie kriege ich den jetzt an?

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Da sind die Übeltäter. Gleich werdet ihr in leckere weiche Eier verwandelt.

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Der Kaffeemeister hat auch schon seine Arbeit getan.

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Am Ende könne wir dann gemütlich frühstücken bevor wir uns wieder mit diesem lästigen Motorradfahren beschäftigen müssen. Es könnte so schön sein, wenn wir nicht jeden Tag raus müssten. ;)😂

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Bei der Suche nach Besonderheiten bin ich während der Planungssphase über den Tunnel del Pratomagno gestolpert. Hörte sich interessant an was da so geschrieben wurde. In meiner Phantasie schwebte mir ein langer schmaler und unbeleuchteter Tunnel vor. Ergo gabs eine Tour, die sich in den Norden nannte und unter Tour 3 firmierte.

Selbstverständlich haben wir wieder einige Strade Bianchi darin untergebracht. Anfangs auch ein Teilstück der Eroica Montalcino.

Wie schon gesagt, wenn wir an jedem möglichen Fotopunkt gehalten hätten, wären wir wahrscheinlich Weihnachten noch nicht mit den Touren fertig. Aber ab und an muss es halt sein.

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Es ist einfach wunderschön hier. Wir haben einen Riesenspaß sowohl auf den Strecken wie auch durch die immer wieder tollen Aussichten.

Kurz vor dem nächsten anzusteuernden POI, dem Castello di Brolio, brauche ich einen Orientierungsstopp, da ausnahmsweise das Navi heute Morgen etwas rumspinnt.
Hier sollten wir wieder runter und dann den gleichen Weg wie gerade nochmals hier hochfahren.

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Wir befinden uns auf Teilen einer weiteren Radstrecke, der L’Eroica. Also die Strecken sind zwar richtig geil zu fahren, aber was daran erotisch sein soll erschließt sich mir nicht so ganz.

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Nach der kurzen Orientierungsphase sind wir auch schon fast beim Castello. Das kann man wohl besichtigen, aber der Parkplatz im Innenhof ist schon von Touris vollgestellt. Wir verzichten.
Als Kulisse taugt das hier aber schon. So sucht sich jeder seinen Platz.

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Es geht über schönste Sträßchen und meist auf der Höhe weiter.

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Unterwegs fällt mir an einem Weingut der Gallo Nero auf. Oh, wir sind im Kerngebiet des Chiantis, dem Classico. Das war mir bei der Planung nicht bewusst geworden. Schön, habe ich das auch mal gesehen.

Als nächstes steht die Querung eines Tales an dessen Verursacher man in vielen Kreuzworträtseln findet: Fluss durch Florenz mit 4 Buchstaben. Na…natürlich der Arno. Im daran gelegenen Monteverdi wird es allmählich Zeit für einen Cappuccino-Stopp.

Nach ein klitzekleinen rumsuchen leuchtet uns auch ein passender Ort entgegen, allein er liegt auf der anderen Seite der Piazza Vittorio Veneto. Da stehen so hässliche weiße Schilder mit rotem Rand und da läuft auch noch eine italienische Ordnungshüterin rum. So direkt vor ihrer Nase will ich da auch nicht rüber. Das Straßengewirr hier rund rum sieht allerdings ebenfalls nicht einladend aus. Zum Glück bewegt sich die Matrone zum Rand der Piazza und fängt an sich mit jemandem zu unterhalten.

Rainer und ich flitzen schnell über den Platz. Das bekommt sie natürlich mit. Andreas ist etwas zu langsam. Den hält sie auf. Es sei verboten über den Platz fahren. Klar, die Schilder waren eindeutig, ich aber zu faul hier rumzusuchen. So muss Andreas auf der anderen Seite der Piazza parken, während Rainer und ich direkt neben dem Café stehen.

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Die Auswahl hier ist grenzgenial und macht die Entscheidung richtig richtig schwer. Das sieht alles sooo lecker aus. Hier könnte ich den ganzen Tag verbringen.

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Nach einem langwierigen und emotional äußerst belastenden Entscheidungsprozesses, daher herrührend, dass wir nicht das zulässige Gesamtgewicht unserer Bikes überschreiten wollen, lassen wir uns draußen nieder.

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Auch wenn die Ordnungshüterin gerade nicht zu sehen ist, ein zweites Mal wollen wir unser Schicksal nicht heraufordern. Als Treffpunkt vereinbaren wir die Kreuzung an der Hauptstraße, die für Andreas kein Problem darstellt. Rainer und ich müssen uns erst einmal aus dem kleinen Einbahnstraßengewirr herauswühlen. Klappt aber. Treffpunkt erreicht.

Langsam quälen wir uns aus Monteverdi heraus. Ein wenig Talstraße noch, dann geht’s hoch zum Tunnel del Pratomagno. Irgendwo steht ein großes Schild mit viel italienischem Text und einem kleinen weißen Schild mit roten Rand darin. Mein italienisch ist Gott sei Dank so schlecht das ich das einfach ignorieren kann. Die Straße ist breit und macht Spaß zu fahren. Von dem im Internet angekündigten Schotter nix zu sehen. Auf halber Höhe Fotostopp.

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Macht sich da etwa schon eine gewisse Erschöpfung breit. Nicht schwächeln Jungs, wir haben noch nicht mal den Umkehrpunkt erreicht.



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Als wir den Tunnel dann erreichen muss ich innerlich ziemlich lachen. Was hatte ich mir alles darunter vorgestellt. Am Ende ist es eine breite Miniröhre ähnlich der unter der A45 in Heisberg bei mir zu Hause. Nur das hier Schafe anstatt Autos drüber wandern.

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Den Schotter gibt’s jetzt auf der Abfahrt. Die ist zwar teilweise fast highwaybreit aber streckenweise ziemlich ausgewaschen durch die vergangenen Regenfälle und daher schon mal rumpelig. Lässt sich aber gut aushalten.

Im Tal beschließen wir die letzte Schleife über den Passo Fangacci und die Wasserfälle Tre Cascate ausfallen zu lassen. Mir war schon bei der Planung klar, dass das knapp werden könnte. Die Strade Bianchi setzen den Fahrschnitt ein ganz klein wenig nach unten. Und da wir im Urlaub und nicht auf der Flucht sind, lieber eine Schleife sein lassen und den Rest mehr genießen.

Ein paar Meter weiter entdeckt Andreas eine Waschstraße. Rainer kann gerade noch einen solchen Frevel verhindern.

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Auf dem Weg zurück zu unserer Villa warten noch einige schöne Abschnitte der Strade Bianchi auf uns.

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Auf der Suche nach der Tankstelle in der Zona Industriale Sentino irren wir etwas herum und brauchen eine Weile um wieder herauszufinden. Getankt wird dann in Serre di Rapolano. Praktisch der Nachbarort auf der anderen Seite unserer Unterkunft.

Ein paar Mal sind wir schon an einer der schönsten und nur wenige Meter neben der Einfahrt zur Villa gelegenen Zypressenalleen der Gegend vorbeigefahren. Immer war viel zu viel los für ein vernünftiges Foto. Heute Nachmittag ist es verhältnismäßig ruhig, nur ein Ehepaar mit Kind ist da. Sogar deren Wagen steht nicht im Weg und der Mann ist uns gerne bei unseren Fotos behilflich.

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Beim Einkaufen am Samstag hatten wir vorsorglich etwas feste Nahrung mitgebracht. Da sich die Lust Essen zu fahren heute arg in Grenzen hält, haben wir unseren Kaffeemeister flugs zum Küchenmeister erklärt und er darf den Pott Nudeln zubereiten.

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Schmeckt. Darfst weiterkochen!

Nach Sonnenuntergang sehen die Motorräder im Licht der Außenbeleuchtung auch nicht schlecht aus.

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Toscana Tag 3

Bei der Planung war mir aufgefallen, dass der ACT in der Nähe vorbeiführt. Daher gibt es eine Tour ACT, die sich aus Teilen des Tages 2 und 3 desselbigen zusammensetzt. Um an den Anfang zu kommen nutzen wir kurzzeitig die vierspurig ausgebaute SS326. Noch ein paar Meter Provinzstraße und dann lockt der ACT. ACT bedeutet so ca. die Hälfte unbefestigt, der Rest zumeist kleine und kleinste Sträßchen.

Immer wieder mit tollen Ausblicken versehen.



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Das sieht da hinten fast wie eine Motocrossstrecke aus, ist aber nur passend gemäht.

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Ein Stück weiter ist auch schon die erste Strade Bianchi für heute unter den Rädern.

Montepulciano streifen wir nur kurz, der ACT umgeht es links herum. Den Abzweig verpasse ich allerdings, da zwei Straßen direkt übereinander liegen und ich das Navi nicht ganz verstehe. Nach etwas hin und her sind wir auf dem richtigen Weg und werden kurz drauf mit einer formidablen Strecke mit wunderschönen Panoramen belohnt.

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Wenige Kilometer später lassen wir die Silhouette von Montepulciano nochmals auf uns wirken.

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Wenn ich mich so auf meinen Seitenständer stellen würde, wie das unser Benjamin macht, würde es wahrscheinlich ‚krack‘ machen. 🫣

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Es gibt so viel zu sehen und ist so schön hier. Wenn wir aber die Tour heute zu Ende fahren wollen müssen wir die Fotostopps in Grenzen halten. Ab und zu muss es aber sein.

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Zum Glück benötigen wir ja manchmal auch eine P-Pause. Die kann man ja dann an strategisch günstigen Stellen abhalten.

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Das Wetter ist heute etwas indifferent. Aber außer den berühmten drei Tropfen passiert nichts. Auch wenn es gelegentlich dramatisch aussieht.

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Wenn ich das nötige Kleingeld hätte, könnte ich mir eines dieser Gehöfte gut als Altersruhesitz vorstellen.

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Mittlerweile haben wir Pienza erreicht. Kulinarisch bleiben keine Wünsche offen.

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Auch hier sind reichlich Touris unterwegs. Ein freies Caféplätzchen zu finden ist nicht ganz so einfach. Wir haben aber Glück direkt vor uns steht ein Pärchen auf, wir bekommen noch einen Tisch für unsere Klamotten dazugestellt und können den wohlverdienten Cappu genießen.

Die Krümel, die wir auf den Tellern lassen finden allerdings rasch einen ziemlich dreisten Abnehmer, der sich an unserer Anwesenheit überhaupt nicht stört.

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Beim ACT muss man immer mal mit einer kleinen „Gemeinheit“ rechnen in jeder Tour sind so ein oder zwei Stellen drin, die etwas anspruchsvoller sind. Davon bleiben wir bis jetzt aber verschont. Alles ganz Easy.

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Andreas findet unterwegs noch ein schöne Zypressenallee. Nur gibt es leider immer einen Blindgänger, der durch das Foto stolpern muss.;)

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Der vor einiger Zeit genossene Cappuccino bahnt sich so langsam seinen Weg. Die nächste P-Pause steht an.

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Bei einem Blick auf sein Hinterrad stellt Andreas ein metallisches Schimmern fest. Irgendetwas hat sich in den Reifen gebohrt, der allerdings noch dicht zu sein scheint. Kurz vor Ende des ersten Drittels der Tour ist abbrechen angesagt.

Zudem kommt noch ein alter italienischer Bauer vorbei, der uns aus seinem Pickup heraus komplett zutextet. Es dauert eine Weile bis wir uns anhand verschiedener Vokabeln, die wir verstehen, das Ganze zusammenreimen. Es sind wohl Bienenvölker geschwärmt und es wäre hier gerade sehr periculoso.

Wir kontaktieren das Navi für den kürzesten Weg zur Villa. Und natürlich ist die Schranke hinter Asciano immer dann geschlossen, wenn man es nicht brauchen kann. Neben der ständigen RDS-Kontrolle nutzt Plochi das aber auch nochmal zur in Augenscheinnahme.

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Da ist der Übertäter.

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Mit der Zange herausgezogen entpuppt sich das Teil als Stahlstift oder Nagel, der durchs Fahren etwas abgeschliffen ist.

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Er hatte sich glücklicherweise fast waagerecht in das Profil gebohrt, so dass die Luft keinen Kanal zum Entweichen hatte.

Was machen wir jetzt mit dem angefangenen Nachmittag. Vor der Tour hatten wir mehrmals beim Vermieter nachgefragt ob der Pool auch in Betrieb sei. Das Wetter ist zwar zum Motorradfahren nahezu perfekt, für den Pool, dessen Wasser auch noch nicht richtig warm geworden ist, ob des Wetters, aber eigentlich zu kalt. Aber einmal müssen wir den wenigstens nutzen. Also denn Pool-Diving.

Beschränkt sich aber, bis auf einmal hin und herlaufen, auf eher mal die Beine im Wasser baumeln lassen.

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Zum Glück hat mich keiner abgelichtet. Sonst wäre das eher Whale-watching geworden. 🙈

Wir diskutieren eine Weile darüber was denn jetzt mit dem Reifen werden soll. Ihn ganz deswegen austauschen erscheint ein wenig überambitioniert. Es wird der Kleber aus dem Reparaturset da rein geschmiert.

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Das sollte dafür Sorge tragen, dass sich kein Steinchen oder ähnliches darein verirrt und zu größerem Kummer führt.

Sieht doch gut aus.

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Rainer packt die Drohne aus und fotofiert unser Domizil mal von oben. Ganz schön großzügig für uns drei People.

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Derweil mich eher die Wolkenformationen faszinieren.

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Wir sind prinzipiell zwar in einem der alten kulturellen Zentren Europas, so richtig Zeit für ausgedehnte Besuche von Museen etc. haben wir uns angesichts der genialen Sträßchen noch nicht genommen. Aber so ganz ohne Kultur geht ja nun auch nicht. Ergo besichtigen wir heute mal die Kirche in Asciano.

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Die muss evangelisch sein. Das sonst Prächtige italienischer Gotteshäuser fehlt ihr vollkommen.

Also machen wir uns auf zum Rosso Vino für den Aperitivo und anschließendem essenstechnischem Besuch der Lokalität nebenan.

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Hier geht es einfach nicht ohne Nachtisch.

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Danke, ein schöner Bericht...hast Du auch einen Tourenplan gemacht? bzw auf Landkarte eingezeichnet?
 
Toscana Tag 4

Gestern hatten wir wegen des Defektteufels ja nur rund ein Drittel der Tour geschafft. Andererseits hatten wir für jeden Tag auch eine Tour geplant. Am Frühstückstisch entspinnt sich eine Diskussion darüber was wir den heute machen wollen. Am Ende zeigt sich Andreas großzügig, verzichtet auf seine Wein- und Oliventour und wir fahren heute den Rest des ACT einfach mal rückwärts.

Das Wetter ist wie gestern, etwas durchwachsen.

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Es geht los und schon ist es besser.

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Ein bisschen Geschlängel durch die Gegend und keine halbe Stunde später der erste geile Weg mit Aussicht.

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Ein paar Minuten später eine ebensolch schöne Strecke mit Ausblick auf Pienza.

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Hinter uns muss sich mal wieder jemand ins Bild drängeln.

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Das wäre auch was als Altersruhesitz.

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Wiederum eine viertel Stunde später nimmt das Unglück seinen Lauf. Der Weg ist etwas gröber und geht kurz aber relativ steil nach unten. Sieht eigentlich alles ganz easy aus, aber…

…der Untergrund ist keineswegs fest, sondern matschig, was aber nicht zu erkennen ist. Ich rutsche in die Rinne und beim Versuch da wieder raus zu kommen stellt die Kuh sich erstmal quer, ich hampele wahrscheinlich ziemlich herum, komme aber ohne Sturz dadurch.

In dem Moment wo ich ‚Puuh geschafft‘ denke kracht es schon hinter mir. Vorsichtig ausrollen lassen, nicht noch selber auf die Nase legen.

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Andreas hats hingehauen. Vielleicht macht sich an solchen Stellen doch die etwas größere Erfahrung nützlich. Egal, hin zu ihm und die nagelneue GS wieder in die Senkrechte bringen.

Was liegt denn da für ein Teil rum. Der Schalthebel ist abgebrochen. Direkt am Getriebeeingang. Das Teil ist aus Alu und Plastik. Trotz ASA, wie kann man nur so einen kapitalen Schwachsinn konstruieren.

Da ich zweieinhalb linke Hände habe, bleibt mir nur mein HAZET-Werkzeug zur Verfügung zu stellen und die Pflicht als Dokumentar wahrzunehmen. Rainer und Andreas brechen sich fast die Finger dabei den verbliebenen Rest wieder zu installieren.

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Da an diesem Fuddelteil noch etwas Gewinde vorhanden ist, schaffen sie es, dass wieder im Getriebe zu befestigen. Führt aber zu einer höheren Stellung des Schalthebels. Aber, besser als nix.

Rainer hat den Abstieg noch vor sich, steht aber schon mal auf dem definitiv besseren linken Teil (in Fahrtrichtung gesehen). Rechts ist Mist.

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Mit dem Profil kann man wenig anfangen.

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Der nächste Stopp steht im selbst auf der OEM-Karte nicht zu findenden Castelluccio an.

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Jeder sucht sich seinen Fotoplatz.

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Und Panorama hats hier auch reichlich.

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Dann folgen einfach herrliche Wege durch die Wälder.

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Auch die weitere Gegend ist schön, aber ziemlich einsam.

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Was mir auch schon letztes Jahr in Frankreich aufgefallen ist, an den unmöglichsten Ecken irgendwo im nirgendwo stehen Glas-, Papier- und Plastikcontainer zur Entsorgung. Sind die rein nach statistischer Kartenverteilung aufgestellt oder soll das eine effektive Entsorgung verhindern. Nach dem Motto, da schmeißen die Leute eh nix rein, also kassieren wir die Kohle fürs nix tun. I don’t know.

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Es wird langsam Zeit für die Cappu und Kuchen Pause. Da wir aber die ganze Zeit jetzt in the middle of nowhere unterwegs waren, sollte jetzt endlich mal ein Ort mit Café kommen. In San Casciano dei Bagni werden wir dann fündig.

Ein kleines Café, in dem auch lokale Produkte verkauft werden. Sieht alles ganz lecker aus. Zum Glück haben wir keine Transportkapazitäten dabei, sonst…

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Die Kuchenauswahl ist begrenzt aber sehr lecker.

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Ohne es zu bemerken verlassen wir anschließend die Toscana und befinden uns in der Provinz Latium. Ist aber genauso schön hier.

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Als nächste Punkt steht die Fortezza Radicofani an. Sieht schon schön aus so auf dem Hügel gelegen.

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Schöne Ausblicke vom Parkplatz aus, allerdings muss man zum Turm noch etwas aufwärtssteigen. Wir drei schauen uns an und schütteln die Köpfe. Keine Lust mehr heute Nachmittag.

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So langsam bringt uns nun aber das Wetter zum Nachdenken. Links am Bildrand sieht es ziemlich schwarz aus und genau da müssen wir hin.

Nach kurzer Diskussion entscheiden wir uns dazu die letzten Meter ACT mit einem Abstecher auf einen fast 1700 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt sein zu lassen und die Diretissima zur Villa zu nehmen. Wir geben halt heute die Warmduscher, Weicheier und Schattenparker.

Geradewegs auf die SS478, wobei wir die leichten Ausläufer des Regengebietes streifen, um sie nach gefühlten drei Metern schon wieder zu verlassen. Die Kühe wollen gefüttert werden.

Irgendwo am Restheimweg liegt einer der Fotohotspots der Toscana. Während ich mich an einem Auto vorbei zwischen ein paar Leute quetsche, sind Rainer und Andreas wesentlich geschickter und nutzen die 20 Meter weiter gelegene freie und viel größere Fläche.

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Also ich weiß nicht, sieht zwar ganz nett hier aus, aber sooo toll ist das nun auch wieder nicht. Da waren wir, für meinen Geschmack, schon an schöneren Ecken. Ist nicht schlecht, aber die Unwetter der letzten Wochen lassen sich auch nicht kaschieren.

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Nachdem wir von unserer üblichen Abendrunde, Aperitivo im Rosso Vino mit anschließenden Mangiare nebenan, zurück sind bekomme ich auch noch eine meiner Lieblingsabendstimmungen geboten. Weiches Licht, Rosa angehauchter Himmel und in der Ferne langsam im Dunst verschwimmende Hügelketten. Toll.

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Hier in zweimal. Sonst kann man gar nix mehr erkennen.
 

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@Mattias Einen Teil deiner Strecken werde ich dieses Jahr auf dem Weg nach Sardinien unter die Räder nehmen. Muss mal ein Abgleich machen was ich noch einbauen kann, als Rentner hat man ja Zeit. Im Erzgebirge auf unseren Touren können wir uns ja auch darüber unterhalten.
 
Toscana Tag 5

Andreas hat gestern Abend schon etwas von ich fahr einen Tag früher nach Hause in seinen nicht vorhandenen Bart gegrummelt. Heute beim Frühstück verkündet er es offiziell. Er will anstatt in zwei Tagen lieber in dreien die lange Strecke nach Hause bewältigen. Nachvollziehbar. Und vielleicht schwingt auch ein wenig der Sturz- und Reifenstress mit. Es wäre verständlich.

Es wird beschlossen die sogenannte Kulturtour zu fahren. Also Tour 5 nach Volterra.

Wettertechnisch sieht das gar nicht so schlecht aus.

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Wobei es dahinten in Tourrichtung noch etwas diesig ist. Ich verbreite mal Optimismus, das wird schon.

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Ein Stückchen weiter bremst uns eine Baustelle aus. Selbst die Umfahrung hat man gesperrt. Merda!

Aber es beschert uns ein schönes mit tollen Ausblicken versehenes Stück Strade Bianchi, welches heute nicht vorgesehen war.

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Ein paar Minuten weiter muss die GS mal als Fotomodell herhalten.

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Am Ende des Sträßchens biege ich in eine wundervolle Allee ein, deren Ende leider mit einem eisernen Tor verschlossen ist. Wir scheinen allerdings nicht die Ersten zu sein, die sich nebenher einen Weg bahnen wollen. Als wir die Kühe endlich darum haben kommt von hinten ein Auto und ein älterer Herr schließt sich das Tor auf. Konnte der nicht drei Minuten früher kommen. 🙄

Wir tauchen nun in den waldreicheren Teil der Toscana ein. Ein paar Ausblicke gibt es aber schon.

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So langsam drängt der Frühstückskaffee nach außen. An einer Stelle wo man zumindest mal halbwegs gefahrlos halten kann geben wir dem Drang nach.

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Laut ist es hier. Der Herr mit der Motorsäge war schon ganz schön fleißig.

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So allein im Wald ist aber auch nicht ganz ungefährlich.

Die richtige Kleidung hat er auch nicht an. Und ob der wohl einen Sägenschein hat… Ach ja, wir sind ja gar nicht in Bürokratiedeutschland…

Etwas weiter haben wir dann mal Aussicht auf Horsepower und Castello.

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Wir haben noch überhaupt keine Fahrbilder für diese Tour erstellt. Diese schöne Alle hat zwar nicht die allerbesten Lichtverhältnisse ist aber als Kulisse sehr tauglich.

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Die Wege heute sind erstklassig und traumhaft schön.

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Ein Stückchen weiter ergibt sich eine Fotogelegenheit für uns. Wie immer sucht sich jeder seinen eigenen Platz.

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Ich fahre mit einem klitzekleinen Gefühl von Unwohlsein ein Stück weit in das Bett des Flüsschens Merse hinein. Es ist aber zum Glück fest und keine trügerische Oberfläche wie an dem gestrigen Matschstück.

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Und so sieht das dann von der anderen Seite aus, wenn Andreas fotografiert.

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So langsam wird es Zeit für die Cappu und Kuchen Pause. Da kommt uns 10 Minuten später die Bar Il Palazzetto in Chiusdino, Loc. Palazzetto, gerade recht. Dreist parke ich direkt vorm Haus, quasi mitten auf der Straße. Zu meiner Ehrenrettung, in der ganzen Zeit wollte keiner in die Nebenstraße reinfahren.

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Innen versuchen wir mit unseren drei Brocken italienisch was Passendes zu bekommen. Die Madonna hinter der Theke lächelt und spricht uns in allerbestem Deutsch an. Ich bin leicht verblüfft hier kurz vor der middle of nowhere eine Italienerin besseres Deutsch sprechen zu hören als unser Sachse das kann (sorry Andreas).

Der Kuchen ist mit 4 Euro nicht gerade billig, aber lecker. Der Cappu mit 1,40 dafür wieder günstig.

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Wie immer, bereitet sich unser Benjamin äußerst akribisch auf so eine Tour vor. Rund 50 anzufahrende POI’s hatte er vorher rausgesucht. Nicht alle ließen sich vernünftig in den Touren unterbringen. Die Abbazia San Galgano lag aber quasi am Wegesrand. Der Weg dorthin ist allerdings gesperrt und es laufen einige Touris rum. Haben wir Lust dahin zu laufen. Och nööö, eigentlich nicht.

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Ergo muss ein Foto aus der Ferne reichen.

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So prinzipiell könnte man das heute Kulturtour nennen. Volterra, San Gimignano und Siena stehen auf dem Programm. Volterra nähern wir uns nach der Mittagspause. Vorher ist allerdings noch ein etwas dramatisches Wolkenfoto fällig.

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Dann kommt schon Volterra in Sicht.

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Wer kennt nicht die Twilight-Tetralogie. Das wollte ich mir doch mal in Natura anschauen. Wir finden sogar einen Motorradparkplatz direkt am Stadtrand.

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Es ist die volle Touristenhölle. Mit den Motorradklamotten da durch laufen. Uns drei verlässt die Lust. Die Wolken werden auch immer dunkler. Und Andreas muss noch packen. Wir begnügen uns damit ein paar Fotos zu machen und hier gewesen zu sein.

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Danach spielen wir Monopoly, fahre sofort zur Villa, fahre nicht über Los. Auf dem kürzesten Weg nach Asciano.

Die übliche Abendrunde muss natürlich sein.

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Den Tag beschließen wir mit einer Reminiszenz an einige Sardinientouren. Ichnusa geht immer.

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@Mattias Einen Teil deiner Strecken werde ich dieses Jahr auf dem Weg nach Sardinien unter die Räder nehmen. Muss mal ein Abgleich machen was ich noch einbauen kann, als Rentner hat man ja Zeit. Im Erzgebirge auf unseren Touren können wir uns ja auch darüber unterhalten.
Erzgebirge wird leider nix. Ich darf demnächst mal wieder das Herzzentrum besuchen.
 
Toscana Tag 6

The last day in paradise.

Mag vielleicht ein wenig schwülstig klingen, für jemanden wie mich, der gerne endurowandert, ist das hier so etwas wie das Paradies. Endlos viele unbefestigte Straßen durch schönste Landschaften. Leckerer Wein und gutes Essen. Die beste BMW, die je gebaut wurde! Was braucht man mehr!

Nach dem Motto der frühe Vogel fängt das Bild mal wieder aus dem Bett gefallen.

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Tja, jetzt verlässt uns Andreas. So ganz scheint er sich nicht über die Heimfahrt zu freuen. Die Augen sagen etwas anderes als die Hände.

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Bye bye Andreas und gute unfallfreie Fahrt.

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Der Blick…das Schaltgestänge hat gestern gehalten, dass hält auch noch die Heimfahrt.

Direkt anschließend machen Rainer und ich uns auf zu unserer letzten Tour. Tour 4 genannt Strade Bianchi. Auch die zusammengestellt aus Teilen von im Internet findbaren Radtouren.

Das Foto von unserer Einfahrt aus in Richtung Asciano mit der Zypressenallee musste nochmal sein.

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Wieder, wie die ganzen Tage schon, sind die Strecken mit schönen Ausblicken gespickt.

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Auch einen, leider aber abgesperrten, Lost Place finden wir noch. Der Stromhausanschluss liegt offen in einer Mauersäule da. Vorsichtshalber teste ich mal nicht ob da noch Strom drauf ist.

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Wie immer wartet Rainer geduldig, wenn ich mal wieder ein paar Transistoren in andere Stellung bringen muss.

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Aufgrund unserer Streckenwahl begegnen uns die Kollegen heute häufiger.

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Es sind wunderschöne Strecken teils im Tal gelegen mit schönen Aussichten auf die oft auf den Hügeln gelegenen Dörfer und Städte.

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Als nächstes ist die ‚ich muss den Morgenkaffee wegbringen‘ Pause dran.

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Eine Weile später gelangen wir sozusagen durch die Hintertür nach Siena. Ich bin mir zwischendurch nicht sicher ob das hier nicht irgendwo im nirgendwo endet. Was mich, mal wieder, ziemlich verblüfft ist der Unterschied zwischen Bildern und Wirklichkeit. Ich hatte mir aufgrund dessen, was ich bisher an Bildern und Filmchen über Siena gesehen hatte, eine Stadt in der Ebene vorgestellt. Tatsächlich liegt sie oben am Hügel. Zumindest die Altstadt.

Wir suchen uns zunächst mal ein Café für die Cappu und Kuchen Pause. Das da vorne sieht nicht schlecht aus. In einer Spielstraße dürfen wir wohl auch die Motorräder an den Rand stellen.

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Da oben steht Nannini dran. Ob das wohl etwas mit Italiens bester Rockröhre zu tun hat. Internet Handy Recherche gleich. Jetzt was Leckeres aussuchen. Die Wahl fällt, wie so oft in den letzten Tagen, echt schwer. Sieht alles sooooo lecker aus.

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Nachdem wir auf der Tour ja öfters die Dreckspatzen gegeben haben, darf es dann heute mal ein Schweineohr sein.

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Die Recherche ergibt, dass das Café wohl zumindest zu Teilen tatsächlich Gianna gehört. Hat man ja wieder was zu erzählen.

Es dauert etwas bis wir wieder auf der für den Cappu verlassene Route sind. Die Besichtigung schenken wir uns. Zuviel los und keinen sicheren Stellplatz für Motorräder und Klamotten. Andreas Anfrage vorab bei der Touristinfo hat leider keine Antwort erfahren. Angeschaut hätte ich mir die Piazza del Campo schon mal gerne. Ein anderes Mal.

Wir sind wieder auf den toscanischen Höhen mit entsprechenden Aussichten unterwegs.

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Ab und zu geht’s mal um ein Gehöft drumherum.

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Um dann wieder das Panorama zu genießen.

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Die Strecken lassen sich alle bestens fahren, weil sehr gut Instand gehalten.

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Ein letztes Stück Strade Bianchi, etwas Asphalt noch, dann sind wir wieder an der Villa. Alles ganz easy denke ich noch so vor mich hin, da wird’s schon komisch. Wasn das??? Es schlittert und rutscht. Sieht doch alles fest aus. Tatsächlich versteckt sich unter der so gutaussehenden Oberfläche ein bis fünf Zentimeter zäher Schlamm.

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Die Traktion geht gegen Null. Es sind zwar nur noch vielleicht 200 bis 300 Meter bis zur Hügelkuppe, und steil ist es auch nicht. Aber…

Rainer versucht noch etwas weiter zu kommen, gibt schlussendlich aber doch auf.

Das Wenden der Motorräder ist noch mal ein Kapitel für sich. Auch pedotechnisch gibt es keinen Halt bzw. stabilen Stand.

Das hatten wir uns jetzt aber ganz anders vorgestellt. So eine Plackerei zum Schluss war nicht eingeplant.

Die Fotos geben nur ansatzweise zu Erkennen wie mühselig das war.

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Rainer hat sich schon ziemlich eingesaut.

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Bei mir geht das noch.

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Obwohl die Mitas als 50/50 Reifen deklariert sind, mit dieser zähen Schlammmasse waren sie überfordert.

Das gibt jetzt einen ziemlichen Umweg, weil, wir hatten da schon eine Abkürzung rausgesucht. Egal, Reifen vorsichtig halbwegs frei fahren und ab zur Villa. Wir müssen schließlich auch noch aufladen.

Nicht nur die Motorräder haben ordentlich Dreck abbekommen, die Stiefel auch.

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Bei unserer üblichen Abendrunde schenkt mir Cheffe im Rosso Vino noch eine Flaschen Rosato. Sehr nett.

Dann werden wir noch mit einem ordentlichen Sonnenuntergang verabschiedet.

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Tschau Villa. Morgen früh geht’s leider Richtung Heimat.

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Heimreise

Heute fällt auch Rainer mal früh aus den Federn. Wir wollen zeitig los, damit wir noch im Hellen in Dietmannsried zur Zwischenübernachtung ankommen.

Ein letzter Blick auf die Umgebung. Wir werden mit bestem Wetter verabschiedet.

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Wir räumen noch etwas auf. Legen einen 20er für die Müllentsorgung hin und tuckern gleiten los.

Den halben gestrigen Abend haben wir schon über den Brenner diskutiert. Auch heute ist das das beherrschende Thema. Immerhin müssen wir von 191 m Meereshöhe (Affi) auf 1370 m Meereshöhe (Brenner) klettern. Irgendwo zwischen Affi und Brenner müssen wir nochmal laden. Auf der Herfahrt ging es ja nur bergab. Das war kein Problem. Jetzt sind es 207 km bergauf.

In den Hügeln der Toscana finden wir einen LKW, der gemütliche 85 km/h fährt. Da klemmen wir uns hinter.

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Nun, der erste Stopp steht in Florenz vor dem Apennin-Aufstieg an. Da haben wir dann auch unser Frühstück geplant. Cappucino und Gummibrötchen auf einer Tank-/Raststätte, die nun gar keinen italienischen Charme versprüht. Einzig eine kleine rote Knutschkugel verschönert den Aufenthalt.

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Der Aufstieg kostet schon etwas Batterie, durch die Rekuperation „hinten“ runter reicht es dann aber durch die ganze Poebene bis zur Station in Affi. Bilder siehe Anreise. Einzig, wir setzen uns heute Morgen in die Sonne. Man merkt den Reisesamstag. Es ist tatsächlich gerade noch eine von den 18 Ladesäulen frei.

Jetzt kommt der spannendste Teil der Heimfahrt Zunächst ganz langsam ansteigend bis Bozen und dann hoch zum Brenner. Ladestationen gibt es in Bozen, an einer Raststätte zwischen Bozen und Brixen, sowie in Brixen. Aber immer nur ein oder zwei Säulen. Wir entscheiden In Bozen am Messezentrum den Ladestopp einzulegen. Da gibt es reichlich Säulen.

Die sind auf dem Dachparkplatz. Beim ersten Mal verpasse ich die Einfahrt. Eine Runde um den Block.

Die Suche nach einer Gelegenheit den Cappu von Affi zu entsorgen gestaltet sich etwas schwierig. Alles was wir finden ist verschlossen. Am Ende weist uns ein netter Aufpasser einer kleinen Veranstaltung den Weg.

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Der Anhänger fühlte sich etwas abgehängt und verlangte auch geladen zu werden.

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Jetzt kommt die eigentliche Herausforderung für die Batterie.

Es ist Mai, da kann es oben auf den Bergen schon mal schneien.

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Am Ende klappt das alles viel besser als wir befürchtet hatten. Wir haben noch reichlich Restreichweite als wir die Station oben auf dem Brenner erreichen.

Die Auffahrt Richtung Innsbruck ist wegen der Luegbrückenerneuerung gesperrt. Wir beschließen daher wieder in Matrei auf die Autobahn zu fahren. Da waren wir schon auf der Herfahrt runtergefahren.

Kurz hinter Gries kommt uns ein Polizei-Bulli entgegen. Keine Minute später überholt der uns mit Blaulicht und lotst uns raus.
Die alte Brennerstraße sei für Fahrzeuge mit Anhänger gesperrt. Ja, aber die Auffahrt auf dem Brenner ist gesperrt. Da gäbe es eine ausgeschilderte Alternative.
Die Schilder haben sie jedenfalls so gut versteckt, dass weder Rainer noch ich sie gesehen haben. Reine Wegelagerei.

Der Blick auf die Nordkette ist trotzdem schön.

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Nach einem Stopp zum Kaffee und laden am Fernpass erreichen wir zu noch halbwegs christlicher Zeit in Dietmannsried-Überbach das Landhotel Zahn’s Weißes Rössle wo wir heute übernachten wollen.

Gebucht ohne Frühstück, wobei der Chef beim Einchecken meinte, je nachdem wann er morgen früh mit dem Melken fertig sei, wäre noch eine Tasse Kaffee und ein Brötchen drin. Er macht Theke und Bedienung alleine und ist ziemlich flott obwohl wahrscheinlich auch nicht jünger als wir. Essen ist lecker, Zimmer groß, allein für die Installation des WC’s sollte der Handwerker erschossen werden.

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Rainer fährt anschließend noch eben das Auto laden.

Als wir loswollen am nächsten Morgen ist der Chef wohl doch noch beim Melken.
Das Wetter ist heute Morgen nicht so wirklich prickelnd. Ist eigentlich wie immer auf den Heimfahrten der letzten Jahre, einmal duschen. Ist im Auto aber egal.

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Gefrühstückt wird beim ersten Ladestopp auf der Raststätte Lonetal Ost. Hier ist heute morgen wirklich der A…. verfroren.

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Eine unerfahrene Bedienung hinter der Theke, die anscheinend neu sich weder mir den vorhandenen Automaten noch sonst wie auskennt. Toller Service. Wie kann man so jemanden nur am Sonntagmorgen alleine lassen, auch wenn so gut wie nichts los ist.

Der Hänger sieht irgendwie dreckig aus. Beim losfahren war er noch sauber.

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Nun ja, noch dreimal laden, dann sind wir bei mir zu Hause. Rainer „darf“ dann nochmal laden und noch eine Weile weiterfahren.
 
Sehr schön(y). Wenn Du jetzt die Ladezeiten für den Hinweg zusammen rechnest, wo landest Du dann/Tag?
 
Wir haben insgesamt sieben Ladestopps für 1400 km in die Toscana gebraucht. Ladezeit ca. 30 - 35 Minuten pro Stopp. Einer war etwas länger weil wir das Auto vorm Berg vollgeladen haben.
Plus einmal im Hotel vollladen.
 
Danke. Klar, das ihr die Ladepausen mit Pausen kombiniert habt. Also kann man sagen, das bei 1000km gute 2 Stunden plus fürs Laden daufgehen. (+1 muss bestimmt immer dann pinkeln, wenn der Akku grade voll ist)
 
So ungefähr kann man rechnen. Wir waren ja auch ziemlich neugierig darauf wie das funktioniert so weit mit E-Fahrzeug mit Hänger.
Ich habe es am Ende als ziemlich entspannt empfunden. Wenn man mal von den unnötigen Sorgen wegen der Brennerüberquerung absieht.
 
Hallo Matthias,
schön deine Berichte wieder lesen zu können. 👍🏼
Den ACT hatten wir ja auch letztes Jahr in Angriff genommen, da riefen manche eurer Landschaften Erinnerungen wieder wach.
 
Lass das mal unter schriftstellerischer Freiheit laufen. 😉
 
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