Gröder Joch Zu ab Sep 2026

dermitdemdodge

Boxer-Schrauber
Boxer-Schrauber
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Trude
Nun,

wir hatten das "Problem" ja schon an anderer Stelle. Es wird schlicht zu viel. Und in den Alpen erst recht. Wenn die das Grödner Joch dann zumachen, dann wird sich dieser Verkehr woanders hin verlagern in dieser Gegend. Und dann werden die wiederum dort Ansässigen als nächstes auf die Barrikade gehen. Und so weiter und so fort.

Ich sehe da auch irgendwie keine Lösung. "Jeder" will da hin und i.d.R. kommt keiner, bzw. zu wenige von sich aus mal her und sagen "Ich bleibe da lieber weg."
Es ist eher das gute alte "Sollen die anderen doch erst mal weg bleiben, warum denn ich?" Und so wird die "Lösung" lauten, das halt alles Schritt für Schritt dicht gemacht wird.

Das ist alles eigentlich offensichtlich und vollkommen absehbar. Aber bis dann endlich das Schild dasteht, wird man immer weiter machen. Wahrscheinlich sogar noch mehr diesen Sommer, weil könnte ja sein das man da nie mehr hinkommt und wenn man auch schon 10 oder 20 mal da war, dann will man wenigstens noch ein 11 tes oder 21 tes mal dahin um es noch einmal zu fahren.

Und dann postet man am 20.08.2026 das Selfie von da mit dem schönen Text "Noch einmal das Grödner bevor es in 10 Tagen dicht macht" und dann überrollt die letzten 10 Tage endgültig die Blechlawine die Gegend. Aber schön war es. ;)

Gruß Guido
 
Nun,

wir hatten das "Problem" ja schon an anderer Stelle. Es wird schlicht zu viel. Und in den Alpen erst recht. Wenn die das Grödner Joch dann zumachen, dann wird sich dieser Verkehr woanders hin verlagern in dieser Gegend. Und dann werden die wiederum dort Ansässigen als nächstes auf die Barrikade gehen. Und so weiter und so fort.
.....
Gruß Guido
Was ich für die Anwohner verstehe , aber es werden doch immer weniger Motorradfahrer ? so wird es erzählt also kann es von dem her eigentlich nicht schlimmer geworden sein in den letzten Jahren...

Das es an andere Stelle dann mehr werden ist auch klar und somit selber Slogan , wenn Gemeinden "uns" aussperrt um Ihre "Ruhe" zu haben leiden andere .
 
Ist doch klar:

Wer von der Brennerautobahn ins Grödnertal einfährt und nach Corvara will und den direkten Weg über das Grödnerjoch nicht nehmen kann, wir dann halt über das Sellajich, den Pordoi und den Campolongo fahren.

Oder er fährt schon früher von der Brennerautobahn ab und fährt über das Pustertal und das Gadertal in die Gegend.

Dann werden sich die Leute dort eben auch beschweren.

Eine Hauptverkehrsader zu schliessen ist schon ein dickes Ding!



Der Testzeitraum legt ja nahe, daß es nicht primär um Motorradfahrer geht...
 
Was ich für die Anwohner verstehe , aber es werden doch immer weniger Motorradfahrer ? so wird es erzählt also kann es von dem her eigentlich nicht schlimmer geworden sein in den letzten Jahren...

Die absolute Zahl der gesamten Motorradfahrer weiß ich nicht. Definitiv hat der Motorradverkehr auf den genannten Strecken, u. a. auf der Sellarunde, in den letzten Jahren stark zugenommen. Leider.
 
Von mir aus, im Sinne des Schutzes des einzigartigen Naturraums Alpen, können sie viel konsequenter und umfassender Sperrungen für den Verkehr vornehmen. Damit dieser unsägliche Missbrauch durch Lärmverschmutzung, Müll, Geballer von Möchtergern-Racern auf zwei- oder vierrädrigen (gemieteten) Klappenauspuff-Fahrzeugen und allgemein überall hinwabernden Menschenmassen zumindest etwas eingedämmt wird. Die maßgeblichen Profiteure des Tourismus dürften eh Großunternehmen und Investoren sein, die mit der Schönheit der Natur nichts zu tun haben und in noblen Großstadtbüros residieren. Vielleicht schafft es die Menschheit ja, wenigstens ein bisschen alpines Flair für kommende Generationen zu bewahren. Zum Glück muss ich das nicht mehr miterleben.
Und wer unbedingt Polonaise fahren will, kann das ja immernoch am Münchner oder Kölner Ring tun.
 
Auch hier wieder ein "schönes" Beispiel für wie ein paar wenige, die eine große Anzahl anderer für ihre verträumte Ideale in Sippenhaft nehmen...
Warum? Weil sie es können! :poop:(n)
 
Es ist nun einmal so, dass wir immer mehr Menschen sind.
Wenn dazu noch Kaufkraft und viel Freizeit hinzukommen, die Individulität ausgelebt wird, dann wird es immer dort, wo es sich konzentriert und verschieden Interessenlagen aufeinandertreffen, zu Reibungen kommen.
Am Ende wird über Regeln, Bestimmungen, Verordnungen und Gesetze reguliert.
Hoffentlich muss in Zukunft eine Freizeitausfahrt nicht angemeldet oder per Online-Ticket gebucht werden.
Ich meide bereits jetzt schon Hotspots, ist einfach nicht mehr so wie früher.
 
Auch hier wieder ein "schönes" Beispiel für wie ein paar wenige, die eine große Anzahl anderer für ihre verträumte Ideale in Sippenhaft nehmen...
Warum? Weil sie es können! :poop:(n)
Wen meinst du denn mit in Sippenhaft nehmen? Die Leute die mit offenem Geröhr am Mopped oder Akra am Auto da hoch und runter fahren als ob es kein Morgen gibt?
In dem Fall sehe ich das genauso.

Wenn du aber meinst das die "Wenigen" irgendwelche "Öko Spinner" wären die anderen den Spaß verderben wollen, dann lass dir sagen das ich einige familiäre Verbindungen nach Tirol wie auch nach Südtirol habe. Und diese Leute welche da im "Motorradparadies" wohnen sind alles andere als "Ökos" oder "Grüne Spinner". Die sind tiefkonservativ von ihrer Art her, aber die haben - wörtlich zitiert - "die Schnauze absolut gestrichen voll von dem Scheisslärm". Nix mit "verträumte Ideale" - die leben im Lärm. Und die Nachbarschaften derer die ich hier zitiere, die sehen das fast alle genauso. Egal welcher politischen und weltanschaulichen Coleur die anhängen.

Diese Menschen die dort leben haben den Kaffee auf. Ich habe selbst auf der Terrasse da vorletztes Jahr gesessen an einem Sonntag. (Spoiler: Wanderurlaub, nicht mit dem Motorrad)
Da wirst du bekloppt. Und wie gesagt, ich weiß jetzt nicht ganz genau wie du das gemeint hast, aber für den Fall 2 sage ich dir mit 100% iger Sicherheit, wenn bei dir vor deiner Hütte das abgehen würde tagtäglich, egal was für ein überzeugter Petrolhead du sein magst, das würdest DU garantiert auch nicht hinnehmen wollen. ICH würde da auch einen Aufstand machen, wenn ab morgens um 7-8 Uhr bis Abends 20-21 Uhr das in einem fort so geht. Motorrad an Motorrad an Motorrad...den ganzen Tag - 7 Tage die Woche - am Wochenende die Hölle.

Ich würde da anstatt von Vollsperrungen wohl eher den Weg gehen wie bei den Liften für die MTB ler. Es gibt ein tägliches maximales Pensum da in Südtirol für die MTB Lifte, und wer zu spät kommt hat Pech gehabt oder schlecht vorgeplant. Also nicht schließen diese Strecken, aber eine Tagesmaut kaufen und wer kein Tagespickerl hat, der zahlt Strafe, oder besser man baut elektronische beschrankte Zufahrten ein und muss das Tagesticket einlesen lassen, bevor die Schranke/Schleuse aufgeht. Übrigens etwas womit die "Einheimischen" nach eigener Aussage mir gegenüber auch leben könnten, wenn denn die Grenzwerte für tägliche Benutzer (Auto wie Motorrad) nicht zu hoch angesetzt werden.

Gruß Guido
 
Zuletzt bearbeitet:
... diese Leute welche da im "Motorradparadies" wohnen sind alles andere als "Ökos" oder "Grüne Spinner". Die sind tiefkonservativ von ihrer Art her, aber die haben - wörtlich zitiert - "die Schnauze absolut gestrichen voll von dem Scheisslärm". Nix mit "verträumte Ideale" - die leben im Lärm. Und die Nachbarschaften derer die ich hier zitiere, die sehen das fast alle genauso. Egal welcher politischen und weltanschaulichen Coleur die anhängen.

Diese Menschen die dort leben haben den Kaffee auf. Ich habe selbst auf der Terrasse da vorletztes Jahr gesessen an einem Sonntag. (Spoiler: Wanderurlaub, nicht mit dem Motorrad)
Da wirst du bekloppt....

Das ist selbst im vergleichsweise weniger überlaufenen Spessart und im Odenwald genauso. Und das vermute ich nicht, das weiß ich.
Auch hier sind die "Biker" immer ganz fix mit dem Narrativ der Grünen Spinner und Öko-Neubürger aus der Stadt.
Pustekuchen. Die sind nicht so blöd und ziehen freiwillig an Hauptstraßen und Motorrad-Hotspots.
Da wohnen weitgehend konservative, heimatverbundene, bürgerliche Menschen, die seit Generationen das Dorfleben prägen - mit ihren Kindern, ihren Senioren, ihren Pflegebedürftigen, ihren Haustieren und deren/ihrem Anrecht auf etwas Ruhe und Erholung speziell an den Wochenenden.
 
Wieder einmal ein hilfloser Versuch, den Verkehr zu begrenzen. Statt Symbolpolitik bräuchte es klare Regelungen, sonst bleibt die Sperrung Show statt Entlastung. Das sind geistige Blähungen, keine Strategie.
Mein Vorschlag: Die Passstraßen dürfen nur an den Tagen befahren werden, an denen man eine Unterkunft gebucht hat und über eine Kurkarte verfügt. Kein Kontrollaufwand nötig, wenn im Kurkartensystem das Kennzeichen hinterlegt ist. Optional ließe sich das auf die bekannten Stoßzeiten begrenzen und in den verkehrsarmen Zeiten, darf jeder.
So hätte jeder etwas davon. Tourismusgewerbe, Anwohner und sogar die Tagesgäste. Selbst die Umweltprediger kämen auf ihre Kosten.
 
Mein Vorschlag: Die Passstraßen dürfen nur an den Tagen befahren werden, an denen man eine Unterkunft gebucht hat und über eine Kurkarte verfügt. Kein Kontrollaufwand nötig, wenn im Kurkartensystem das Kennzeichen hinterlegt ist.
Und dann nur An- und Abreise auf direktem Weg über die Autobahn?

Wenn man eine Woche in den Dolomiten im Hotel ist, wie weit darf man seine Kreise um das Hotel ziehen? Oder muss man dann um das Hotel kreisen?

Darf der im Bozen logierende dann noch die Sella fahren, oder muss er dazu in die Sella-Gemeinden umziehen?

Schwierig umzusetzen...
 
Und dann nur An- und Abreise auf direktem Weg über die Autobahn?

Wenn man eine Woche in den Dolomiten im Hotel ist, wie weit darf man seine Kreise um das Hotel ziehen? Oder muss man dann um das Hotel kreisen?

Darf der im Bozen logierende dann noch die Sella fahren, oder muss er dazu in die Sella-Gemeinden umziehen?

Schwierig umzusetzen...
Warum so kleinteilig denken? Wer in den Dolomiten fahren darf, ließe sich sinnvoll über die bekannten Übernachtungszahlen steuern. Es gibt genug kluge Köpfe in Südtirol, die ein Modell entwickeln können, das tatsächlich zu einer Entlastung ohne eine Minderung der Tourismuseinnahmen führt.
Und die Kontrolle? "Dank" :confused: der in Italien weit verbreiteten Kennzeichenerfassungssysteme, wäre das ohne großen zusätzlichen Aufwand umsetzbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wen meinst du denn mit in Sippenhaft nehmen? Die Leute die mit offenem Geröhr am Mopped oder Akra am Auto da hoch und runter fahren als ob es kein Morgen gibt?
In dem Fall sehe ich das genauso.

Wenn du aber meinst das die "Wenigen" irgendwelche "Öko Spinner" wären die anderen den Spaß verderben wollen, dann lass dir sagen das ich einige familiäre Verbindungen nach Tirol wie auch nach Südtirol habe. Und diese Leute welche da im "Motorradparadies" wohnen sind alles andere als "Ökos" oder "Grüne Spinner". Die sind tiefkonservativ von ihrer Art her, aber die haben - wörtlich zitiert - "die Schnauze absolut gestrichen voll von dem Scheisslärm". Nix mit "verträumte Ideale" - die leben im Lärm. Und die Nachbarschaften derer die ich hier zitiere, die sehen das fast alle genauso. Egal welcher politischen und weltanschaulichen Coleur die anhängen.

Diese Menschen die dort leben haben den Kaffee auf. Ich habe selbst auf der Terrasse da vorletztes Jahr gesessen an einem Sonntag. (Spoiler: Wanderurlaub, nicht mit dem Motorrad)
Da wirst du bekloppt. Und wie gesagt, ich weiß jetzt nicht ganz genau wie du das gemeint hast, aber für den Fall 2 sage ich dir mit 100% iger Sicherheit, wenn bei dir vor deiner Hütte das abgehen würde tagtäglich, egal was für ein überzeugter Petrolhead du sein magst, das würdest DU garantiert auch nicht hinnehmen wollen. ICH würde da auch einen Aufstand machen, wenn ab morgens um 7-8 Uhr bis Abends 20-21 Uhr das in einem fort so geht. Motorrad an Motorrad an Motorrad...den ganzen Tag - 7 Tage die Woche - am Wochenende die Hölle.

Ich würde da anstatt von Vollsperrungen wohl eher den Weg gehen wie bei den Liften für die MTB ler. Es gibt ein tägliches maximales Pensum da in Südtirol für die MTB Lifte, und wer zu spät kommt hat Pech gehabt oder schlecht vorgeplant. Also nicht schließen diese Strecken, aber eine Tagesmaut kaufen und wer kein Tagespickerl hat, der zahlt Strafe, oder besser man baut elektronische beschrankte Zufahrten ein und muss das Tagesticket einlesen lassen, bevor die Schranke/Schleuse aufgeht. Übrigens etwas womit die "Einheimischen" nach eigener Aussage mir gegenüber auch leben könnten, wenn denn die Grenzwerte für tägliche Benutzer (Auto wie Motorrad) nicht zu hoch angesetzt werden.

Gruß Guido
Sie ziehen nicht nur die Lärmmacher (was auch immer das ist) aus dem Verkehr, sondern Jeden! Sprich - nur noch die Anwohner dürfen fahren. Der restliche Verkehr bitte woanders hin aber "nicht bei mir"... Egoismus pur. Das meinte ich und ist eigentlich nur schwer zu verstehen, wenn man nicht verstehen will...
Es gibt genug ruhigere Gegenden in Italien, wenn einem der Verkehr in den Dolomiten zu viel wird. Warum wohnt man dann trotzdem dort? Und komm mir jetzt nicht mit, dass die da schon ewig wohnen. Die das tun, leben seit Generationen vom Tourismus. Die (meisten) anderen sind zugezogen...
 
Schon Nietsche philosophierte über "Die ewige Wiederkrehr des Gleichen“.

Früher lebten in den Alpenregionen nur arme Bergbauern.
Dann gab es den aufkommenden Tourismus - zuerst nur für die Wohlhabenden (*), dann für die Massen. Während dieser Entwicklung wurden einige der armen Bergbauern (sehr) wohlhabend und die Region erlebte einen Aufschwung.
Jetzt wird es den Bewohnern zu viel und sie reduzieren den (Über-)Tourismus. "Verknappung" heisst das Zauberwort. Die Massen bleiben aus und der Umsatz geht zurück.
Im Ergebnis wird es weniger Angebot für eher Wohlhabende geben und diejenigen, die dann kein Auskommen mehr haben, gehen weg oder werden wieder "arme Bergbauern".

Irgendwann wird man dann wieder sagen:
"Früher lebten in den Alpenregionen nur arme Bergbauern ..."

Anmerkung 1: diese Zeilen können satirische Elemente beinhalten

Anmerkung 2: in einer Fernseh-Reportage über den Über-Tourismus in der Alpenregion wurde ein Hotellier vorgestellt, der sein Hotel erweitern wollte. Da die max. Bettenkapazität in seiner Gemeinde erreicht waren, wurde die Erweiterung nicht genehmigt. Er hat dann das für die Erweiterung des Hotels geplante Budget für eine grundlegende Sanierung und Umorientierung seines Betriebes genutzt. Das Hotel wurde modernisiert und komplett auf Bio & Wellness umgestellt. Der Aufenthalt ist jetzt deutlich teurer und er macht bei gleicher Bettenanzahl mehr Umsatz/Gewinn als mir der ursprüngliche Idee der Hotelerweiterung prognostiziert wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sie ziehen nicht nur die Lärmmacher (was auch immer das ist) aus dem Verkehr, sondern Jeden! Sprich - nur noch die Anwohner dürfen fahren. Der restliche Verkehr bitte woanders hin aber "nicht bei mir"... Egoismus pur. Das meinte ich und ist eigentlich nur schwer zu verstehen, wenn man nicht verstehen will...
Es gibt genug ruhigere Gegenden in Italien, wenn einem der Verkehr in den Dolomiten zu viel wird. Warum wohnt man dann trotzdem dort? Und komm mir jetzt nicht mit, dass die da schon ewig wohnen. Die das tun, leben seit Generationen vom Tourismus. Die (meisten) anderen sind zugezogen...
Zum einen lebt die Familie tatsächlich seit x Generationen da (frühes 19. Jh. - ca. 1840). Sind Hugenottennachfahren aus Frankreich.

Die in Tirol leben (Österreich) sind vor zwei Generationen dort zugezogen aus Südtirol in den späten 1960 ern. Und Ja, auch wenn diese Familien, mit denen ich verwandt bin, ein ganz anderes Einkommen haben, welches nicht primär am Tourismus hängt, so hängt natürlich dort eins mit dem anderen zusammen.

Aber man verlässt seine Heimat ja nicht so eben mal. Außerdem wenn du meinen Text gelesen hast, wird dir auch aufgefallen sein, das ich selbst dieses rigorose "Zumachen" nicht teile. Ich würde eher wie beschrieben, eine Kontingentisierung vornehmen. Sprich nur eine bestimmte Anzahl an Fahrzeugen pro Tag / Region / oder Passstrassen. Ist ja etwas, wie ich auch bereits schrieb, was die sich gut vorstellen können. Ich weiß ja nicht wie du an deinen Wohnort oder die Region gebunden bist und was du so für einen Lärmpegel gewohnt bist.

Mich dünkt aber, das bevor hier jemand sagt (und damit meine ich nicht explizit dich, sondern u.a.) "Ok wird mir zu laut an meinem Wohnort, ziehe ich halt weg." da bestimmt 99.9% eher auch sich dafür engagieren würden das es wieder leiser wird an ihrem Wohnort, als direkt die Segel zu streichen und zu sagen "Nu ja, ist halt Tourismus hier, muss ich halt was ruhigeres suchen". Und es mag ja sein, da ich dich nun mal nicht persönlich kenne, das du die Ausnahme von der Regel bist und solche Konsequenzen ziehen würdest, aber ehrlich gesagt würde es mich bei deinem ansonsten "forschen" Auftreten schon wundern. ;)

Schon Nietsche philosophierte über "Die ewige Wiederkrehr des Gleichen“.
Früher lebten in den Alpenregionen nur arme Bergbauern.
Dann gab es den aufkommenden Tourismus - zuerst nur für die Wohlhabenden (*), dann für die Massen. Während dieser Entwicklung wurden einige der armen Bergbauern (sehr) wohlhabend und die Region erlebte einen Aufschwung.
Jetzt wird es den Bewohnern zu viel und sie reduzieren den (Über-)Tourismus. "Verknappung" heisst das Zauberwort. Die Massen bleiben aus und der Umsatz geht zurück.
Im Ergebnis wird es weniger Angebot für eher Wohlhabende geben und diejenigen, die dann kein Auskommen mehr haben, gehen weg oder werden wieder "arme Bergbauern".

Irgendwann wird man dann wieder sagen:
"Früher lebten in den Alpenregionen nur arme Bergbauern ..."

Anmerkung 1: diese Zeilen können satirische Elemente beinhalten

Anmerkung 2: in einer Fernseh-Reportage über den Über-Tourismus in der Alpenregion wurde ein Hotellier vorgestellt, der sein Hotel erweitern wollte. Da die max. Bettenkapazität in seiner Gemeinde erreicht waren, wurde die Erweiterung nicht genehmigt. Er hat dann das für die Erweiterung des Hotels geplante Budget für eine grundlegende Sanierung und Umorientierung seines Betriebes genutzt. Das Hotel wurde modernisiert und komplett auf Bio & Wellness umgestellt. Der Aufenthalt ist jetzt deutlich teurer und er macht bei gleicher Bettenanzahl mehr Umsatz/Gewinn als mir der ursprüngliche Idee der Hotelerweiterung prognostiziert wurde.
Schön geschrieben, allerdings denke ich sind wir da als Motorradfahrer in einer eingeengten Sichtweise unterwegs. Die Alpen boomen nach wie vor. Es wird immer mehr mit dem Tourismus da. Ein Jahr mit Übernachtungsrekorden übertrifft das nächste. Und jetzt wo die Leute anfangen Angst zu bekommen, in der Türkei könnte ihnen eine Rakete aufs Dach fliegen, ziehen sich eh immer mehr in Mitteleuropäische Gefilde zurück und ganz vor allem Urlaub im eigenen Land oder direkt angrenzenden Nachbarn.

Dein Ansatz ist ja nicht verkehrt in dem was du da schreibst, allerdings sehe ich nicht ansatzweise das der Tourismus der Alpenregion jetzt so weit runter geregelt wird, das da bald wieder gar nix mehr geht. Du nimmst das Wort ja selbst in den Mund: "Über-Tourismus". Und das ist was ich mit meinem ersten Post hier überhaupt dazu sagen wollte, es ist schlicht zu voll.

Es gibt halt einfach irgendwo auch Grenzen des Erträglichen. Das ist m.E. die simple Wahrheit. Und die Sache mit dem Grödner Joch ist m.E. lediglich ein Experiment, wie weit man gehen kann. Üblich auch in anderen Geschäftsfeldern. Man macht erst einmal das "absolute Extrem", um dieses dann zu einem "vernünftigen Punkt" abzumildern. Die Zahlen insbesondere der Sommertouristen nehmen jedenfalls weiter exorbitant zu in den Alpen. Die meisten davon Kletterer, Wanderer oder Radfahrer. Dazu noch Paragliden und was es sonst noch alles gibt.

Wenn man ehrlich ist, können die auf den reinen "Motorisierten Fahrtourismus", also Motorradfahrer, Cabrio und Sportwagenfahrer wie auch Enduristen etc. schlicht verzichten ohne das die Welt finanziell für die untergeht. Ich spreche vom Ist-Zustand. Wie sich das in dieser Welt in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickelt sei mal dahingestellt. Eine Glaskugel habe ich auch nicht. Ich bin mir aber sehr sicher das der Motorradtourismus in den Alpen extrem eingedämmt werden wird. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Gruß Guido
 
Ich fahre in der Gegend seit 2010 nicht mehr.

Mir wurde das persönlich damals schon zu viel an Verkehr.
Das machte keinen Spaß mehr.

Wenn ich dort fahre, dann maximal im April, wenn kaum Motorradfahrer unterwegs sind.

Denn auf den Pässen steht man im Sommer und Herbst im Stau....
 
Die Dolomiten waren viele Jahre mein bevorzugtes Urlaubsgebiet. Viele, viel Kilometer habe ich dort auf verschiedenen Motorrädern abgespult. Das erste mal die Sellarunde war 1990, das letzte mal 2015. Es macht einfach keinen Spaß mehr dort zu fahren. Zuviel Verkehr, zuviel Radau und einfach zu viele "Hobbyracer" die meinen im Urlaub darf man mal Gas geben.
Daheim machen sie den Spießer, wohnen am liebsten in einer Sackgasse, am besten noch in der Verkehrsberuhigten Zone. Zeigen ihre Nachbarn an weil sie am Samstag früh um 7.30 den Rasen mähen oder Abends mit Freunden grillen. Im Urlaub wird dann mit offener Tüte die Berge hoch und runter geknallt.
Dass dort Menschen nicht nur Urlaub machen, sondern dort leben, das sieht keiner oder will es nicht sehen. Auch diese Menschen haben das Recht auf Ruhe, auch diese Menschen wollen den schönen Tag draußen im Garten verbringen. Ich verstehe diese Menschen und verstehe es wenn die auf die Straße gehen um gegen den Krach um ihr Zuhause herum zu demonstrieren. Wer würde das nicht tun?
 
Seit 1970 bin ich mit dem Motorrad unterwegs und vieles von dem, was heute über die Dolomiten negativ behauptet wird, ist dort nicht anders als anderswo längst Alltag.
Entspannt fahren kann man dort nach wie vor, man muss nur wissen, wann und wie. Monat, Wochentag und Uhrzeit spielen eine entscheidende Rolle. Wenn das nicht klappt, liegt es selten am Ziel selbst, sondern an der eigenen Planung.
Wer das nicht berücksichtigen kann, sollte die Dolomiten meiden, genauso wie alle anderen beliebte Motorradregionen, auch im eigenen Land.
Das Problem sind nicht die Dolomiten. Das Problem ist, dass zu viele zur gleichen Zeit an die gleichen Orte wollen.
Ich habe weiter großen Spaß dort auf fast leeren Passtraßen zu fahren. Zuletzt 2025, wer es nicht glauben mag, kann sich meine letzten Reisevideos ansehen. S.u.
 
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Tja, schade drum. aber es war abzusehen:(
Es sind einfach zu viele, und die Social-Media-Influencer feuern das Ganze dann noch mit an.
Wenn ich da an meine Freizeitaktivitäten zurückdenke, war es beim Sporttauchen ähnlich.
In den 80igern gab es nirgends Verbote und wir hüpften in jeden See im Salzkammergut.
Familien schauten uns zu (für die waren wir Helden) und für den einen oder anderen Anwohner holten wir Teile aus dem See.
Hat sich über die Jahre dann verändert, Tauchschulen kamen, ganze Horden von Tauchern wurden mit Kleinbussen angekarrt usw.
Bis es den Gemeinden dann zu viel wurde....und damals gab´s noch kein Internet.

Das nächste Problem werden in den Alpen die E-Biker werden.
Bei einer Weiterbildung mit der Bergwacht sagte mir ein Bergwachtler, dass die Typen jetzt überall hinfahren wo normalerweise keiner mit dem Rad hinkommt.
Dementsprechend häufen sich die Einsätze zur Rettung.

Also freut Euch, dass Ihr das Grödner Joch noch genießen konntet, es werden noch mehr Sperrungen folgen:(
Ich war noch nie zur Hauptreisezeit dort. Meist im Mai/ Anfang Juni oder Ende September und vor allem unter der Woche.
Zuletzt waren wir mit unserem Jialing Gespann Ende September 2021 unter der Woche am Grödner Joch und da waren wir fast alleine unterwegs.
Nix von Overtourismus oder von Bikerhorden oder Klappenauspuff-Rennern.
 
Von mir aus, im Sinne des Schutzes des einzigartigen Naturraums Alpen, können sie viel konsequenter und umfassender Sperrungen für den Verkehr vornehmen. Damit dieser unsägliche Missbrauch durch Lärmverschmutzung, Müll, Geballer von Möchtergern-Racern auf zwei- oder vierrädrigen (gemieteten) Klappenauspuff-Fahrzeugen und allgemein überall hinwabernden Menschenmassen zumindest etwas eingedämmt wird. Die maßgeblichen Profiteure des Tourismus dürften eh Großunternehmen und Investoren sein, die mit der Schönheit der Natur nichts zu tun haben und in noblen Großstadtbüros residieren. Vielleicht schafft es die Menschheit ja, wenigstens ein bisschen alpines Flair für kommende Generationen zu bewahren. Zum Glück muss ich das nicht mehr miterleben.
Und wer unbedingt Polonaise fahren will, kann das ja immernoch am Münchner oder Kölner Ring

Ansichten gibt's.......🤑
 
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